Rückkehr der Mondnazis

25. März 2019 21:59; Akt: 25.03.2019 21:59 Print

«Steve Jobs ist ein Reptilienmensch»

«Iron Sky: The Coming Race» läuft seit kurzem in den Schweizer Kinos. Der Drehbuchautor erzählt, was es mit dem Steve-Jobs-Kult auf sich hat.

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Weil die Erde durch eine nukleare Apokalypse zerstört worden ist, sitzen die letzten noch übrig gebliebenen Menschen auf dem Mond fest. So beginnt «Iron Sky: The Coming Race», der zweite Teil der kultigen Science-Fiction-Komödie des finnischen Regisseurs Timo Vuorensola.

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Unter den Menschen auf dem Mond hat sich eine Art Kult um die Lehren von Steve Jobs entwickelt. Was es mit diesen so genannten Jobisten auf sich hat, erläutert der amerikanische Drehbuchautor Dalan Musson im Interview.

Dalan Musson, worum geht es in «Iron Sky: The Coming Race»?
Nach den Ereignissen des ersten «Iron Sky»-Films sind die übrig gebliebenen Menschen auf dem Mond gefangen. Ihre einzige Überlebenschance besteht darin, dass eine Gruppe von Helden zum Mittelpunkt der Erde reist und den Heiligen Gral findet.

Was haben Mondmenschen mit Steve Jobs zu tun?
Ich glaube, dass Menschen naturgegeben nach Bedeutung, Antworten und Anführern suchen. In das ideologische Vakuum, das durch den Mangel an Nazis auf dem Mond entstand, musste jemand Neues treten.

Wie kamen Sie auf diese Idee?
Diese Idee ist nicht mir zuzuschreiben. Regisseur Timo Vuorensola kam mit dem Filmkonzept zu mir, inklusive der Jobisten, die anstelle der Nazis die ideologische Führung auf der Mondbasis übernommen hatten. Von da an habe ich die Story einfach weitergesponnen.

Was für eine Figur ist Steve Jobs im Film?
Ich versuchte, ihn so realitätsnah wie möglich zu gestalten – als formwandelnden Reptilienmenschen und Kampfkunstmeister.

Was hat der Anführer des Jobs-Kults im Film für eine Rolle?
Jede Bewegung braucht einen, der dem Rest der Menschen beibringt, wie man «anders denkt» [Anm. d. Red.: «Think Different» war früher der Slogan von Apple]. Jemand, der anderen hilft, Sinn in das Chaos im Universum zu bringen. Wer ist da besser geeignet als Tom Green [Anm. d. Red.: der Schauspieler, der die Rolle spielt]?

Um was geht es denn beim Steve-Jobs-Kult?
Im Mittelpunkt stehen vor allem Einheitlichkeit, Konformität und Profit. Er gibt den Menschen etwas, an das sie glauben und wo sie dazugehören können. Ziel war es, so nahe an der Realität zu bleiben, dass sich die Zuschauer unwohl fühlen. Dann haben wir es noch zwei Schritte weiter in Richtung Lächerlichkeit getrieben.

War es schwierig, den Steve-Jobs-Kult zu erfinden?
Wir mussten nicht sehr hart arbeiten, um Vergleiche zur Realität ziehen zu können – um es vorsichtig auszudrücken. Gute Satiren und Parodien sind Nachbarn der Realität. Menschen lieben es, sich zugehörig zu fühlen und sich gleichzeitig auch abzugrenzen. Ich definiere mich beispielsweise darüber, mit welchem Smartphone ich arbeite. Und ich bin ein PC-Gamer.

Im Film treffen Steve Jobs und Hitler aufeinander. Geht diese Begegnung gut aus?
Nicht für alle Beteiligten.

