ACTA

01. Juli 2010 13:38; Akt: 07.02.2011 13:59 Print

«Vergessen wir das Urheberrecht»

von Henning Steier - In Luzern wird zurzeit über ein weltweites Anti-Piraterie-Abkommen verhandelt. Harvard-Ökonom Felix Oberholzer-Gee hält solche Pläne für falsch und präsentiert im Interview eigene Ideen zur Rettung der Unterhaltungsindustrie.

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Piraterie zwingt die Unterhaltungsindustrie, ihr Geschäftsmodell zu überdenken. Bild: Colourbox

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Heute Abend endet die neunte Verhandlungsrunde über das internationale Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) in Luzern. Hinter verschlossenen Türen sprechen Vertreter aus den USA, der EU, Japan und acht weiteren Ländern, darunter auch die Schweiz, über Massnahmen gegen Piraterie. Mitte April war ein erster Entwurf veröffentlicht worden, der zeigt, dass es um Ideen wie Netzsperren, iPod-Durchsuchungen und kriminalisierte Downloads geht.

Dieses Mal hatten auch Piratenparteien aus der Schweiz, Österreich und Deutschland einen Termin. Nach ihrer Demonstration übergaben sie den ACTA-Verhandlern eine Liste, deren 4400 Unterzeichner einen Stopp der Gespräche fordern. «Grundsätzlich war die Haltung zu unseren Vorwürfen abweisend», schrieb Denis Simonet, Chef der eidgenössischen Landesgruppe, in seinem Blog, «im Grossen und Ganzen seien alle notwendigen Informationen (über die Webseiten der Delegationen verstreut) im Internet verfügbar. Auch wurde uns versichert, dass 3-Strikes und Grenzmassnahmen für Patente vom Tisch seien. Eine weitere wichtige Information ist, dass keine total neuen Vorschläge mehr in ACTA einfliessen werden.»

Negative Kritik hatten die Verhandlungspartner bereits Anfang der Woche von vier Verbänden der europäischen Kommunikationsindustrie geerntet. In einer Mitteilung von EuroISPA, GSMA, ETNO und Cable Europe, lehnten sie eine stärkere Überwachung des Datenverkehrs ab. Man arbeite bereits auf gesetzlicher Grundlage mit den Behörden und der Unterhaltungsindustrie zusammen. Das beste Mittel, um Raubkopierer zu bekämpfen, seien attraktive legale Angebote. Unterstützung erhalten sie nun von Felix Oberholzer-Gee. Der 49-jährige Ökonom ist seit sieben Jahren Professor an der Harvard Business School. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde er 2004 mit einer Studie, in der er keinen Zusammenhang zwischen den CD-Verkäufen und der Downloadzahl eines Songs finden konnte. Filesharing sei also keineswegs in dem Masse für die Krise der Musikbranche verantwortlich wie bislang angenommen, folgerte Oberholzer-Gee.

20 Minuten Online: Die EU-Kommunikationsindustrie hat vor den Plänen der ACTA-Verhandlungsgruppe gewarnt. Zu Recht?
Felix Oberholzer-Gee: Auf jeden Fall, denn würden beispielsweise Provider gezwungen, ihre Kunden zu überwachen, müssten Raubkopierer Technologien zur Anonymisierung ihres Surfverhaltens nutzen. Das wiederum träfe viele Internetunternehmen wie Facebook empfindlich. Denn ihr Geschäftsmodell läuft darauf hinaus, dass sie analysieren können, wer mit wem in Kontakt steht. Die ACTA-Vorschläge sind der klägliche Rettungsversuch einer Industrie, die ihr neues Geschäftsmodell noch nicht gefunden hat.

Was schlagen Sie den Unternehmen vor?
Firmen, die eine enge Vorstellung davon haben, was sie anbieten, können langfristig nicht erfolgreich sein. Das Motto «Ich bin in der Musikindustrie und verkaufe runde Dinge» hat sich als fatal erwiesen. Es ist wie bei den Medien: Das Interesse der Leute an Nachrichten ist nicht weniger geworden, man konsumiert sie nur anders als früher und darauf müssen sich Anbieter einstellen. Wir haben einst untersucht, was geschieht, wenn Print-Anzeigenverkäufer Online-Werbung anbieten sollen – es hat in den meisten Fällen nicht funktioniert, denn sie waren nicht bereit, sich auf neue Vermarktungsmöglichkeiten einzulassen, die das Internet bietet. Man nehme nur einmal die Websites vieler Zeitungen in den USA: Sie sehen aus wie das Printprodukt. Das mag einer gewissen Zahl von Nutzern reichen. Die Masse erreicht man damit aber nicht.

