Von Satellit fotografiert

27. Juni 2011 11:02; Akt: 27.06.2011 11:25 Print

«Totes» Kreuzfahrtschiff bei Google Maps

In Deutschland gebaut, lief die «World Discoverer» am anderen Ende der Welt auf Grund. Im Internet kann das Wrack besucht werden.

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Auf dem Kartenausschnitt von Google Maps von einer Bucht in Neuseeland soll ein rund 14 Meter langes Seeungeheur zu sehen sein, berichten australische Medien im Dezember 2014. Der Entdecker, ein Ingenieur aus Hamilton, glaubt, dass die Kreatur weder Hai noch Wal ist. Auch sollen die Wellen nicht einfach das Kielwasser eines Bootes zeigen, sagt der Entdecker. Denn Boote in einer anderen Bucht in der Nähe hätten weissen Schaum auf dem Kielwasser. Im April 2014 machte ein Bild von einem Seeungeheuer in einem schottischen See die Runde. Zeigt das Bild etwa Loch Ness? Fehlanzeige! Kurz darauf entpuppte sich das «Seeungeheuer» als Boot. Leserreporter Robert Merkli hat Mitte Februar 2013 dieses Flugzeug auf Google Maps über Dietikon bei Zürich entdeckt. Wenn man Hurdäckerstrasse 38, Zürich, ins Suchfeld eingibt, tauchen gleich zwei Flugzeuge auf - es dürfte sich aber um dieselbe Maschine handeln. Über Richterswil schraubt sich ein Helikopter durch die Luft. Im Südwesten Englands bei Swindon tauchte im September 2011 plötzlich diese Qualle im Acker auf. Worauf uns Leserreporterin Annette K. dieses Herz schickte. Google Earth fand es bei Oberstammheim im Kanton Zürich. Mit der «World Discoverer» wurden zahlreiche Expeditionen in abgelegene Meeresgegenden gemacht: Dann wurden die Salomon Islands zur unfreiwillig letzten «Ruhestätte» des Passagierschiffs. Phallus-Symbole auf einem Schulrasen in Neuseeland, verewigt auf einem Satellitenbild in Google Earth. Auch im australischen Melbourne haben Studenten einen Rasenplatz verunstaltet. Ist das tatsächlich Nessie, das Seeungeheuer von Loch Ness? Während Nessie auf Google Earth auftaucht, verschwindet in Australien einfach mal so ein Highway. Zwischen den Zügen ist ein Auto quer geparkt. Der Schatten würde sicherer fliegen. Eine Botschaft in Sidney. Verkehrschaos in Baghdad. Ein Unfall mit einem Kran. Ein Indianer im Sand - offenbar inklusive Kopfhörer. Ist das ein Erdbeben im Wasser oder ist etwas Schweres ins Wasser gefallen? Dies wurde als die versunkene Stadt Atlantis angepriesen und als Software-Fehler entlarvt. Wer oder was soll hier treffen? Ist das Schiff über Nacht so schnell gewachsen? Der Unfall des Lastwagens wurde hiermit verewigt. Ein Flugzeug macht das Feld gleich viel spannender. Nahe Baghdad befinden sich diese gigantischen Spuren, welche einem Reifenabdruck gleichen. Das Ende der Autobahn A71. Perfekt parkiert. Der britische Lancaster Bomber aus dem Zweiten Weltkrieg über der Ortschaft Huntingdon. Ein weiteres militärisches Flugobjekt: Ein Cruise Missile fliegt durch die Wüste Nevada. Und so sieht es aus, wenn man Atombomben testet: Ein Krater in der amerikanischen Mojave-Wüste. Landschaften erzeugen Bilder: Der «lachende Wolf» der Galapagosinsel. Ein Wunder? Ein Jesusbild (mehr: ) in einer Sanddüne der mexikanischen Wüste. Auch Wald und Felder eröffnen ungeahnte Möglichkeiten für persönliche Rachefeldzüge: eine Beleidigung in der Nähe des kleinen Städtchens Billingley. Heiratsantrag 2.0.

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Die «World Discoverer» wurde 1974 gebaut, um Kreuzfahrtpassagiere an die entlegensten Orte des Planeten zu bringen. Und genau an einem solchen Ort hat das Schiff vor zehn Jahren seine letzte Ruhestätte gefunden. Die «World Discoverer» liegt auf einer Sandbank vor den Salomonen. Die «Solomon Islands» bilden einen Inselstaat im südwestlichen Pazifik, östlich von Neuguinea. Zu den bekannteren Nachbarn gehören die Fidschi-Inseln.

Rumpf aufgeschlitzt

Ein nicht auf den Seekarten eingezeichnetes Riff wurde dem Schiff am 30. April 2000 zum Verhängnis. Der Rumpf der «World Discoverer» wurde aufgeschlitzt. Um das Sinken zu verhindern, setzte der Kapitän das Schiff weiter südlich auf Grund. Noch immer liegt das Wrack mit 38 Grad Schlagseite vor der Insel, wie aus dem Wikipedia-Eintrag hervorgeht.

Es muss eine traumhafte Lage sein, wie die Aufnahme bei Google Maps erahnen lässt. Auf dem Satellitenbild ist das zur Seite geneigte Schiff in der türkisfarbenen Bucht gut zu erkennen. Dort liegt die World Discoverer und bräunt ihren Bauch, wie Gizmodo mit poetischem Unterton festhält.

Aus Helikopter gefilmt

Nachfolgend ein bei YouTube gefundener Film, der 2003 aus einem vorbeifligenden Helikopter gedreht wurde.