Science-Fiction?

28. November 2013 09:03; Akt: 28.11.2013 09:03 Print

«Roboter machen Bürojobs bis 2018 überflüssig»

In vier Jahren werden Roboter unsere Jobs erledigen, sagt ein Experte aus England. Eine Schweizer Trendforscherin widerspricht - zumindest dem ehrgeizigen Zeitplan.

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Sitzen neben uns im Büro bald schon Roboter und erledigen die Arbeit effizienter und schneller als wir? Davon ist zumindest der Engländer Andrew Anderson, CEO der Artificial Intelligence Company Celaton, überzeugt. Er sagt: «Bis 2018 könnten Bürojobs vollständig von Robotern übernommen werden.» Am meisten gefährdet sind laut Anderson die Arbeitskräfte im Verkauf, der Bildung und der IT-Branche.

Weiter ist er überzeugt, dass Computer bereits im Jahr 2025 lernfähig sind und sich selbst neu programmieren können. Grund für seine Prognose: Anderson sagt, dass der technische Fortschritt mittlerweile auf einer höheren Stufe sei, als ursprünglich angenommen.

Noch ist es Science-Fiction

Doch die Aussagen des Engländers sind mit einer gewissen Vorsicht zu geniessen. «Die Richtung seiner Prognosen stimmt, aber der Zeithorizont ist doch ein wenig zu ehrgeizig», sagt die Schweizer Trendforscherin Karin Frick vom Gottlieb Duttweiler Institut (GDI). «Bis Roboter wirklich so weit sind und die Änderungen so radikal umgesetzt sind, wird es mindestens noch 20 Jahre dauern», sagt Frick. Mit Robotern meint die Forscherin nicht unbedingt intelligente humanoide Gebilde, sondern generell intelligente Maschinen.

In Branchen mit einem hohen Kostendruck werden neue Technologien, die den Menschen ablösen sollen, viel schneller adaptiert. Als Beispiel nennt Frick den Check-in-Ablauf beim Fliegen. «Bei der Swiss etwa ist dieser Prozess schon weit fortgeschritten. Wer heute fliegt, muss an einer Maschine einchecken», so Frick. Vor zehn Jahren wäre dies noch undenkbar gewesen.

Es sei aber nicht so, dass wir, wenn wir morgen aufwachen, von einer hochtechnisierten Science-Fiction-Welt umgeben sein werden. «Das ist ein Prozess, der sich über die nächsten Jahre erstrecken wird», sagt Frick. Wir werden also Schritt für Schritt in diese Welt hineinwachsen.

Vertrauen durch Vertrautheit

Bei dieser Entwicklung unterstützend wirke, dass das Vertrauen in Technologie generell gewachsen sei. «Wir haben die Erfahrung gemacht, dass uns immer mehr Technik zur Seite steht», sagt die Forscherin vom GDI. So ist heute etwa das Smartphone unser ständiger Begleiter. Für Leute, die mit Technik aufgewachsen sind, gehört dies zum Alltag. «Für meinen elfjährigen Sohn ist es ganz normal, etwas auf Google zu recherchieren, das er nicht weiss. Für ihn ist das nicht die Nutzung von Technik, sondern ein fast schon natürlicher Vorgang», sagt Frick.

Und die Akzeptanz gegenüber der Technik steige weiter. Der aktuelle Edelmann-Trust-Barometer zeigt, dass das Vertrauen in vielen Bereichen, etwa gegenüber Behörden oder Politik, rückläufig ist. Das Vertrauen in die Technik wachse hingegen weiterhin. Frick umschreibt diesen Vorgang mit «Vertrauen durch Vertrautheit». Was uns Technik heute bedeute, merkten wir spätestens, wenn wir einmal das Handy verlieren.

Kreativität ist noch rein menschlich

In ferner Zukunft sind vielfältige Einsatzgebiete für Roboter denkbar. Ein Paradebeispiel für künstliche Intelligenz von Maschinen ist etwa der Supercomputer Watson von IBM, der sich bei einer Quizsendung gegen zwei menschliche Gegner durchgesetzt hat. Mittlerweile fungiert die maschinelle Superintelligenz als Callcenter und nimmt Anrufe entgegen. Unbegrenzt sind die Einsatzmöglichkeiten für intelligente Maschinen aber nicht: «Dort, wo es soziale Intelligenz oder Kreativität braucht, sind weiterhin Menschen nötig, um die Arbeit zu erledigen», sagt Frick. Bis Maschinen und Roboter kreativ werden können, sei es noch ein langer Weg.

