Internettempo

12. Juni 2019 19:04; Akt: 12.06.2019 19:04 Print

«Ich habe das teuerste Abo, aber es ruckelt oft»

Wer ein Internetabo löst, muss den Speed-Angaben der Anbieter vertrauen. 2020 wird sich das ändern. Dann sind die Anbieter zu Transparenz verpflichtet.

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«Es ruckelt oft und die Verbindung hackt ab, obwohl ich für das teuerste Abo bezahle», beklagt sich ein Hörer des Radio SRF in einem «Espresso»-Beitrag vom Dienstag. Der Hörer nutzt zurzeit ein UPC-Abo mit 600 Mbit/s. Doch von dem Tempo merkt er nicht viel. «Ich bin nicht zufrieden damit», sagt er.

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Sein Frust teilen weitere Kunden. Die Fälle bei der Ombudsstelle Telekommunikation betreffend Internetabos nehmen laut SRF zu. Denn: In vielen Fällen erhalten Kunden nicht so viel Speed, wie die Anbieter versprechen. Eine Messung der Hochschule für Technik Rapperswil zeigt: Bei dem Hörer gibt es nur eine Internetverbindung mit 70 Mbit/s – rund ein Zehntel der versprochenen Leistung.

Qualität der Leistung

Dass das Internet langsam ist, kann viele Gründe haben. So kann man einerseits selbst schuld sein. Etwa dann, wenn man eine veraltete Infrastruktur nutzt oder das interne WLAN die Internetleistung gar nicht intern verteilen kann. Es gibt aber auch Fälle, bei denen die versprochene Leistung gar nie bei den Kunden ankommt.

Das will das Parlament in Zukunft verhindern. So gibt es in dem revidierten Fernmeldegesetz einen Artikel, der die Anbieter von Internetdiensten zu Transparenz verpflichtet. Deshalb sollen die Tempi gemessen werden, damit Kunden in ihrer Region die Abos der verschiedenen Anbieter direkt vergleichen können.

Heute entscheiden sich Kunden oft nach Angaben der Anbieter und aufgrund des Preises. «Das ist nicht so praktisch», erklärt Jens Kaessner, Projektleiter beim Bundesamt für Kommunikation Bakom, im SRF-Beitrag. Nur wer den Preis und die Qualität des Abos kenne, könne eine gute Entscheidung treffen.

Umsetzung kommt 2020

In der EU müssen die Internetanbieter Kunden mitteilen, wie viel Speed sie erwarten dürfen und wie viel Tempo ihnen mindestens zusteht. Bis Ende Jahr will der Bund erklären, wie der Artikel in dem revidierten Fernmeldegesetz umgesetzt wird. Zum Beispiel wer für die Messungen verantwortlich ist, die Anbieter oder der Bund, wie das SRF schreibt. Umgesetzt werden soll das Ganze dann spätestens im zweiten Halbjahr 2020.

Die aktuelle «Kassensturz»-Sendung zum Thema auf SRF 1.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • PSalm am 12.06.2019 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man müsste vertrauen können

    Es kann aber auch nicht sein, das Provider Abogeschwindigkeiten verkaufen, welche sie technisch gar nicht leisten können!

    einklappen einklappen
  • 50+ am 12.06.2019 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    entschleunigen

    ach kommt schon, wie schön waren die Zeiten mit 33k Modem, der Einwahlton einmalig ;)

    einklappen einklappen
  • schweizer Q am 12.06.2019 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Messung der Hochschule?

    Man muss nicht zur Hochschule gehen, um einen Speedtest zu machen. Optimal natürlich mit eigenem Server. ;)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kernel am 13.06.2019 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Schneller ist nicht immer schneller

    Immer schneller, immer rasanter. Kaum haben wir eine schnellere Verbindung, kommen auch die Datenfressenden Apps daher, die die Geschwindigkeit wieder relativieren. Dasselbe gilt für die Hardware. Man stelle sich MS DOS mit der heutigen verfügbaren Technologie vor, da müsste man die Programme sogar einbremsen, damit diese nicht stolpern.

  • Nervendäge am 13.06.2019 14:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Apps

    sind so gemacht, das man z.b. die Werbung nich eifach so überspringen kann. Oft gibt es einen par sec. Stillstand. Hat gar nix mit dem Internet zu tun. Aber es hat schon was, das das Internet nur zugemüllt wird und so auch blockaden entstehen. Weil man lieber darüberpflastert als mal richtig auszumisten. Kennen wir alle wenn wir irgendwo hinschauen. Aber wir jubeln ja bei jedem neuen Event so als wäre alles Gold und Perfekt. Seid Ihr den auch dabei und benutzt ihr es auch? Für was den jubeln?

  • R.Ueckler am 13.06.2019 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ruckeln kann jeder

    Bei mir war auch schon schlicht Zattoo der Grund fürs Ruckeln und nicht "das Internet".

  • Cavi33 am 13.06.2019 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teuer ist nicht automatisch das Beste

    Es geht letztendlich um eine stabile Verbindung und nicht um die höchste Endgeschwindigkeit. Das teuerste Abo ist ja, wie auch in anderen Investitionen, nicht immer die optimalste Lösung.

  • Dodo Huber am 13.06.2019 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "Bis zu" heisst mehr als nix.

    Das kommt auch davon, dass hier "bis zu" Verträge abgeschlossenwerden können. Jeder andere Unternehmer würde wegen Betrug verurteilt werden, wenn er nur z.B. bis zu einem Auto liefern würde und dann halt der Motor fehlt.