Anybotics

20. November 2018 09:49; Akt: 20.11.2018 10:32 Print

Schweizer Roboter sichert Plattform in der Nordsee

Er ist schon in «Akte X» aufgetreten und gehört zu den besten Laufrobotern der Welt. Ein Besuch beim Entwicklungsteam des Anymal in Zürich.

Erleben Sie im Video, wie sich der Anymal bewegt und was er alles kann. (Video: 20M/Anybotics)
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In einem unscheinbaren Büro in der Nähe der ETH Zürich tüfteln rund zwei Dutzend Ingenieure an der Robotertechnik der Zukunft. Die Anybotics AG ist ein Spin-off der Hochschule und im Team sind viele ehemalige Absolventen tätig. Der Star des zwei Jahre alten Unternehmens ist der Laufroboter Anymal.

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Mit vier Beinen kann sich dieser auch auf schwierigem Gelände fortbewegen, Treppen steigen oder durch einen Tunnel kriechen. Er nimmt die Umgebung wahr und kann komplett autonom betrieben werden. Der 30 Kilogramm schwere Roboter kann zusätzlich bis zu zehn Kilogramm Nutzlast, etwa Sensoren, Kameras oder einen Roboterarm tragen, um sinnvolle Aufgaben zu erledigen.

Einsatz vor der Küste

«Wir schicken den Roboter überall dahin, wo es für den Menschen unangenehm oder gefährlich ist, zu arbeiten», erzählt Péter Fankhauser, Mitgründer von Anybotics. Einsatzgebiete sind zum Beispiel Kanalisationssysteme, Minen, Kraftwerke oder Gebäude, die einstürzen könnten.

Anymal ist gerade von einem Einsatz in Norddeutschland zurückgekehrt. Zusammen mit dem Übertragungsnetzbetreiber Tennet testete Anybotics einen Einsatz des Roboters auf einer Offshore-Plattform in der Nordsee. Weil diese teilweise unbemannt betrieben wird, soll der Anymal dort autonom Maschinen überwachen und beispielsweise starke Hitzeentwicklung oder Öl- und Wasserlecks entdecken.

Auf einem ersten Rundgang konnte der Anymal die Umgebung dreidimensional erfassen und lernen, wo und was genau er überprüfen muss. Anschliessend ging der Roboter autonom auf seinen Kontrollgang. Dank seinem Bilderkennungs-Algorithmus kann er das Kamerabild analysieren und schon von weitem detaillierte Informationen über die Anlage sammeln und diese in Echtzeit übertragen – etwa, ob irgendwo ein Hebel umgelegt wurde.

Entwicklung geht weiter

Trotz der vielen Anwendungen habe die Maschine auch noch Einschränkungen. «Wir programmieren sie und sagen ihr, was sie tun soll. Die Wahrnehmung und Entscheidungsfähigkeit des Menschen und eine schnelle Intuition hat sie aber noch nicht», so Fankhauser. Zudem sei der Anymal zwar sehr gut darin, sich zu orientieren und Dinge wahrzunehmen, bei der Manipulation von Objekten seien sie beim Anymal jedoch an Grenzen gekommen.

Im noch jungen Unternehmen hat sich in den letzten beiden Jahren viel getan. Denn nicht nur musste ein Produkt mit sinnvollen Anwendungen entwickelt werden. Auch das Team und eine Produktionslinie wurden in dieser Zeit aufgebaut. Und obwohl bereits einige Exemplare des Anymals verkauft wurden, sei die Entwicklung noch lange nicht beendet, wie Fankhauser erzählt: «Das ist immer noch ein Protoyp, und wir arbeiten darauf hin, neue Versionen des Anymals zu bauen, die schlanker, schneller, stärker sind und mehr Dinge tun können.»

Spaziergang durch die Stadt

Dass sich der Roboter auch in normalen Umgebungen bewegen kann, beweist ein kleiner Spaziergang in Zürich. Weder Treppen noch ein rutschiger Untergrund stoppen den Anymal. Auch halten Autofahrer an, um die Maschine über den Zebrastreifen zu lassen. Und auch bei den Passanten stösst der Roboter auf viel Interesse. Die einen schauen nur kurz, andere fragen, ob sie ein Selfie machen dürfen.


Ein kleiner Spaziergang mit dem Anymal-Roboter und Péter Fankhauser sowie Francisco Giráldez von Anybotics durch die Innenstadt von Zürich. (Video: 20M)

(swe)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Finn The Human am 20.11.2018 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Entwicklung

    Wer will schon den ganzen Tag im Kreis laufen und eine Anlage anschauen - genau die richtige Aufgabe für eine Autonome Drohne/Roboter.

  • Nina Bachmann am 20.11.2018 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Let Robots Go Anywhere

    Sehr interessanter Artikel. Wirklich beeindruckend, was ANYmal alles kann. Wünsche dem jungen Team alles Gute für die Zukunft.

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  • Ali Bes Laden am 21.11.2018 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrlich, ich sage euch

    eines Tages wird der Döner den Menschen ersetzen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Felix am 25.11.2018 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwie beängstigend

    Ich hatte grad so die Vorstellung, was die Soldaten im 1. Weltkrieg wohl gedacht hätten, wenn eine Armee von diesen Dingern bewaffnet auf die Schützengräben zugelaufen wären ^^

  • Marc Ingenieur am 21.11.2018 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    War mal bei denen zu Besuch.Typische ETH Forscherbude. Leben auf Staatskasse und haben keine Ahnung wie Sie die Technik auf den Markt bringen wollen. Bei der Frage was der langzeit Plan ist gab es zur Antwort wir schauen wie sich der Markt entwickelt. Sorry aber wen schon Millionen von Steuergeldern in diese Firma gesetzt werden sollte auch ein Long-Term-Businessplan vorhanden sein und eine Strategie. Sonst haben es andere Start-Ups mehr verdient.

    • Typhoeus am 21.11.2018 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marc Ingenieur

      An jeder Hochschule die gleiche Situation, aber nicht die gestellte Aufgabe. Forschung muss ohne Finanziellen Druck stattfinden.

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  • Ali Bes Laden am 21.11.2018 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrlich, ich sage euch

    eines Tages wird der Döner den Menschen ersetzen!

  • Nina Bachmann am 20.11.2018 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Let Robots Go Anywhere

    Sehr interessanter Artikel. Wirklich beeindruckend, was ANYmal alles kann. Wünsche dem jungen Team alles Gute für die Zukunft.

    • Typhoeus am 21.11.2018 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nina Bachmann

      ganz richtig

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  • Giordano am 20.11.2018 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Nice, aber nötig?

    Cooler Roboter. Aber wieso es dort einen mit 4 Beinen braucht, habe ich nicht verstanden. Räder wären doch völlig ausreichend und wesentlich günstiger!!

    • Parcour Flitzer am 20.11.2018 12:58 Report Diesen Beitrag melden

      Hindernisse

      Ich nehme an es hat auch Stufen und evt kleine Treppen, meinst du nicht?

    • Der Dumme am 21.11.2018 09:58 Report Diesen Beitrag melden

      runde Beine

      da machst Du vorher Rotoren oder ein Hoover aber das gewicht!.....finde das noch praktisch..besser wäre sicher eine drehbare Kugel an den Füssen so kann er schnell in alle richtungen fahren und auch z.B. Treppen oder im Sand gehen

    • Typhoeus am 21.11.2018 13:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Giordano

      toll zu fest und ist unstabil

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