Alles Chinesisch?

25. Mai 2015 13:44; Akt: 25.05.2015 21:29 Print

20 Minuten macht den Google-Translate-Test

von Stephanie Sigrist - Kann der Online-Übersetzer das Büffeln von Fremdsprachen ersetzen? 20 Minuten hat Google Translate in alltäglichen Situationen getestet.

Google Translate im Alltagstest. (Video: Vincent Freigang/Stephanie Sigrist)
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Das Thema Fremdsprachen ist kurz vor Beginn der Hauptreisezeit und angesichts der immer stärker fortschreitenden Globalisierung der Weltmärkte aktueller denn je. In den Ferien ist es teilweise ja noch möglich, sich mit Händen und Füssen zu verständigen, doch diese Art der Kommunikation gerät meistens schnell an ihre Grenzen. Mangels Sprachkenntnissen kann es so schon einmal vorkommen, dass man keine Ahnung hat, was gerade vor einem auf dem Teller liegt oder ob der eingeschlagene Weg der richtige ist.

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Neben Reisefreudigen beginnen Schweizer Manager ebenfalls, ihre Sprachkenntnisse zu erweitern und lernen Chinesisch. Auch Eltern schicken ihre Kinder nach China zum Sprachkurs. Die Zahl der Chinesisch-Kurse ist seit Jahresbeginn um mehr als das Doppelte gestiegen, wie Philipp Hari von ESL Sprachaufenthalte zu 20 Minuten sagte.

App öffnen statt Voci büffeln?

Dem Baselbieter Futurist und Strategieberater Gerd Leonhard zufolge allerdings werden wir künftig aufgrund des immer exzessiveren Gebrauchs von mobilen Geräten und damit von Technologien auch mit anderssprachigen Menschen nur noch in unserer Muttersprache kommunizieren. Dank der Software Skype Translate oder Apps wie Say Hi und Google Translate sei es nicht mehr nötig, Fremdsprachen zu lernen. «Was wir sagen, wird in Echtzeit übersetzt und kommt beim Empfänger in dessen Sprache an. Künftig können wir beispielsweise beim Daten oder im Restaurant das Handy reden lassen», so der Zukunftsforscher.

20 Minuten wollte wissen, wie gut sich Google Translate im Alltag schlägt und wagte den Test. In spanischer, griechischer und chinesischer Sprache wurden mithilfe des Online-Übersetzers kurze Unterhaltungen mit Muttersprachlern geführt.

Komplett versagt bei Chinesisch

Bei Spanisch stiess die App bei von längeren und komplexeren Sätzen an ihre Grenzen. Google Translate begann bereits mit der Übersetzung, als die Kellnerin des spanischen Restaurants Real noch am Sprechen war. Griechisch funktionierte erstaunlich gut. So war es möglich, im griechischen Restaurant Delicato einen Tisch für vier Personen zu reservieren und nachzufragen, ob die Reservation geklappt habe.

Bei Chinesisch versagte Google Translate total. Eine Lehrerin der Sprachschule Yang wurde gefragt, was sie an ihrem Beruf besonders schätze und die App übersetze ihre Antwort mit: «Meine Studenten Chinese Chinese». Was die Sprachlehrerin tatsächlich sagte und welche weitere absurde Phrasen beim Test herauskamen, zeigt obiges Video.

Das Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Google Translate hilfreich sein kann für kurze Konversationen mit simplen Sätzen. Die Übersetzung von «Wie geht es Ihnen?» beispielsweise war in allen drei Sprachen verständlich. Sobald es jedoch um längere Sätze geht, ist die App überfordert. Fremdsprachenkenntnisse wird die Anwendung in absehbarer Zukunft wohl nicht ersetzen können.