Illegal?

24. Juli 2014 17:55; Akt: 25.07.2014 15:19 Print

Überall Knatsch um Taxivermittlung Uber

In ganz Europa sorgt Uber für rote Köpfe: Mit Berlin und Hamburg haben nun zwei weitere Grossstädte den Taxidienst komplett verboten.

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Die digitale Taxivermittlung Uber aus San Francisco – derzeit in rund 150 Städten verfügbar – eckt weiter an: Während dem Service in Zürich vor allem von Seiten der konventionellen Taxi-Unternehmen und -Fahrer ein rauer Wind entgegenbläst, bekommt es das Unternehmen in Deutschland zunehmend mit den Behörden zu tun. Hier war Uber bisher in Berlin und München präsent und will nun auch in Hamburg und Frankfurt Fuss fassen.

Ganz einfach dürfte das nicht werden: Das Landgericht Berlin hat dem US-Unternehmen eben erst auf Druck der örtlichen Taxivereinigung untersagt, «im Bundesland Berlin mittels der Smartphone-App Uber taxenähnlichen Verkehr zu betreiben». Uber unterhalte einen illegalen Taxiverkehr mit Mietwagen, wird argumentiert. Bei Uber-Fahrern handle es sich um herkömmliche Mietwagenunternehmer, die an ihren Betriebssitz zurückkehren müssten, sobald ein Fahrauftrag erledigt sei. Aus diesem Grund erkannte das Gericht im Business-Modell des US-Fahrdienstes einen Verstoss gegen das Personenbeförderungsgesetz.

Verbot auch in Hamburg

In Hamburg wurde Uber von Seiten der Verkehrsbehörde eine Untersagungsverfügung zugestellt. Hier haben die Behörden das im Uber-Angebot enthaltene Produkt UberPop ins Visier genommen. Es ermöglicht auch Privatpersonen ohne Taxilizenz, Fahrdienste mit dem eigenen Auto anzubieten. Damit verstosse Uber gegen die Bestimmungen zur Personenbeförderung, lässt sich ein Behördensprecher im «Manager-Magazin» zitieren. Wer in Deutschland nämlich Personen befördern will, benötigt wie in der Schweiz eine Taxilizenz. Vielen Uber-Fahrern in Deutschland fehlt diese aber. Uber-Fahrer müssen künftig mit einer Busse von 1000 Euro pro Verstoss gegen die Verfügung rechnen.

Uber hat allerdings bereits angekündigt, dass man sowohl in Berlin als auch in Hamburg den Service weiterhin anbieten wolle.

In verschiedenen anderen europäischen Städten wie Paris oder Brüssel ist Uber ebenfalls zurückgebunden oder gar verboten worden. Nachdem in Frankreich bereits im Januar Taxifahrer aus Protest gegen den Markteinstieg von Uber Strassensperren errichtet und Reifen von Uber-Fahrzeugen aufgeschlitzt hatten, wurde Uber-Fahrern seitens der Regierung auferlegt, zwischen zwei Fahrten jeweils 15 Minuten zu warten. Belgien indes hat den Taxidienst komplett verboten. Wer hier trotzdem Fahrgäste über die App aufnimmt, muss mit einer Busse von 10‘000 Euro rechnen.

In Zürich ganz legal

In Zürich, der einzigen Schweizer Stadt, in der Uber derzeit seine Fahrdienste anbietet, sind alle Fahrer lizenziert und ihre Autos verfügen über einen Fahrtenschreiber. Das Uber-Angebot in Zürich umfasst derzeit die drei Produkte UberBLACK (Limousinen), UberVAN (Grossraumwagen) sowie die günstigste Variante UberX (Kleinwagen). Der UberPop-Service wird hier gar nicht angeboten, wie Rasoul Jalali, General Manager von Uber Zürich, auf Anfrage von 20 Minuten festhält. Schweizer Kunden können somit weiterhin die günstige Taxi-Alternative nutzen.

(pst)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karl Kurmann am 24.07.2014 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Taxis in Zürich -zu teuer und unhöflich

    Taxis in Zürich sind 3x teurer wie in Berlin oder Barcelona. Zudem sind die Taxifahrer oftmals ortsunkundig und unhöflich - sehr oft! Ich habe echt keine Lust mehr dem Taxifahrer den Weg zu zeigen und dies zu überhöhten Tarifen. Endlich wieder normale Preise dank Uber - und hoffentlich auch freundlichere Taxifahrer. Und hoffentlich findet ein Lernprozess der Zürcher Taxifahrer statt - minimale Deutsch- und Ortskenntnisse als Mindestanforderung. Ja, und nett wäre auch angenehm.

