Trojaner befällt Macs

12. April 2012 11:23; Akt: 13.04.2012 11:19 Print

«User wähnen sich in falscher Sicherheit»

In der Schweiz sind angeblich 800 Macs vom sogenannten Flashback-Trojaner befallen. Switch will die betroffenen Benutzer nun via Internet-Provider informieren.

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Der Flashback-Trojaner verbreitet sich über eine Sicherheitslücke in der Programmiersprache Java.

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Der Schweizer Internet-Dienstleister Switch arbeitet mit der russischen Computer-Sicherheitsfirma Dr. Web zusammen, um den sogenannten Flashback-Trojaner zu bekämpfen. Switch habe exklusive Informationen über Schweizer Mac-Systeme erhalten, die mit dem Flashback-Trojaner infiziert sind, heisst es in einer Medienmitteilung vom Donnerstag. Switch analysiert laut Miteilung täglich die Daten über die infizierten Systeme und informiert die Internet-Service-Provider, damit diese wiederum ihre betroffenen Kunden informieren können.

Aussergewöhnlich am Flashback Trojaner sei, dass zum ersten Mal im grösseren Stil Mac-Computer betroffen seien. Weltweit sollen geschätzte 650 000 Apple Rechner infiziert sein, in der Schweiz sind es bislang nur 0,1 Prozent, dies entspricht rund 800 Computern.

«Leider wähnen sich Mac-Benutzer heute oft in falscher Sicherheit», sagt Serge Droz, Leiter der Sicherheitsabteilung von Switch. «Bei unserer täglichen Arbeit beobachten wir immer häufiger auch Angriffe auf Mac-Systeme.» Wer mit dem Mac sicher surfen wolle, solle sich an die folgenden einfachen Sicherheitsregeln halten: 1. Automatische Software-Updates aktivieren. 2. Ein aktuelles Antiviren-Programm sowie eine Firewall installieren, die auch ausgehende Verbindungen kontrolliert.

Sicherheitslücke in Java

Der Flashback-Trojaner ist wegen Doctor Web, einem russischen Hersteller von Antivirenprogrammen, in die Schlagzeilen geraten. Das Schadprogramm verbreitet sich über eine Lücke in der Programmiersprache Java - die Infektion erfolgt in der Regel beim Aufrufen einer präparierten Webseite. Die Rechner könnten anschliessend von Kriminellen zu einem Botnetz verbunden und ferngesteuert werden. Vor allem Rechner in den USA, Kanada und Grossbritannien sind offenbar betroffen.

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Der Flashback-Trojaner ist schon länger bekannt. Die Schadsoftware versucht Nutzer zum Herunterladen einer Software zu bewegen, indem sie sich als Flash-Player im Internet ausgibt. Den Mac-Nutzern empfiehlt Doctor Web, ein von Apple bereitgestelltes Sicherheits-Update zu installieren, mit der die Lücke in Java geschlossen wird.

Unter www.flashbackcheck.com können Mac-Benutzer prüfen, ob ihr Computer mit dem Trojaner infiziert ist. Die Sicherheitsfirma F-Secure stellt ein kostenloses Tool zur Verfügung, mit dem der Schädling entfernt werden kann.

Update 13. April:

Apple hat ein weiteres Java-Sicherheitsupdate veröffentlicht. Es enthält ein Tool, um den Mac-Trojaner namens Flashback zu entfernen. Sollte das kombinierte Update bei der Installation den Flashback-Trojaner finden, wird die Schadsoftware entfernt. Allerdings steht das Java-Sicherheitsupdate nur für aktuelle Versionen des Betriebssystems zur Verfügung. Mac OS X 10.5 (Leopard) und frühere Versionen werden nicht versorgt, wie golem.de berichtet.

(dsc/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bit am 13.04.2012 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dr. Web

    Und Dr. Web als russischer Hersteller von Anivirenprogrammen ist wohl Partner von Dr. Hack, dem russischen Hersteller von Virenprogrammen...

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  • Thomas Jetzer am 12.04.2012 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Dubiose Seite...