Schön und gut – aber was heisst das für die Musikindustrie?
Niemand kann so gut Aufmerksamkeit für Künstler erzeugen und daraus sollte man Kapital schlagen. Das gilt übrigens auch für Filme und Spiele. Wir beobachten in der Regel eine starke Zunahme des Austauschens bestimmter Inhalte, sobald eine Kampagne für sie angelaufen ist. Das Geschäftsmodell der Firmen sollte sich also dem von Werbeagenturen annähern.

Reicht das wirklich für ein tragfähiges Geschäftsmodell?
Es kann in jedem Fall nur ein Anfang sein. Aber die Zeit drängt. Professor Joel Waldvogel von der University of Pennsylvania hat untersucht, wie viel Studenten für Musik zahlen würden. Er hat zum Beispiel errechnet, um wie viel sich der Umsatz der Plattenfirmen erhöhen würde, wenn bei iTunes nicht alle Songs gleich teuer wären, sondern Kunden beispielsweise für die Top 10 der Charts einen Aufpreis zahlen müssten. Das Ergebnis: 99 Cent ist nicht der optimale Preis für alle Songs, aber die Umsatzsteigerung durch selektive Anhebungen von Preisen wäre marginal, denn die Zahlungsbereitschaft der Umfrageteilnehmer wuchs nicht besonders stark. Mit anderen Worten: Ein magisches Modell, mit dem sich Kundenmassen zum kostenpflichtigen Herunterladen von Musik gewinnen lassen, scheint vorerst nicht in Sicht.

Gibt es Ausnahmen, für die man weiterhin bezahlen wird?
Mittelfristig vielleicht noch für klassische Werke und Volksmusik, weil deren Fans gemeinhin nicht als technologieaffin gelten. Es gibt mit Sicherheit einen Gewöhnungseffekt: Heutige Teenager haben in der Regel mehr urheberrechtlich geschützte Musik heruntergeladen als gekauft. Ein Mittelweg könnten Streaming-Angebote wie Spotify sein. Aber auch hier zeigt sich, dass sie den Kunden in der Regel nur ein paar Franken monatlich wert sind und damit Umsatzverluste nicht ausgleichen können. In China hat Google als Konkurrenz zum Marktführer Baidu ein kostenloses Musikangebot gestartet, wofür der weltgrösste Suchmaschinenanbieter zahlen muss. Vielleicht gibt es bald Wohnungen mit Musikflatrate, in denen die Miete höher ist. Einen anderen Ansatz zeigt Rupert Murdochs Plan, Artikel seiner Nachrichtenseiten künftig für die Suchroboter von Google zu sperren und von Microsoft Geld zu verlangen, damit die Suchmaschine Bing Zugang erhält.

In Ihrem im Frühjahr erschienenen Aufsatz «Filesharing and Copyright» plädierten Sie für eine grundlegende, weltweite Reform des Urheberrechts. Wie stellen Sie sich diese vor?
Die Idee des Urheberrechts ist es nicht, der Unterhaltungsindustrie Einnahmen zu garantieren. Es soll dafür sorgen, dass es ein breites kulturelles Angebot gibt. Wenn man das im Hinterkopf behält, gibt es keinen Grund, ACTA zuzustimmen. Es gilt zu fragen: Wie stark müssen die Anreize sein, damit Künstler jene Kultur produzieren, die wir uns als Gesellschaft wünschen? Man kann viele Leute motivieren, Dinge zu tun, weil sie Spass machen. Wenn mir vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass man gute Software produzieren kann, ohne jemanden dafür zu bezahlen, hätte ich ihn wohl für verrückt erklärt. Heute ist das Wirklichkeit. Denken Sie an Open-Source-Software wie Apache. Am Ende ist also zu klären, wo man Urheber- und Eigentumsrechte braucht und wo man sie weglassen kann, ohne der Gesellschaft zu schaden. Lange Zeit gab es zum Beispiel keine gute freie Tabellenkalkulation, weil es wohl für die meisten keine spannende Programmierarbeit war. Dafür gab es komplexe Software wie Linux. Warum? Weil die Leute es gern gemacht haben.

