Moderatorin über E-Sportler

30. Juli 2019 02:06; Akt: 30.07.2019 06:25 Print

«Sie können sich nicht mal die Schuhe binden»

Eine deutsche Sport-Journalistin hat mit ihrem Kommentar zur «Fortnite»-WM einen Shitstorm ausgelöst.

Der 16-jährige Gewinner nimmt an der «Fortnite»-WM seinen Pokal entgegen. (Video: 20M/adi)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Der 16-jährige US-Amerikaner Kyle Giersdorf ist erster Einzelweltmeister im Videospiel «Fortnite» und hat damit drei Millionen Dollar eingeheimst. Der Teenager mit dem Spielernamen Bugha gewann am Sonntag die erste «Fortnite»-WM in New York in der Kategorie Einzelspieler.

Über diesen Anlass hat auch die ARD-Sportschau berichtet. Ein Kommentar danach löste viel Kritik aus. Am Schluss des Beitrages sagte die Moderatorin Julia Scharf: «Kinder, die Tag und Nacht vor dem PC sitzen und sich selbst nicht mehr die Schuhe zubinden können. Jetzt können Sie selbst entscheiden, ob das Sport ist oder nicht.»

Damit löste sie einen Shitstorm aus. Online wurde ihre Aussage als «populistisch» und «naiv» kritisiert. Hier ein Beispiel:

Danach reagierte die Sport-Journalistin mit einem Video auf Twitter:

Darin sagt Scharf, dass sie lediglich einen Psychologen aus dem Beitrag zitiert habe. Sie wolle die Leistung der E-Sportler nicht schmälern, aber die Frage aufwerfen, ob das tatsächlich ein Sport sei.

In der «Bild» sagte sie zudem: «Mir ist es wichtig, dass man Gaming und E-Sport, bei dem man Sportarten virtuell nachspielt, nicht in einen Topf wirft. Diese Veranstaltungen haben alle ihre Berechtigung, aber man darf die Frage stellen, ob wir sie wie klassische Sportarten behandeln sollten. Und das darf jeder selbst entscheiden. Mehr wollte ich damit nicht sagen, durchaus aber eine Diskussion anregen.»

250 Millionen spielen «Fortnite»

Bei «Fortnite» werden die Spieler auf einer Insel ausgesetzt, müssen sich Waffen und andere Ressourcen zusammensuchen und gegnerische Spieler ausschalten. Weltweit zocken rund 250 Millionen Menschen das Videospiel; an der Qualifikation für die hundert Finalisten hatten fast 40 Millionen Spieler teilgenommen. Die ältesten waren 24, die jüngsten 13 Jahre alt.

(chk)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bob Loblaw am 30.07.2019 03:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Berechtigte Frage

    Wo die Frau recht hat, hat sie recht...

    einklappen einklappen
  • Dirk am 30.07.2019 05:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich mag...

    Menschen die einen A...h in der Hose haben und die Dinge beim Namen nennen. Bravo! Top Kommentar!

    einklappen einklappen
  • A.Banks am 30.07.2019 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie hat recht...

    Die gute frau hat recht, ich habe einige freunde die gamen tag ein tag aus das ist vieles aber ganz sicher kein sport

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sergio am 30.07.2019 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    Fair bleiben

    Schach wird auch als Sport betitelt. Menschen, die einem Bällchen auf dem Rasen hinterher rennen werden von vielen Menschen sinnloserweise wie Superhelden verehrt. Ja, ein Pub-Spiel das ausnahmslos von fetten, bierbäuchigen Männdern gespielt wird, wird sogar im Fernseher übertragen und abgefeiert wie blöd (Darts). Also, als Sportjournalistin finde ich den Kommentar überflüssig, als privater Mensch finde ich ihn sehr wohl berechtigt. Aber dann bitte auch bei jeder Sportart kritisch sein, nicht nur bei denen, die man selber nicht mag oder gar beherrscht!

  • gogg am 30.07.2019 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schach ist auch Sport

    Schach ist ein Denksport. Im Gaming muss man sehr schnell Entscheidungen treffen, strategisch denken und braucht sehr gute Reflexe, sowie ein eingespieltes Muskelgedächtnis, das man sich erst erarbeiten muss. Fussball ist anstrengend für den Körper, Schach fürs Gehirn, Gaming, wenn mans professionell macht, ist ebensfalls anspruchsvoll fürs Gehirn und die Reflexe.

  • Mira am 30.07.2019 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Vorschläge bitte

    Ihr stört euch an einem Wort? Wenn es nicht E-Sport heissen darf (obwohl man für E-Sport genauso hart trainieren muss, aber nun mal andere Fähigkeiten, und obwohl einige Sportarten wie Golf kaum physische Kraft benötigen und obwohl Schach als Denksport gilt), wie wollt ihr es denn dann nennen, damit es euch genehm ist? Ich glaube, das ist euch aber egal. Ihr, die ihr euch ab dem Wort stört, stört euch doch schon prinzipiell daran, dass das alte Klische vom versifften Gamer nicht zieht und man damit sogar richtig viel Kohle verdienen kann.

  • Gamer am 30.07.2019 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist Sport

    Golf, Schach oder Autorennen gelten auch als "Sport" wenn da jemand kommt und darüber meckert dass das eigentlich kein Sport sei ist aber der Teufel los! Die Gesellschaft hat offenbar einfach keine Ahnung und denkt E-Sportler seinen dicke, faule, pizzamampofende, unselbstständige Suchtis. Wenigstens gibts im ESport keine Dopingskandale wie auf der Tour de France oder im Schwimmen oder, oder, oder.......

  • Murana am 30.07.2019 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Egal

    Es ist kein körperlicher Sport, das sicher nicht, aber es braucht auch immenses Training. Und wie bei körperlichem Sport, kann man es auch hier übertreiben. Alles auf so hohem Niveau ist nicht mehr ganz gesund. Die Körper von Roger und Nadal sind auch kaputt.