    Ich habe gestern unter den Check gemacht und mein Mac war infiziert. Habe dann das gratis Tool installiert und den Trojaner "entfernt". Nach dem Neustart war der Trojaner noch immer da... ich frage mich ob dieser Check seriös ist, zumal man Hinweise auf Kaspersky Antivir Programme findet...

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  • Mike am 12.04.2012 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    0,1% ??? iPhone, iPad, etc.

    Früher machten die Mac's wirklich nur knapp 1% der in der Schweiz benutzten PC's aus (Weltrekord!!!). Durch die grosse Verbreitung von iPhone, iPad, MacBook, etc. wird es immer interessanter auch Schadprogramme zu entwickeln, welche auf diesen Systemen Schaden anrichten können (alle Apple-Produkte arneiten mit dem Selben oder einem ähnlichen Software-Kern). Von dem her ist zu erwarten, dass in Zukunft vermehrt angegriffen werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Admin am 13.04.2012 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheitsregeln

    Es gibt KEIN sicheres Antiviren System, man kann jedes System umgehen das einzige sichere Antivirus ist das eigene Gehirn! Kostet nichts und ist Sicherer als jedes Avast. Was bringt mir ein Antivirus wenn ich auf unbekannten Seiten irgendwelche Programme runter lade die alle Infiziert sind und so eine gute Verschlüsselung haben das sie nicht erkennbar sind fürs Antivirus ?! gar nichts... am besten immer Kommerzielle Seiten benutzen! Liebe Grüsse HackBase F-H

  • Willi Tell am 13.04.2012 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    An alle Windows Basher

    Wieso wird im Zusammenhang mit Windows (egal welche Version) immer über Gebastel und Probleme gejammert? Ich arbeite seit 20 Jahren mit den verschiedensten Windows OS, meine Maschinen (beruflich, privat, im Familien-Umfeld) laufen seit Jahren problemlos mit XP und Win7 ohne dass je ein Blue-Screen oder sonstige Probleme auftauchen würden. Was macht ihr denn alle falsch??? Ich kann das einfach nicht verstehen...

  • Kommentare leser am 13.04.2012 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Trojaner ist kein Virus

    Es scheint, dass einige hier die Begriffe Trojaner und Virus vermischen. Das sind aber zwei komplett verschiedene Arten von Schadprogrammen. Und weiter sollten viele User lernen nicht überall einfach auf "Installieren", "OK" usw. zu klicken oder sogar das Admin Passwort ein zu geben ohne das warum oder für was zu überlegen. (nacked.irgendwer.xy und sofort wird geklickt)

    • Digitus am 15.04.2012 15:26 Report Diesen Beitrag melden

      tja war ja abzusehen

      egal - technisch zwar richtig - aber die Mac-Familie ist eben auch von diesem Uebel betroffen - auch wenn Apple un dBetroffenen es nie zugeben würden.

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  • Adi Bühler am 13.04.2012 10:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Faulheit der User?

    Gerade in der Schweiz gibt es so viele User unterschiedlicher Systeme (PC, Mac, iOS, Android etc.), die NIE (!!!) irgendwelche Updates durchführen! Weshalb das so ist, ist mir völlig unverständlich. Aber genau so werden solche Angriffe ja provoziert. Würde mich nicht wundern, wenn hierzulande noch Systeme mit irgendwelchen Steinzeit-Viren infiziert sind, weil die User zu faul sind, die Updates zu installieren. Oder sogar an irgendwelchen dubiosen Verschwörungstheorien als Begründung festhalten. Einfach lächerlich sowas!

    • Heini Müller am 13.04.2012 12:04 Report Diesen Beitrag melden

      Perspektive?

      wieso "gerade"? Die "awareness" in der Schweiz ist im internationalen Vergleich ja noch hervorragend. Schau Dich mal um!

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  • Cora am 13.04.2012 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Kann immer etwas passieren

    Das grösste Sicherheitsrisiko am PC ist immer der Benutzer, der davor sitzt. Selbst mit einem Apple oder Linux PC kann etwas geschehen nur ist da das Risiko signifikant kleiner als bei einem Windowsrechner, auch wenn Windows sehr stark dazu gelernt hat um das Betriebssystem sicherer zu machen.