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  • Steve am 24.07.2014 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    taxi selber schuld

    Uber ist spitze.. Service ist Super, auto sind gepflegt. Anders als bei den meisten Taxi in Zürich und deren fahrer. und es ist günstiger.. klar dass die taxi versuchen ein Verbot durchzusetzen.

  • mani am 24.07.2014 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mitfahrzentrale??

    dann muesste man auch die mitfahrzentrale verbieten welche im weitesten sinne gleich funktioniert, oder trampen muesste auch verboten werden. wenn man mit einem taxifahrer redet stoert ihn wohl mehr dass es viel zu viele taxis gibt und das angebot somit viel hoeher ist als die nachfrage. icb darf wohl selber entscheiden mit wem und zu welchen konditionen ich wohin fahre. um personen zu befoerdern brauch ich keine taxilizenz sondern einen gueltigen fuehrerschein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Inna am 05.08.2014 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist nun mal teil der Digitalisierung

    Bald fahren Autos führerlos. Schon jetzt ist Google bis heute in Kalifornien unfallfrei gefahren. Erwartet wird die erste Serie in wenigen Jahren. Dann ist der Streit eh beseitigt. Automatisch wird das nächste freie Google Auto zu einem gefahren. Alles wird effizienter. Wer etwas dagegen hat, sollte PC und Handys auf den Scheiterhaufen werfen.

  • Patrick am 29.07.2014 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    "Ubernahme"

    Uber ist eine "Ubernahme" des Transportgewerbes durch Google. Mit dem Dienst will man einen Marktanteil gewinnen (oder besser gesagt mit Subventionen erkaufen), bis man mit den automatisierten Autos, die in den nächsten Jahren auch bei uns kommen werden die ganze Branche übernehmen wird. Die Taxifahrer werden arbeitslos und der Konzern fährt dann fette Gewinne ein. Es ist spannend, dass das die Leute nicht erkennen, eigentlich ist es so offensichtlich!

  • Michael Klein am 29.07.2014 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Jammern auf höchsten Niveau

    Diese Diskussion erinnert mich stark an die Debatten über die Höhe der Bussen bei Verkehrsübertretungen - Das sind doch alles Preise die man bei normalem Verhalten nicht (Busse) oder selten (Taxi) zahlen muss ! Und die paarmal Taxi kann man sich doch schon mal gönnen. Ihr zahlt ja auch locker über 20 Franken für eine einfache Pizza, die es ausserhalb der Schweiz für ein Drittel des Preises gibt. Das scheint mir hier Jammern auf einem ganz hohen Niveau zu sein.

    • Nixda klein am 31.07.2014 10:29 Report Diesen Beitrag melden

      Schlichten auf unterstem Niveau

      Vergleich doch Äpfel mit Birnen! Die paarmal = Wieviel fährst du mit dem Taxi? Ein- oder zweimal im Jahr? Klar das ist ja nicht schlimm. Es gibt vielleicht Leute die nicht mit dem ÖV nach Hause kommen spät in der Nacht, und sich jedes Wochenende trotzdem ein Taxi gönnen müssen. Und zu deiner Behauptung: Nein! Ich hab noch nie mehr als 20.- für eine Pizza bezahlt, bin ja kein Bonz. Die Ortsunkenntnis der meisten Taxifahrer ist immens! Wie bei oberem Kommentar schon erwähnt, habe auch ich es satt den überteuerten Taxifahrern den Weg zu zeigen, oder mir die schnellste Route auszuwählen.

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  • Martial Kohler am 27.07.2014 21:41 Report Diesen Beitrag melden

    Die sollten über die Bücher...

    Wenn's irgendwie geht, absolut kein Taxi benutzen, egal, wo, weil: Zu teuer, unfreudlich bis zum geht nicht mehr, sehr oft sind die Autos nicht sauber. Ich verzichte gerne darauf und fahre mit meinem Auto, selbst wenn die Parkplätze horrent teuer sind. Ich lasse am Flughafen gerne mein Fahrzeug dort für 7 Tage: Vallet Service, das Auto geht in Privatgarage und wird noch gewaschen...!

  • Steve Müller am 26.07.2014 05:45 Report Diesen Beitrag melden

    Taxilobby

    Die Taxilobby hat es verpasst, in den eigenen Reihen die Qualität zu verbessern und versucht nun mit allen Mitteln anderen den Eintritt in den Markt zu verwehren.