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30. März 2011 07:26; Akt: 30.03.2011 10:00 Print

«Panic Button» für Handys

Die USA wollen Demokratie-Bewegungen auch technisch schützen. Aktivisten können mittels Knopfdruck sensible Daten auf dem Handy löschen – und Mitstreiter alarmieren.

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Eine Aktivistin aus Myanmar wird von einem thailändischen Polizisten beobachtet: Die USA wollen Demokratie-Bewegungen mit neuen Technologien unterstützen. (Bild: Keystone)

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Demokratie-Aktivisten in aller Welt sollen sich besser vor Repressionen durch Geheimpolizei und Militär schützen können. Um staatliche Zensur-Massnahmen und Internet-Sperren zu umgehen, werden neue Technologien entwickelt. In Vorbereitung ist auch ein «Panic Button» für Mobiltelefone. Kurz bevor man verhaftet wird, genügt ein simpler Knopfdruck, um alle sensiblen Daten wie etwa das gespeicherte Adressbuch zu löschen und die anderen Mitglieder der Protestbewegung zu alarmieren.

Die Pro-Aktivisten-Pläne stammen aus den USA, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag berichtete. Ausgerechnet die USA setzen sich für Umstürzler ein, dürften Kritiker der westlichen Militär-Grossmacht einwenden. Dem US-Aussenministerium scheint es aber tatsächlich ernst zu sein. Insgesamt sind 50 Millionen Dollar budgetiert, um Demokratie-Bewegungen besser zu schützen und in ihrem Kampf gegen totalitäre Regimes von Nahost bis China zu unterstützen.

Katz-und-Maus-Spiel

Dazu wollen die USA die jüngsten Erkenntnisse aus Ägypten und anderen Ländern nutzen. Eine spezielle Rolle kommt den mobilen sozialen Netzwerken zu, die über Handys und Smartphones genutzt und in Betrieb gehalten werden. Neben dem erwähnten «Panic Button» soll auch ein abhörsicheres beziehungsweise verschlüsseltes Text-Messaging-System entwickelt werden.

Um den Aktivisten im Katz-und-Maus-Spiel mit den staatlichen Zensoren zu helfen, sind bereits rund ein Dutzend neue Technologien entwickelt worden. Die Auslieferung soll in nächster Zeit erfolgen, wie Reuters berichtet. Wie die USA sicherstellen wollen, dass die Technologie nicht auch in böse Hände gerät, ist unklar.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • JOhn Kipkoech am 30.03.2011 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Mehrheitsfähig

    Da es wohl tausendmal mehr Demokratiestreiter als Terroristen gibt, ist die Technologie Mehrheitsfähig.

  • Karsten am 30.03.2011 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es schon fast

    japanische Kindernatels haben eine Panikschlaufe. Wenn die Kleinen dran ziehen werden sie geortet und die Polizei ist unterwegs. Das hätte ich gern hier auch

  • Zuaghi am 30.03.2011 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Backdoor?

    Jede Software hat ihr Hintertürchen, das zuerst mal nur dem Entwickler bekannt ist. Ein Schelm, wer denkt der Entwickler dieser Software würde die "gesperrten" Daten für sich selbst nicht weiterhin zugänglich belassen. Tech-War Runde 3 ist eröffnet, die Bauern werden strategisch wichtig.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andreas Dietrich am 01.04.2011 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Hacker's Paradies

    Wirklich Super! Ich muss nur diese Funktion hacken und kann damit fremde Handys praktisch ausser Betrieb nehmen. NSA, CIA usw. haben auch ihre helle Freude dran!

  • Zuaghi am 30.03.2011 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Backdoor?

    Jede Software hat ihr Hintertürchen, das zuerst mal nur dem Entwickler bekannt ist. Ein Schelm, wer denkt der Entwickler dieser Software würde die "gesperrten" Daten für sich selbst nicht weiterhin zugänglich belassen. Tech-War Runde 3 ist eröffnet, die Bauern werden strategisch wichtig.

  • Ralf T. am 30.03.2011 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Die Idee ist gut

    Die Idee ist eigentlich gut. Die USA waren schon immer freiheitlich und sind es noch. Wenig Staat und viel Privatwirtschaft. Dazu gehört eine freie Meinungsäusserung. Der Kommunismus kennt das nicht. Leute die das nicht kapieren wollen und die USA ständig für alles kritisieren müssen tun mir Leid. Wenigstens macht man dort etwas und ist nicht "neutral" aber zieht gleichzeitig ständig über alles her so wie hier. Wir können auch etwas zum Thema Toleranz lernen. Jemand der in einem Land lebt, in dem der Bau von Minaretten per Verfassung verboten ist muss sowieso keine grossen Töne spucken.

  • Karsten am 30.03.2011 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es schon fast

    japanische Kindernatels haben eine Panikschlaufe. Wenn die Kleinen dran ziehen werden sie geortet und die Polizei ist unterwegs. Das hätte ich gern hier auch

  • JOhn Kipkoech am 30.03.2011 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Mehrheitsfähig

    Da es wohl tausendmal mehr Demokratiestreiter als Terroristen gibt, ist die Technologie Mehrheitsfähig.