In anderen Gebieten, etwa in Pflegeberufen, könnten sich Roboter aber durchsetzen. «In Japan zum Beispiel sind heute schon Krankenpflegeroboter im Einsatz», sagt Frick. Dies seien aber eher intelligente Möbel als humanoide Roboter. So gibt es etwa bereits eine vollautomatische horizontale Dusche, eine Art Waschanlage für Menschen.

Was die Zukunft bringen könnte, zeigt der Film «Robot & Frank». In dem Streifen schliesst ein alternder Juwelendieb eine Freundschaft mit seinem Pflegeroboter und plant mit ihm schliesslich den letzten grossen Coup. So ein Roboter-Multitalent wie im Film ist (bisher) aber wirklich noch Science-Fiction.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • pascal keller am 28.11.2013 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    So ein blödsinn

    Alleine die idee das wir nicht mehr arbeiten müssen ist absoluter schwachsinn. Wer solche ziele verfolgt der hat keine ahnung von einer funktionierenden wirtschaft. Woher kommt denn dann der lohn bzw das geld das die arbeitenden wieder investieren? Wer nicht arbeitet hat auch kein geld um die wirtschaft am leben zu halten.

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  • Schweizer am 28.11.2013 09:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie soll das gehen?

    Ach, fehlerfreie Computersysteme welche die performance leisten die sie versprechen schafft man nicht herzustellen, aber dann ganze roboter die funktionieren sollen? Haha träumt weiter.

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  • Paul Meister am 28.11.2013 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Der Abschnitt

    über Pflegeroboter erinnert mich an Silo 8 von Karls Kühner Gassenschau. Ich werde mir zur Sicherheit mal Zyankali Kapseln besorgen, denn mir graust vor dieser Zukunftsvorstellung.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Funky am 29.11.2013 07:01 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft?!

    Frei nach dem Prinzip "wir machen's, weil wir's können" wird sich der Mensch irgendwann selber komplett wegrationalisieren. Und dann wird wieder Friede und Ruhen auf dem Planeten herrschen.

  • Robert am 29.11.2013 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Theorie und Praxis

    Glaub ich nicht, vor 30 Jahren wurde auch erzählt das Papier lose Büro wird kommen.

  • Holgi am 28.11.2013 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    Anderes Denken 2

    Und das können wir nur gemeinsam schaffen. Auch die Eliten müssen sich langsam Gedanken machen ob wir nicht in eine Sackgasse laufen. Sie haben die Macht und den Einfluss etwas zu verändern. Sonst wird es bitter für alle. Und was nützt mir Macht, wenn es keinen mehr gibt über den ich sie nutzen kann? Homo homini lupus

  • Passagier 757 am 28.11.2013 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlechter "Ersatz"

    Im Beispiel zeigen die den Check In Automat der Swiss... Er soll die Personen am Schalter ersetzen, aber dass die meisten Passagiere überfordert sind und für fast jedes Gerät eine Person der Swiss da steht erwähnt niemand! Findes jedes mal aufs neue zum lachen, wenn ich dies beobachte

    • von heute am 28.11.2013 23:08 Report Diesen Beitrag melden

      Die meisten überfordert?

      Inzwischen ist das ja wirklich einfach und funktioniert meistens. Wer keinen Touchscreen bedienen und keiner einfachen Bedienungsanleitung folgen kann, hat es natürlich schwer...

    • Mike 89 am 29.11.2013 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Überflüssig

      Klar! Aus welchem grund stehen sonnst so viele leute da rum? Für jeden automaten steht da ne Person, nimmt mich mal wunder wehn die Masch ersetzen soll wenn es trozdem so viel personal benötigt

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  • Holgi am 28.11.2013 20:35 Report Diesen Beitrag melden

    Anderes Denken

    Das die Roboterrevolution kommt ist so klar wie sonst etwas. Vielleicht in 5, 10 oder 50 Jahren, aber es wird sie geben. Was wir jetzt machen müssen ist unsere Zivilisation anzupassen. Die alten Denkschemata taugen nichts mehr. Arbeit, damit man Geld zum überleben hat wird zu einem Auslaufmodell. Die Produktivität hat sich in den letzten 50 Jahren verzigfacht. Aber der Überschuss ist nicht bei der arbeitenden Bevölkerung angekommen, sondern nur ein paar wenige Superreiche und Konzerne haben diesen eingefahren. Wenn wir nicht unsere sozialen Systeme neu aufbauen erleiden wir Schiffbruch.