Tweets aus dem Gebärzimmer

11. Juni 2011 22:12; Akt: 11.06.2011 22:13 Print

«Habe das Sofa mit Fruchtwasser ruiniert»

von Daniel Schurter - Ein britisches Paar lässt Bekannte und Unbekannte über Twitter an der Geburt seines zweiten Kindes teilhaben. Die Reaktionen lassen nicht lang auf sich warten.

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Die Wehen fangen mitten in der Nacht an. Mary Wycherley lässt ihren Mann schlafen – und schickt eine Nachricht ins Internet. Es folgen zahlreiche weitere Tweets, Kurznachrichten, die über das soziale Netzwerk Twitter gesendet werden. Als die Wehen stärker werden, geht es auch in den Tweets zur Sache. «Oh Mann, ich habe das Sofa ruiniert mit meinem Fruchtwasser.»

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Soll man/frau über höchst private Dinge wie die Geburt des eigenen Kindes twittern?
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Insgesamt 493 Teilnehmer

Mary und ihr Mann Martin haben sich bewusst entschieden, ihre Twitter-Kontakte und das Internet an der Geburt ihres zweiten Kindes teilhaben zu lassen. Weil es eine Heimgeburt werden sollte, wurde dazu passend der Twitter-Hashtag #homebirth gewählt. Dank solcher Schlagwörter lassen sich alle entsprechend gekennzeichneten Tweets zu einem bestimmten Thema sammeln.

Im Morgenverkehr

Die Twitter-Meldungen des britischen Paares sind frei zugänglich. Sie enthalten auch höchst private Bilder. Früh am vergangenen Montagmorgen kam die kleine Sailor schliesslich zur Welt. Eine Geburt ohne Komplikationen. «Es ist ein wunderschönes Mädchen», twitterte die überglückliche Mutter. Sie müsse weinen vor Rührung.

Die Gratulationen aus dem Netz liessen nicht lang auf sich warten. Mary Wycherley hat 1831 Follower, ihr Mann Martin Carr gar weit über 8000. Die meisten verfolgten die Live-Geburt unterwegs zur Arbeit, irgendwo in der morgendlichen Rush Hour steckend.

Prompte Reaktionen

Viele Rückmeldungen, die postwendend über Twitter eintrafen, waren positiv. Vereinzelt gab es auch kritische Worte. So zum Beispiel: «Ich liebe Twitter. Aber twittern während deiner Heimgeburt – wirklich?!!!??» Andere wünschten sich plötzlich auch ein Kind und wiederum andere nahmen es mit Humor. So wie dieser Mann, der vorschlug: «Wie wärs mit Twitter als zweitem Vornamen?»

Wer den Verlauf der Geburt mit allen Tweets des Paares lesen möchte, kann dies bei «Storyful.» tun.

Wie ein Blogger der «New York Times» berichtet, gab es schon früher Geburten, die live getwittert wurden. Vor rund zwei Jahren brachte die Sängerin Erykah Badu ein Mädchen zur Welt – während ihr Partner fleissig Nachrichten ins Netz schickte.


Was halten Sie davon, höchst private Dinge wie die Geburt eines Kindes live über Twitter zu berichten?

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Salo am 12.06.2011 05:56 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht?!

    Warum nicht? Man muss es ja nicht lesen, wenn man nicht will ;-) . Und die Verfasser sind erwachsen und haben sich dazu entschieden. Es werden noch ganz andere Dinge gezwittert

  • Gregorio Glück am 12.06.2011 00:10 Report Diesen Beitrag melden

    Idiotie

    Noch viel schlimmer als Menschen, die über alles twittern, sind Menschen, die solchen Sprachdurchfall lesen.

    einklappen einklappen
  • carmen diaz am 11.06.2011 23:27 Report Diesen Beitrag melden

    also ob das...

    ...eine rolle spielt, ob eine geburt am tv geschaut wird in einer doku oder über twitter... wo bitte soll der unterschied und wo etwas anrüchiges sein?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Spatz am 12.06.2011 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Social Media? Wie langweilig ...

    Ich beobachte, dass Twitter auf die Länge sowieso nur noch von jenen Privatpersonen genutzt wird, die offenbar unter einem Aufmerksamkeitsdefizit leiden. Das gleiche Phänomen gilt auch für Facebook. Es sind immer die gleichen Personen, die das Gefühl haben, ihre Meinung oder ihr momentaner Aufenthaltsort könnte für irgendjemanden von Interesse sein.

  • matrog am 12.06.2011 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Twitter ist die wahre....

    ....Illustration der menschlichen Beklopptheit. Immer munter nach dem Motto, je dümmer, je schöner !

  • Thomas am 12.06.2011 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    Andy Warhol lässt grüssen

    Jeder möchte mal 15 Minuten berühmt sein und manche tun einfach alles dafür. Vor einigen Jahren ging man in die dämlichsten Talkshows, heute geht es dank Twitter, Facebook & Youtube viel einfacher. Schlimm ist, dass viele im Moment nicht überlegen was sie von sich veröffentichen und wenn ihre exhibitionistische Phase vorbei ist, bereuen sie alles und können nichts mehr löschen...

  • monika am 12.06.2011 07:31 Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    Die Menschheit dreht langsam durch. Muss denn wirklich jeder Mist ins Netz. Ach übrigens, ich muss jetzt aufs Klo, war heute noch nicht dort.

    • Brummi am 12.06.2011 14:06 Report Diesen Beitrag melden

      Ach ja?

      Welches Paier benutzt du denn, das mit Kamille oder 4-lagig?? :-)))

    einklappen einklappen
  • Dennis am 12.06.2011 07:20 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm geworden.

    Kenne auch so einen "Spezialfall". Sogar auf Beerdigungen wird noch "fröhlich" gepostet.