Digg

03. Juli 2014 15:00; Akt: 03.07.2014 15:47 Print

«Buzzfeed mit einem Doktortitel»

Die Website Digg will Internetnutzer «an die Hand nehmen» und ihnen täglich sehenswerte Links präsentieren. Dabei spreche man schlaue Leser an, sagt der Redaktionsleiter.

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Branchenkenner vermuten, dass die Bookmarking-Plattform Digg Millionen von Lesern hat. (Bild: Screenshot Digg)

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Auf der US-Website Digg werden die «120 wichtigsten Links des Tages» präsentiert. So erfährt man am heutigen Donnerstag etwa, welche Sex-Mythen wahr sind, wie mit einem explodierenden Wal umzugehen ist oder wo die intelligentesten Menschen hinziehen. Die Artikel sind – wie es die Themenauswahl teilweise vermuten lässt – mit einem Augenzwinkern zu geniessen.

Die Linksammlung, auf die Digg setzt, ist eigentlich ein altes Konzept. Damit fingen 1998 Blogs an und auf diese Weise startete 2005 auch die «Huffington Post». Bis vor zwei Jahren hatte sich Digg noch die Schwarmintelligenz zunutze gemacht. Die Besucher trugen Links zu lesenswerten Online-Artikeln ein, die dann von den anderen Usern mit einem virtuellen Daumen hoch oder runter bewertet werden konnten. Heute wählen Redakteure die Geschichten aus und schreiben diese bisweilen sogar selbst. Künftig sollen laut «Spiegel Online» die Leser vermehrt eingebunden werden.

«Das Internet verlangsamen»

Digg-Redaktionsleiter David Weiner glaubt, die Linksammlung treffe den Nerv der Zeit und sei ein Bedürfnis der Internetnutzer: «Es gibt so viel Zeug, da hilft es vielen Menschen sehr, an die Hand genommen zu werden.» Auf einen Blick wissen, was gerade wichtig ist, das soll Digg leisten. «Wir möchten das Internet verlangsamen», erklärt der Redaktionsleiter.

Neben zum Schmunzeln anregenden Beiträgen wie Fail-Videos oder einem Artikel zu oben beschriebenen Themen sind auch ernsthafte Inhalte aus den Bereichen Politik, Wirtschaft oder Technik auf Digg zu finden. Die Website setze nicht auf «belangloses Entertainment» und spreche schlaue User an, so Weiner. «Mir hat mal jemand gesagt, wir seien Buzzfeed mit einem Doktortitel», berichtet er. Dieses Konzept scheint aufzugehen: Branchenkenner vermuten, dass die Bookmarking-Plattform Millionen von Lesern hat. Die Website-Betreiber wollen allerdings keine Besucherzahlen bekannt geben.

(sts)

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