Wer soll aber einen Film wie «Avatar» produzieren, wenn die Eigentumsrechte ungesichert sind?
Ich behaupte nicht, dass man alles gratis machen kann. Aber man könnte darüber nachdenken, wie viel man für die Herstellung bezahlen muss. Nehmen wir Julia Roberts, die allein 20 Millionen US-Dollar für ihre Hauptrolle in «Erin Brockovich» bekam. Hätte sie es vielleicht auch für eine halbe Million gemacht? Gerade im kulturellen Bereich, wo es so vielen Leuten Spass macht, an etwas zu arbeiten, muss man genau überlegen, wofür man wirklich bezahlen muss. Und hier stört mich das vereinfachte Denken der Ökonomie: Wenn es keine Anreize gibt, tun die Leute gar nichts. Die Menschen machen sehr viel, allerdings nicht alles gratis. Daher mein Vorschlag: Vergessen wir das Urheberrecht und schauen mal, wo sich Lücken auftun. Wenn beispielsweise niemand mehr ernsthafte Musik schreibt, wir aber der Ansicht sind, dass sie wichtig ist, muss sie rechtlich so geschützt werden. Um noch mal auf das Beispiel Filmproduktion zurückzukommen: Den Fahrer, der das Essen zum Set bringt, muss man bestimmt bezahlen. Vielleicht gibt es aber einen Fan von Julia Roberts, der das gratis macht. Was auf den ersten Blick absurd klingen mag, veranschaulicht eine der momentan interessantesten Fragen der Managementlehre: Wie kann man die Leidenschaft der Menschen produktiv nutzen?

Lohnt sich der Aufwand überhaupt, um eine siechende Branche wie die Musikindustrie zu retten?
Es gibt auch Zahlen, die Hoffnung machen: Vor zehn Jahren erschienen in den USA rund 35 000 Alben jährlich, heute werden doppelt so viele veröffentlicht. Vom Tod der Musik durch Filesharing kann also keine Rede sein. Wenn man sich Umsätze und Gewinne anschaut, leiden die traditionellen grossen Musikunternehmen natürlich stark.

Wie kommt es, dass dennoch so viele Alben erscheinen?
Zum einen sind die Produktionskosten stark gefallen, auch der digitale Vertrieb ist günstiger geworden. Die CD ist zu einer Art Werbematerial geworden, welches man nach Konzerten in die Hand gedrückt bekommt – das habe ich in den USA schon oft erlebt – zuletzt von Cymbals Eat Guitars. Selbst wenn man an der CD nichts mehr verdient, lockt man damit Leute ins Konzert. Der Silberling ist also im Grunde zum Flyer des Künstlers geworden. Wenn man sich Einkommen der Künstler anschaut – da gibt es gute Daten aus Schweden. Dort sind die Einkünfte der Musiker im Durchschnitt gestiegen. Worüber man allerdings wenig weiss, ist, ob vor allem Künstler davon profitieren, die schon lange dabei und dementsprechend bekannt sind. Julie Mortimer, eine Kollegin an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät von Harvard, hat 2500 Fälle von Musikern untersucht und bei den meisten Einkommenssteigerungen festgestellt, vor allem, weil sie mehr Konzerte als früher spielen und die Karten massiv teurer geworden sind.

Was hat sich in den Jahren seit Erscheinen Ihrer Studien geändert?
Der erste Aufsatz erschien 2004, aber die Daten waren von 2002. Filesharing war mühsam, es hat ewig gedauert, was man suchte, war schwer zu finden. Viele Netzwerke waren regelrecht verseucht. Von der Untersuchung sollte man also nicht ohne weiteres auf die heutigen Zusammenhänge schliessen. Das ist eine der grossen Schwierigkeiten, die wir bei der Forschung haben: Fast zehn Jahre, nachdem Filesharing zum Volkssport geworden ist, sind wir immer noch die Einzigen, die sich wirklich einmal wissenschaftlich angeschaut haben, was die User in den Netzwerken tun.

Halten Sie das immer wieder zu hörende Lamento, die Umsätze der Musikindustrie gingen vor allem wegen Piraterie zurück, weiterhin für unberechtigt?
Zumindest als einzige Ursache will ich das nicht gelten lassen. Bei Erscheinen des ersten Aufsatzes war es auf jeden Fall falsch, denn wir fanden keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Beliebtheit eines Titels in Tauschbörsen und geringerem Umsatz. Im Gegenteil: Piraten waren unseren Untersuchungen von Logfiles zufolge vor allem auf Songs aus, die vorn in den Charts zu finden sind. Die Diskussion hat sich heute verlagert. Weshalb genau die Umsätze fallen, ist zweitrangig geworden. Fakt ist, dass sie stark zurückgehen. Ob es daran liegt, dass es Konkurrenz durch Videospiele gibt oder aber immer mehr Raubkopierer – beides wird sich in Zukunft nicht ändern lassen.

