Insta sperrt Accounts

09. August 2019 07:05; Akt: 10.08.2019 11:12 Print

15-Jähriger machte mit Memes 4000 Fr. pro Monat

Ben (15) betrieb auf Instagram mehrere beliebte Meme-Accounts. Damit machte er viel Geld. Nun wurde er von Facebook gestoppt.

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Der 15-jährige Ben war bis vor kurzem Meme-Kurator bei Instagram. Dort betrieb er erfolgreich acht Konten, worüber er Memes aus verschiedenen Quellen teilte. Nun hat Instagram die Konten gelöscht. Insgesamt wurden bei der Löschaktion über 30 Konten diverser Betreiber mit mehr als 30 Millionen Followern gelöscht. Diese hätten gegen die Richtlinien verstossen, sagt Instagram. Seit der Löschung sind schon zahlreiche Kopien aufgetaucht. Hier zu sehen das Konto @spicy.mp4rip. Einige Betreiber der gelöschten Konten wollen mit Online-Petitionen ihre Accounts zurückerhalten. Doch nicht nur Instagram erschwert den Zugang zu Meme-Konten. Manche werden von den Betreibern selber auf privat gestellt. Die Gründe siehst du auf den nachfolgenden Bildern. Immer mehr populäre Meme-Accounts sind auf Instagram privat gestellt. Das Ziel: durch Exklusivität mehr Follower generieren. Zu den grössten privaten Meme-Accounts gehören die englischsprachigen @epicfunypage mit 16,1 Millionen Followern, @societyfeelings mit 10,1 Millionen Followern und @pubity, der mittlerweile schon 9,1 Millionen Follower hat und damit Ende 2018 über drei Millionen Follower trotz (oder wegen) der Privat-Einstellung dazugewonnen hat. Der berühmteste Schweizer Memer unterhält die Accounts @swissmeme, @zekisworld und @swissmeme_tv mit knapp 1,3 Millionen Followern. Er schaltet seine Accounts auch immer wieder mal privat. «Manchmal habe ich sie öffentlich und manchmal privat. Bei mir ist es mehr aus der Laune heraus.» Doch der Profi weiss: «Seiten wachsen eher, wenn sie auf privat sind.» Viele User der Plattform nerven sich über diesen Trend und machen ... ... auf Twitter ihrem Ärger Luft. «Kann das jemand erklären?», schreibt eine Nutzerin. «Es nervt unheimlich wenn Meme-Accounts auf Instagram privat sind!», heisst es in den Kommentaren. «Ich will doch nur lachen!» Die ganze Kommunikation zwischen den Usern würde dadurch erschwert: «Es ist eine echte Enttäuschung, wenn man ein Meme in seiner Story posten will, aber es nicht geht, weil der Meme-Account privat ist», meint jemand auf Twitter. Jedes Mal, wenn man ein Meme an einen Freund schicken will, warnt Instagram: «Nur Abonnenten dieses privaten Accounts werden den Beitrag sehen.» Wenn man dem Account nicht folgt, gerät man also unter Zugzwang, zu folgen, um die Konversation weiterführen zu können. «Das Bild ist nicht verfügbar», erscheint jedes Mal, wenn man einen Beitrag in seinen DMs vorfindet, dessen Inhaber seinen Account der Öffentlichkeit verwehrt. «Die privaten Meme-Accounts sind eine Freude», meint eine Nutzerin ironisch. Doch der Trick scheint zu funktionieren. Die Meme-Accounts erhalten tatsächlich mehr Follower. «Ist es das wert?», fragt dieser Twitterer. Hier noch ein weiterer Tweet, der beweist, dass die Strategie aufgeht. «Wird sonst noch jemand wütend, wenn dir ein Meme geschickt wird, und die Seite privat ist und die ‹Folgen›-Anfrage wird nicht schnell genug bestätigt?» Gegenvorschläge versuchen dem Trend ein Ende zu setzen: «Instagram-Manieren: Sende keine Memes von privaten Accounts» oder... ... ganz konkret: «Lasst uns 2019 zum Jahr machen, in dem Meme-Accounts nicht mehr privat sind.»

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Memes sind auf der Fotoplattform Instagram beliebt. Sie werden millionenfach geteilt. Einige der Meme-Accounts wiederum haben Millionen von Followern und Likes. Nun geht Facebook als Besitzer von Instagram offenbar erneut gegen genau diese Meme-Konten vor.

