Warnung

29. April 2019 08:39; Akt: 29.04.2019 08:39 Print

Darum sollten Babys nicht auf ein Display glotzen

Die WHO hat neue Richtlinien zur Gesundheit von Kindern herausgegeben. Erstmals wird auch die Zeit vor Bildschirmen erwähnt.

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Erstmals befasste sich die Weltgesundheitsorganisation WHO damit, wie viel Zeit Kleinkinder vor Bildschirmen verbringen sollten. Ihre Empfehlung: Vor dem ersten Geburtstag sind Handy, Tablet und Fernseher tabu, denn das Glotzen auf Displays beeinträchtigt laut den Experten die soziale und geistige Entwicklung der Kinder. Auch Kinder zwischen einem und fünf Jahren sollten täglich nicht mehr als eine Stunde vor einem Bildschirm verbringen.

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Darf Ihr Kind auf Bildschirme schauen?

Moritz Daum, Professor für Entwicklungspsychologie im Säuglings- und Kindesalter am psychologischen Institut der Universität Zürich, hält die Empfehlung für zu restriktiv. So zeige eine aktuelle Studie von Forschern der Universitäten Oxford und Cardiff keine Zusammenhänge zwischen der Zeit vor Bildschirmen und dem Wohlbefinden (bei Kindern im Alter von zwei bis fünf Jahren). Die American Pediatric Association empfehle ausserdem, die Bildschirmzeit auf «pädagogisch wertvolle» Sendungen/Apps/Programme zu beschränken oder Videochats zu verwenden.

Alle Sinne ansprechen

Wichtig seien dabei drei Punkte, so Daum. So hätten kleine Kinder eine begrenzte Kapazität zur Verarbeitung von Informationen, weshalb es wichtig sei, dass die jeweiligen Inhalte altersgerecht auf Wahrnehmung und kognitive Fähigkeiten des Kindes abgestimmt seien.

Zweitens laufe ein TV-Programm oder ein Video einfach weiter, auch wenn das Kind nicht aufpasse. Beim Vorlesen oder bei direkter Kommunikation hingegen könnten die Eltern unterbrechen und die Aufmerksamkeit des Kindes wieder auf sich lenken. Diese Interaktivität sei auch bei einem Videochat möglich.

Als dritter Punkt sei es wichtig, dass Kindern eine Vielfalt von Informationen gezeigt werde, denn je mehr Sinne angesprochen würden, desto besser könnten die Kinder lernen. Beim Schauen auf einen zweidimensionalen Bildschirm würden jedoch nur der Seh- und Hörsinn angesprochen, andere Sinne wie Geruch, Tasten und Schmecken hingegen nicht.

Was ist Ihrer Meinung nach der richtige Umgang mit Handy, Tablet und TV im jungen Alter? Erzählen Sie es uns in den Kommentaren!

(swe)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Glotz TV am 29.04.2019 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    ja nicht

    sonst bekommen die viereckige Augen, so wie wir TV Kinder damals. Spass bei Seite, beschäftigt Euch mit euren Kinder und lasst mal die Finger vom Handy.

  • Sonja am 29.04.2019 08:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selten

    Mit dem Kind (7 Jahre) schaue ich nur in die Glotze,wenn es Grippe hat und ich schon lange vorgelesen habe. Es geht uns schon jahrelang gut so,Bücher,Bastelmaterial,Natur,Haustiere,Brettspiele,es gibt bessere Möglichkeiten der Unterhaltung. Der Lernwert sogenannter pädagogisch wertvoller Sendungen ist erwiesenermassen eindeutig niedriger als Erfahrungen mit der realen Welt.

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  • Lola am 29.04.2019 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was will ein Baby

    Auch mit einem Handy oder TV anfangen? Ist ja wohl klar und sollte auch selbstverständlich sein, dass man einem Baby eine Rassel und kein Handy gibt. Ach stimmt ja, eine Rassel macht zu viel lärm, geht natürlich gar nicht bei unserer lärmgeschädigten Gesellschaft. Spass bei Seite, wenn man dies ändern möchte, sollte man auch wieder in der Schule mit Stift und Papier arbeiten, statt mit Laptop oder Tablet. Es ist erschreckend wie viele Kinder heutzutage eine Brille brauchen, vor 20 Jahren waren wir Brillenträger ca. zu 3 unter 60 Kindern, die eine Brille benötigten und heute fast umgekehrt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Izzy am 30.04.2019 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Weniger Druck

    Ich mag mich erinnern, dass damals viele Kinder, viel mehr TV geschaut haben und zum Teil absolut unsinnige Dinge. Meine Kinder dürfen am Abend, wie ich damals auch, eine Gute Nacht Geschichte schauen und wenn sie krank sind, dürfen sie, wie ich damals auch (und viele meiner Freunde) ebenfalls TV schauen. Habe absolut nicht das Gefühl, dass es mir oder all den anderen geschadet hat. es ist immer eine Frage der Balance. Man sollte definitiv nicht den Finger auf die heutige Erziehung oder heutige Eltern zeigen, der Druck ist bereits sehr Hoch perfekt zu sein müssen.

  • Mireille la belle dame am 30.04.2019 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Okay interessant

    aber bei Erwachsenen ist es dann ja überhaupt kein Problem mehr, ja?!?

    • Dani89 am 30.04.2019 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mireille la belle dame

      Erwachsene sind komplett ausgewachsen, das heisst, dass das Gehirn und alles vollständig entwickelt ist. Bei Jugendlichen braucht dies noch Zeit und darum heisst es Erwachsen werden.

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  • Carla am 29.04.2019 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mutter

    Zu restriktiv??? 1h täglich für ein einjähriges Kind ist jenseits. Die Kinder müssen doch die Welt in ihrer Ganzheit erfahren. Die bisherigen Empfehlungen bis 3 kein Bildschirm und dann langsam und sinnvoll eingesetzt, entspricht aus meiner Sicht viel mehr den kindlichen Bedürfnissen. Aber man muss sich halt auch selber an der Nase nehmen.

  • Science Mom am 29.04.2019 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Screen Time der Eltern

    Wir sollten nicht vergessen unsere Vorbildfunktion wahrzunehmen, wenn es um Screen Time geht. Kinder lernen u.a. von Ihren Eltern und anderen Erwachsenen, dass Bildschirme interessanter sind als alles andere...

  • TheRealParents am 29.04.2019 21:20 Report Diesen Beitrag melden

    überforderte erltern

    Wenn ihr euch mit den Kinder nicht beschäftigt dann lasst es gleich sein!! "Um zu kochen gebe ich den kleinkindern mein handy und die beschäftigen sich auf youtube" Absoluter quatsch!! Lass sie mitkochen, spielen oder was weiss ich. Dann machts halt lärm, na und??