Sie bieten mittleren Managern der Unterhaltungsindustrie einerseits viertägige Seminare an, die 8000 US-Dollar kosten. Andererseits klingen Sie insgesamt ziemlich pessimistisch. Was sollen die Teilnehmer dann noch von Ihnen lernen?
Früher waren sie nur aufs Filesharing fixiert, mittlerweile sind die meisten beinahe agnostisch eingestellt, kaum jemand setzt noch auf rechtliche oder technische Lösungen wie hohe Strafen oder Kopierschutz. Das verbuche ich als Erfolg.

Zumindest die Teilnehmer der ACTA-Verhandlungen scheinen derlei aber noch zu erwägen. Was halten Sie davon?
Das ist absurd: Jeder rechtliche Sieg der Industrie hat ihre Situation verschlimmert. So hat man bei Napster wenigstens gewusst, wer die Nutzer sind und was sie gern mögen. Man hätte ihnen Werbung schicken können und sie persönlich kontaktieren können – all das, was man heute zum Beispiel vergleichsweise mühsam über Facebook versucht. Die Industrie mag im Gerichtssaal gewinnen, aber schon wartet die nächste Entwicklungsstufe des Filesharings: Dezentrale Netzwerke, alles wird Open-Source und dann gibt es keine Firmen mehr, die man verklagen kann.

Sie spielen auf BitTorrent an. Was aber ist mit One-Click-Hostern wie RapidShare? Das Schweizer Unternehmen hat im Mai vom Oberlandesgericht Düsseldorf bestätigt bekommen, dass es nicht für Urheberrechtsverletzungen seiner Nutzer haftet.
Der Videorecorder wäre fast nicht auf die Technik-Welt gekommen, weil die Unterhaltungsindustrie sich dagegen gewehrt hat. Es sei ein Gerät um Raubkopien herzustellen, hiess es. Dann gab es den berühmten Entscheid des Obersten Gerichtshofes in den USA: Wenn die Technologie auch legale Funktionen hat und ihr Anbieter nicht vorab sagen kann, wofür genau der Kunde sie überwiegend verwendet, dann gibt es nichts zu beanstanden.

Sind Musik, Filme und Software zu teuer?
Man darf nicht mehr über Preise von Einzelprodukten nachdenken; das sind immer Bündel – zum Beispiel Musik, MP3-Player und Konzertkarte. Verschiebungen gibt es also nur im Gesamtzusammenhang. Wenn Apple sich also angeblich für tiefere Song-Preise einsetzt, dann mit dem klaren Ziel, dass iPods teurer werden sollen. Überspitzt formuliert, wäre es also den Konzertveranstaltern am liebsten, wenn Musik gratis wäre, weil dann Tickets teurer werden könnten.

Heutzutage geht der Wert eines Songs gegen null – speziell in der Schweiz, wo der reine Download bislang nicht kriminalisiert worden ist. Sind iPods demnach zu preiswert?
Nein, denn die Margen von iPods sind so hoch, weil die Inhalte so günstig sind. Oder man nehme Sony: Die Musiksparte ist zutiefst unglücklich über Raukopien, die Elektroniksparte dürfte sich freuen. Ein anderes Beispiel sind Netzwerkausrüster: Welcher Anteil des Börsenwerts von Cisco basiert auf Filesharing? Auf jeden Fall ein nicht zu kleiner, denn konservativ geschätzt werden 60 Prozent des Verkehrs auf dem Internet2 Backbone durch den Austausch urheberrechtlich geschützter Inhalte verursacht. Jeder, der sich über einen schnellen Anschluss daheim freut, sollte Filesharern eine kleine Dankesnotiz schreiben, denn diese Infrastruktur haben wir nicht, weil wir uns gegenseitig gern E-Mails schicken, sondern weil viele gern Songs, Filme und Software stehlen.

Was ist Ihre Meinung? Sind Filesharer gar nicht so geschäftsschädigend wie die Unterhaltungsindustrie uns weismachen will? Halten Sie die These von Felix Oberholzer-Gee für absurd? Schreiben Sie bitte Ihren Kommentar ins Talkback!

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Y. Muri am 01.07.2010 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Der Markt öffnet sich, das Monopol fällt

    Bislang hatte die Unterhaltungsindustrie durch das Urheberrecht gewissermassen ein Monopol. Entsprechend waren die Preise und die Einkommen der Künstler. Filesharing bringt Konkurrenz in den Markt und öffnet ihn damit, ob illegal oder nicht spielt gar keine Rolle, aber einen einmal geöffneten Markt wird man nicht wieder monopolisieren können. Die Unterhaltungsindustrie würde also gut daran tun, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die mit Raubkopien konkurrenzieren können.