Kommen im Film weitere Tech-Persönlichkeiten vor?
Mark Zuckerberg hat einen kurzen Auftritt. Eine Idee, mit der wir im Film gespielt haben, ist die Verschwörungstheorie, wonach die Weltregierung aus Reptilienmenschen besteht, die hinter den Kulissen an der Kontrolle der Bevölkerung arbeitet. In der heutigen Welt ist Technologie allgegenwärtig, und wer Informationen besitzt, hat Macht. Steve Jobs war eine Möglichkeit, die Technologie zu personifizieren. Mark Zuckerberg nutzten wir, um die Informationsseite zu repräsentieren.


Der Trailer zum Film «Iron Sky: The Coming Race». (Video: Praesens-Film)

(swe)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markovix am 25.03.2019 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja ja nur im Film

    Wusst ich s doch! Wieder ein Zeichen dafür dass es Reptiloide gibt. Hillary ist die Schwarmkönigin. So glaubt mir doch, bevor es zu spät ist.

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  • Doktor Mabuse am 25.03.2019 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlefaz

    Lässig, endlich ein weiterer Schlefaz für die Welt!

  • S. Arkasmus am 25.03.2019 23:23 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt.

    Der Film an sich ist recht gut, mein grösster Respekt allerdings haben diejenige die den Film auf 2 Stunden geschnitten haben.. die Handlung selbst wäre nämlich in 45 Minuten erzählt... XD

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Heidi Heidnisch am 26.03.2019 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut vs Böse

    Das wissen doch alle, dass der uralte Krieg zwischen Gut und Böse auch unter den zwei Alienrassen, Reptiloiden und Insektoiden stattfindet. Und da die Reptiloiden erwiesenermassen die Bösen sind (laut David Icke, und der muss es ja wissen), und da Jobs ganz klar einer der Guten ist, muss Jobs logischerweise ein Insektoide sein. Also ist dieser Film als realitätsfremd einzustufen.

  • S. Arkasmus am 25.03.2019 23:23 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt.

    Der Film an sich ist recht gut, mein grösster Respekt allerdings haben diejenige die den Film auf 2 Stunden geschnitten haben.. die Handlung selbst wäre nämlich in 45 Minuten erzählt... XD

    • Mike am 25.03.2019 23:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @S. Arkasmus

      So gut waren die Schneider doch nicht, dauert der Film doch nur 90min. ;)

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  • DS9 am 25.03.2019 23:16 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ideen mehr?

    Hätte es den 2 Weltkrieg nie gegeben, so hätten die in Hollywood keine Ideen.

    • Pablo am 26.03.2019 11:41 Report Diesen Beitrag melden

      @DS9

      Und die Kameras wie auch Film währen nicht so hoch entwickelt und viele Elektronischen Geräte währe später wenn überhaupt erfunden oder verbessert worden. Und nach dem 2. Weltkrieg das gleiche nochmals mit Nasa. Der ganz WW2 hat uns erst die jetzige Technik gebracht. Ist fast ein bischen verstörend wenn man denkt dass bis oder für das Smartphone über 30Millionen Menschen sterben mussten. Ohne Krieg, keine Investition.

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  • Pedro am 25.03.2019 23:01 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mal wirklich eine Komödie

    Der erste Teil war herrlich. Der zweite versucht auf weiten Teilen nicht mal witzig zu sein, sondern ist einfach ein schlechter Actionfilm. Dass man eine derart absurde Prämisse so ironiefrei abhandeln kann...

    • Almodovar am 26.03.2019 00:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pedro

      ob sich da nicht bloss ein ideologisch gefangener Zuschauer ertappt fühlt? ... ;)

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  • Neumann am 25.03.2019 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kompott schmieden

    Mangel an Nazis? I wo? Zudem ist längst erwiesen, dass die US Space-Force zusammen mit der terrestren Alien-Delegation und den Chemtrail-Verantwortlichen der grossen Geheimdienste ein grösseres Kompott geschmiedet haben. Die Mond-Rückseite und die erste Marssonden-Basisstation gehören ebenso dazu. Die Roswell-Story ist ja hinlänglich bekannt, nehme ich mal an, also sollte jeder durch etwas Nachdenken von selbst draufkommen.