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Als sich der 15-jährige Ben Ende Juli in sein Instagram-Konto @spicy.mp4 einloggen wollte, ging plötzlich gar nichts mehr. Es war gelöscht worden. Der Account hatte mehr als 500'000 Follower. Auf diesem und seinen sieben anderen Konten teilte der 15-Jährige täglich als Kurator Memes aus verschiedenen Quellen.

Über 30 Konten gelöscht

«Ich habe pro Monat damit rund 4000 Dollar verdient», erzählt er gegenüber Marketwatch.com. Dabei habe er beim Teilen immer geschaut, dass er die Urheber der Memes nenne.

Die Konten von Ben waren aber nicht die einzigen, die kürzlich gelöscht wurden. Instagram hat mindestens 30 Meme-Accounts deaktiviert, die total über 30 Millionen Follower hatten, berichtet Dailydot.com. Die Tech-Plattfom bezeichnet es als «Säuberung».

Laut Instagram wurden die Konten aufgrund mehrerer Verstösse gegen die Richtlinien entfernt. So wurden Accounts zum Kauf und Verkauf angeboten. Auch hätten einige versucht, auf betrügerische Weise an Benutzernamen zu kommen. Einige Kontenbetreiber bestreiten dies. Sie versuchen mit Online-Petitionen ihre Accounts zurückzuerhalten.

Mehrere Löschwellen

Unter den Followern hat die Löschung der Konten auch zu einer regen Diskussion geführt. So vermuten einige, dass die Accounts gesperrt wurden, weil sie die Quellen der Memes nicht genannt hatten. Andere argumentieren, dass ja Memes eben genau dazu gedacht seien, wie wild geteilt zu werden.

Schon Ende 2018 sorgte eine Meme-Löschaktion bei den Fans für Aufruhr. Damals wurden mehrere Dutzend Accounts deaktiviert, darunter @God oder @Deep. Der 17-jährige Betreiber des Kontos @ComedySlam erklärte damals gegenüber einem TV-Sender, dass er bis 200'000 Dollar pro Jahr damit verdient habe. Schon 2014 waren laut Schätzungen von Fans mehr als 500 Meme-Konten gelöscht worden.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mfala am 09.08.2019 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guten Morgen

    Heute wird es bis zu 31 grad.

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  • Realist am 09.08.2019 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen in der Realität

    Oh wie schade, jetzt muss der Kleine wohl doch noch was lernen, und für sein Geld richtig arbeiten gehen.

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  • Chlis Chtudiere am 09.08.2019 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Zukunft

    "verdient" ist ja wohl ein Witz. Steuern gezahlt auch?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jose Perez am 10.08.2019 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Sicht

    Was mich immer wieder am allermeisten erstaunt ist, dass man mit solchem und ähnlichem Schwachsinn (so viel) Geld verdienen kann. Die Menschheit IST am verblöden.

  • Flo17__ am 10.08.2019 05:51 Report Diesen Beitrag melden

    Das traurige...

    Was halt viele nicht mitbekommen, ist die ganze Werbung die gepostet wird, wenn der Account im privaten Modus ist. Und an diese ganzen Moralaposteln, die sich beschweren dass der Junge jetzt halt "was normales" lernen muss: Wir leben nicht mehr in dieser Vergangenheit die Ihr kennt. Es gibt Heutzutage andere möglichkeiten, Einnahmen zu generieren. Er wird so oder so irgend etwas anständiges lernen müssen, um genau solchen Situationen, wie sie eben passiert ist, vorzubeugen.

  • Jangdebang am 10.08.2019 05:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbstdarsteller

    Eigentlich müssten diese Memmen "Selbstdarsteller-Vereinigung" heissen, die anderswo keine Bereicherung darstellen und auch sonst nirgendswo zu gebrauchen sind.

    • Xenia am 10.08.2019 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jangdebang

      Seit wann sind Memes von anderen Personen, Selbstdarstellungen? Vielleicht einfach mal sich zuerst darüber informieren, bevor man irgendetwas schreibt. Oder ist es der Neid, dass ein 15 Jähriger mit so einem quatsch so viel Geld verdient?

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  • Reddit am 10.08.2019 01:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reddit

    Auf reddit findet man immer noch die besten und aktuellsten memes

  • Pesche FR am 10.08.2019 00:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Antwort 6 fehlt:

    Was sind Memes?

    • Jangdebang am 10.08.2019 05:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pesche FR bng

      musst halt etwas googeln - nicht dubeln.

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