  • world wide surfer am 01.07.2010 16:50 Report Diesen Beitrag melden

    russland & Co

    ich lade Musik ganz legal zum MB preis aus Russland runter. So muss ich nicht lange suchen und hab das ganze Album, wenn ich möchte, mit einem Klick. Wenn aber endlich irgendwann jemand FLAC (Lossless) Musik anbieten würde, würde ich das vorziehen, auch wenn's teurer wäre. Problematisch ist auch der Kopierschutz beim Download von z.B. iTunes. Kaufe ich eine CD, kann ich ja schliesslich auch kopieren, soviel ich will. Die Musik in Russland online gekauft ist übrigens nicht kopiergeschützt.

  • der multiple abgezockte am 01.07.2010 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    mehrfach schon bezahlt

    Als selbständig erwerbender brauche ich eine ordentliche it-infrastruktur. Das bedeutet für jede Harddisk liefere ich etwas an gebühren (suisa-steuern) ab. jede CD mir kunden daten, selbstprogrammierten tools, dokumenten (ich habe das copyright) ... suisa abzocke! USB-Werbegeschenke.... Suisa-Abzocke. etc,etc.... ich gehe gerne und oft in konzerte (das geld geht mehrheitlich zur Band) und wenn sie covern...suisa-abzocke........ die spährlichen downloads meiner familie sind grosszügig und unfreiwillig vorfinanziert...... basta

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dave Büttler am 06.07.2010 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Urheberrecht schützen

    Klar sind viele Produkte viel zu teuer, aber das Urheberrecht muss geschützt werden. Auch bei Computersoftware. Es braucht einen digitialen Kopierschutz, damit es sich wieder lohnt in diesem Bereich auch als Kleinfirma zu arbeiten. Jeder kopiert gerne, aber jeder sollte einsehen, dass dies dringend geregelt werden muss.

  • Frank am 03.07.2010 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    geistiges Eigentum 4

    Wenn man das so betrachtet (Privileg statt Eigentumsrecht), dann lautet die Frage nämlich nicht mehr "wie können wir Diebstahl von geistigem Eigentum verhindern", sondern "wie können wir Anreize für die Schöpfung hochwertiger immaterieller Werke schaffen". Die Antworten auf die zweite Frage werden der Verwertungsindustrie möglicherweise nicht gefallen, deswegen versteift sie sich auf die erste Frage und auf den Begriff des "geistigen Eigentums". Sie als Künstler aber würden von den Antworten auf die zweite Frage vermutlich eher profitieren...

  • Frank am 03.07.2010 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    geistiges Eigentum 3

    Von "geistigem Eigentum" und "Enteignung" zu sprechen zeugt aber von einer verzerrten Vorstellung: Ideen (und damit auch Musikstücke und Software gleichermaßen) kann man im Gegensatz zu materiellen Gütern nicht "besitzen"; sobald man sie äußert, hat man keine Kontrolle mehr über Ihre Verbreitung. Copyright und einige Aspekte des Urheberrechtes bieten höchstens ein befristetes "Verwertungsprivileg", das zwar Ihnen als Künstler als Einkommensgelegenheit dienen soll, aber keinesfalls mit Eigentum verwechselt werden darf.

  • Frank am 03.07.2010 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    geistiges Eigentum 2

    Als offensichtliches Beispiel mögen hier Computerspiele dienen, aber auch bei der "ernsthaften" Anwendungssoftware gibt es zahlreiche Beispiele. Ein natürliches, nicht-übertragbares Urheberrecht will ich Ihnen nicht absprechen: Niemand außer Ihnen darf Ihr Werk als sein eigenes ausgeben und ein Vorführer Ihres Werkes muss (sofern Sie das wünschen) seinem Publikum mitteilen, dass Sie der Urheber sind.

  • Frank am 03.07.2010 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    geistiges Eigentum

    @Patrik Walzer: Es ist zwar in Bezug auf Urheberrecht und Copyright ohnehin irrelevant ob etwas Kunst ist oder nicht, aber Software grundsätzlich als "Gebrauchsgegenstand" abzutun und damit einen größeren Schutzbedarf "echter" Kunst zu implizieren ist eine argumentative Sackgasse: Bei der Entwicklung von Software werden laufend echte Designentscheidungen getroffen, die nicht durch den praktischen Zweck vorgegeben sind. Diese erfordern Intuition und Gefühl und können von Nutzern ohne Weiteres als "kunstvoll" oder gar "schön" empfunden werden.