Stromschlag

17. Februar 2020 14:44; Akt: 17.02.2020 16:47 Print

15-Jährige stirbt, weil ihr Handy ins Badewasser fällt

Eine Jugendliche aus Frankreich wollte ihr Handy während des Badens aufladen. Dabei rutschte es ihr aus der Hand und ins Wasser.

Es gilt: Geräte beim Baden aufzuladen, sollte unterlassen werden.
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In Marseille ist ein 15-jähriges Mädchen bei einem tragischen Unfall gestorben: Es hatte sein Smartphone mit in die Badewanne genommen und dieses mit einem Verlängerungskabel an eine Steckdose angeschlossen. Als es im Wasser lag, rutschte ihm das Telefon aus der Hand und fiel ihm auf die Brust. Das Mädchen erlitt einen Stromschlag.

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Obwohl Rettungskräfte sofort eingriffen, starb der Teenager später im Krankenhaus an einem Herzstillstand. Die Familie steht unter Schock, wie «France Bleu» berichtet. Ein Mitschüler der Verstorbenen sagt zur Zeitung: «Wir wissen eigentlich, dass wir unser Telefon nicht aufladen sollten, während wir ein Bad nehmen. Aber unser ganzes Leben spielt sich auf dem Gerät ab. Besonders ohne die sozialen Netzwerke können wir nicht leben.»

Weitere Todesfälle

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Jugendliche auf diese Art und Weise ihr Leben verliert. Im März 2019 erlitt eine 16-Jährige in München einen Stromschlag, weil sie ihr Handy in die Badewanne fallen liess. Auch sie hatte es während des Badens aufladen wollen.

Ähnlich erging es einer 21-jährigen Frau aus Voralberg im Februar 2019. Ihr rutschte das Telefon während des Aufladens ins Badewasser. Zuvor war eine 20-jährige Studentin im Jahr 2017 ebenfalls in Österreich auf ähnliche Weise gestorben. Sie hatte während des Badens mit Freunden gechattet.

Laut Experten geschehen Unfälle wie diese nur extrem selten. Sie zeigen aber, wie gefährlich elektronische Geräte im Bad potenziell sein könnten. Vor allem bei Ladegeräten aus dem Internet solle man vorsichtig sein. Davor warnte Peter Fluri, Leiter Marktüberwachung beim Eidgenössischen Starkstrominspektorat (Esti), bereits Ende 2016.

Vorsicht vor billigen Geräten

Gefälschte Adapter und Ladegeräte können mitunter gefährlich werden, da sie wichtige Sicherheitskomponenten nicht aufweisen. Das Esti testet daher regelmässig Geräte für Haushalt, Gewerbe und Büro in der Schweiz. Wer gefälschte Geräte kauft, trägt allerdings die alleinige Verantwortung dafür.

Damit man sich als Kunde nicht unbewusst einer Gefahr aussetzt, sollten laut Fluri ein paar Dinge beachtet werden: «Ein sehr tiefer Preis, eine billige Aufmachung oder ein Online-Auftritt ohne Schweizer Domizil und ohne direkten Ansprechpartner sind ein Indiz für möglicherweise mangelhafte Geräte.» Konsumenten sollten auch darauf achten, ob auf dem Produkt ein freiwilliges Prüfzeichen angebracht ist. In der Schweiz anerkannte Prüfzeichen sind in der Datenbank des Esti abrufbar. Allerdings können auch diese auf Billigprodukten gefälscht sein.

(doz)