In-Game-Kauf

02. Juli 2019 20:59; Akt: 02.07.2019 20:59 Print

2600 Fr. an einem Tag für Handy-Spiel ausgegeben

270 Millionen Menschen spielen «Candy Crush Saga». Einige von ihnen stecken viel Geld in das Mobile-Game. Der Entwickler will nichts von Süchtigen wissen.

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Das Handy-Spiel «Candy Crush Saga» ist ein Milliardengeschäft. Im Schnitt geben die Spieler weltweit umgerechnet 4,2 Millionen Franken aus – pro Tag. Dies zeigte eine Untersuchung der Analysefirma Sensor Tower Anfang 2019. Das britische Parlament untersucht derzeit, ob Videogames wie «Candy Crush Saga» süchtig machen.

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Nun wurde Alex Dale, ein Manager des «Candy Crush Saga»-Entwicklers King, vor ein Komitee des Parlaments geladen. Dort rückte er interessante Zahlen heraus. Es zeigte sich, dass einige Spieler das Game sehr oft nutzen. Neun Millionen Menschen würden pro Tag drei bis sechs Stunden mit «Candy Crush Saga» verbringen, so Dale. Rund 500'000 zockten mehr als sechs Stunden pro Tag. Insgesamt verzeichne das Spiel 270 Millionen Nutzer pro Monat.

«Kein Suchtproblem»

Das Spiel ist eigentlich kostenlos, bietet aber In-App-Käufe an, mit denen man schneller vorwärtskommt. Ein Spieler hat laut Dale innerhalb 24 Stunden 2600 Franken ausgegeben, wie «The Guardian» berichtet. Der King-Manager erklärte, dass man nicht glaube, dass es unter den Spielern ein Suchtproblem gebe. Im Schnitt würden Spieler 38 Minuten pro Tag mit dem Spiel verbringen.

Dale warnte davor, voreilige Schlüsse zu ziehen. Als Beispiel führte er den Spieler an, der an einem Tag 2600 Franken ausgab. Dieser habe lediglich von einem Ausverkauf der Währung profitiert und die In-Game-Währung über einen Zeitraum von sieben Monaten verbraucht. Es sei also eine rationale Entscheidung gewesen, so die Begründung Dales.

Sperre für Spieler?

Sollte man Spieler, die auffällig viel Zeit und auch Geld ins Game investieren, nicht darauf aufmerksam machen oder gar deren Konto sperren, fragte Damian Collins, ein konservativer Abgeordneter. Laut King hat man diesen Weg in der Vergangenheit schon einmal gemacht. Nutzer, die mehr als 250 Franken pro Woche ausgaben, wurden per E-Mail kontaktiert. Die angeschriebenen Spieler hätten die Kommunikation laut Dale aber als «störend» empfunden.

Die WHO hat die Game-Sucht vor kurzem offiziell als Krankheit akzeptiert. King verhalte sich in der Angelegenheit viel zu passiv, resümiert das Komitee. Der Entwickler will nun prüfen, ob auffällige Spieler künftig wieder aktiv kontaktiert werden sollten.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chupachup am 02.07.2019 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Gratuliere dem Herausgeber des Spiels.4,2 Millionen pro Tag.Wow.Gibt offensichtlich so viele doofe Spieler.Wie kann man etwas kaufen nur um ein Level weiter zu kommen?

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  • Monica am 02.07.2019 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    6 Stunden pro Tag

    Kein Suchtproblem? Bei 6 Stunden spielen pro Tag? Genau mein Humor.

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  • IT Geek am 02.07.2019 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    Primitives Game,durchdachtes Konzept.

    Hinter dem einfachen Game, stecken viele tausende Stunden Arbeit der sich der Entwickler nun vergolden lässt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fritz Meier am 03.07.2019 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Irre Welt

    Täglich spielen 500'000 Leute das Spiel. Also sind erfreulicherweise immerhin noch 7,1 Milliarden Menschen ih dieser Hinsicht "normal".

    • Deka am 03.07.2019 21:11 Report Diesen Beitrag melden

      @Fritz Meier

      Nicht ganz richtig, 500'000 spielen es mehr als 6 Stunden am Tag nebst 270 Millionen Nutzer die es mindestens einmal im Monat spielen. Also dürften es täglich 50-100 Millionen Nutzer sein. Dann gäbe es noch x-100 andere Spiele wo man sich dann langsam fragen kann, ob es denn normal wäre gar nicht zu zocken ;)

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  • Old School Gamer am 03.07.2019 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    wie oft habe ich bei Handy Games

    schon gedacht: Bitte verkauft mir dieses Game. Es ist total gut und ich zahle mit Freude CHF 50-70 dafür. Aber sie verkaufen es einfach nicht, sondern versuchen mir das Geld aus der Tasche zu ziehen.

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    • Deka am 03.07.2019 15:24 Report Diesen Beitrag melden

      Charaktersache

      Bei Candy-Crush kann man aber sagen, dass es soweit fair gestaltet ist, da man auch ohne Geld weiter kommen kann. Man braucht nur Geduld & Köpfchen und etwas Glück. Man sollte sich hinterfragen, was man eigentlich davon hat, wenn man x-100 Level mit Geld erkauft statt zu erspielen. Trotz allem muss man wissen, dass nur ein sehr sehr kleiner Teil dafür richtig viel Geld ausgeben und meistens sind es auch die, die es sowieso mehr als übrig haben und dank denen gibt es ja solche 'Gratis'-Spiele. Es ist aber jedem selber überlassen nach 1000 erfolgreichen Level doch mal als dank was zu kaufen.

    • Dä Jesus am 03.07.2019 14:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Gaunerei

      Klar sieht King kein Suchtproblem, die sind es immerhin, an denen sie sich eine goldene Nase verdienen. Wogegen man aber was machen müsste ist die Praxis, dass dieses Spiel so geschrieben ist, dass ab einem gewissen Level, einfach die Farbe, die zum Abschluss nötig ist, nicht mehr, oder nur zu selten gespawnt wird, aber dennoch genug, dass der Spieler denkt, er könne es mit wenigen Extrazügen doch noch schaffen. Das wird vom Gesetz zwar nicht als Betrug wahrgenommen, ist aber trotzdem höchst verwerflich und bedenklich ist, dass die meisten Mobile Games, genau nach diesem Schema aufgebaut sind, wogegen der Gesetzgeber einmal was unternehmen könnten.

    • jaeni am 03.07.2019 13:53 Report Diesen Beitrag melden

      Selber Schuld

      Ich liebe Candy Crush und spiele es seit Jahren ab und zu. Habe noch keinen Franken dafür bezahlt und komme trotzdem weiter. bei vielen Spielen kann man eine Zeitlang spielen, dann muss man fast zahlen, damit man weiterkommen kann. Das ist bei Candy Crush def. nicht so. Also selbst schuld!