Geistige Gesundheit

12. September 2019 16:25; Akt: 12.09.2019 16:34 Print

30 Min. Social Media pro Tag können schädlich sein

Eine Studie zeigt, dass soziale Medien uns stark beeinflussen. Je intensiver die Nutzung, desto höher sei die Anfälligkeit für psychische Probleme.

«Ich bin 16 Stunden pro Tag am Handy», sagte eine Person bei einer 20-Minuten-Umfrage von letztem Jahr. (Video: 20M)
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Soziale Medien wie Instagram und Facebook sind beliebt. So beliebt, dass einige Nutzer überdurchschnittlich viel Zeit mit diesen Plattformen verbringen. Eine Gruppe von Psychologen hat untersucht, wie sich die Nutzungsdauer sozialer Netzwerke auf die psychische Gesundheit auswirkt.

Umfrage
Wie viel Zeit pro Tag verbringst du am Handy?

Die Studie wurde diese Woche auf der Plattform von Jama Psychiatry veröffentlicht. Eine Erkenntnis daraus ist, dass jüngere Nutzer bereits durch eine Social-Media-Nutzung von einer halben Stunde pro Tag mit erhöhten Risiken für die mentale Gesundheit verbunden war. Bei einer Nutzung von über drei Stunden täglich war das Risiko von psychischen Problemen um 60 Prozent erhöht.

Psychische Veränderungen

Eine Nutzung von über drei Stunden pro Tag ist gar nicht so aussergewöhnlich, wie auch die Umfrage im obigen Video zeigt. Und eine so hohe Nutzung beeinflusst gemäss der Studie die Art und Weise, wie junge Menschen ihre Belastungen, Ängste und Probleme verarbeiten. Viele würden sich emotional zurückziehen und Depressionen, Angst oder Einsamkeit seien mögliche Folgen.

Die Autoren der Studie schlagen vor, dass es sich lohnen könnte, die Art und Weise, wie Social-Media-Plattformen aufgebaut sind, neu zu evaluieren. Dass sich Facebook überlegt, bei Instagram die Likes zu verstecken, wird von den Forschern sehr begrüsst. Es liege aber an den Technologiefirmen und den Regulatoren, das Risiko von psychischen Gesundheitsproblemen zu minimieren.

Wie eine Drogen- oder Spielsucht

Wie eine Studie im Jahr 2016 gezeigt hat, kann Facebook genauso abhängig machen wie Kokain. Die Gehirnaktivitäten ähnelten im Test jenen von Drogen- oder Spielsüchtigen. Die Studie war jedoch nicht repräsentativ, da nur zwanzig Probanden daran teilnahmen.

Kein Zufall, denn dass soziale Medien gezielt so gestaltet sind, dass die Nutzer möglichst viel Zeit damit verbringen, ist Absicht. «Facebook, Twitter und andere Firmen nutzen dieselben Methoden wie die Glücksspielindustrie, um die Nutzer auf ihren Seiten zu behalten» sagte Natasha Schüll, die das Buch «Addiction by Design» geschrieben hat, gegenüber Theguardian.co.uk.

Schüll erklärte, man werde in sich wiederholende Zyklen aus Unsicherheit, Vorfreude und Feedback hineingezogen. Und die Belohnungen seien gerade genug, damit man weitermache. Wenn man aufhöre, werde man mit kleinen Nachrichten oder Angeboten überhäuft, damit man wieder reingezogen werde. «Es ist nicht nur ein Spiel – es beeinflusst uns finanziell, physisch und emotional», so die Autorin.

Wie lange bist du täglich am Handy aktiv? Schicke uns über den unten stehenden Button (funktioniert nur auf der App) einen Screenshot von deiner «Bildschirmzeit» auf dem iPhone oder aus «Digital Wellbeing» von deinem Android-Handy. (Die beiden Handy-Betriebssysteme Android und iOS haben seit einiger Zeit die Möglichkeit eingebaut, dass der Nutzer nachsehen kann, in welchen Apps er wie lange aktiv ist.)

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(swe)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stef Eich am 12.09.2019 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    Psychische Probleme von der Arbeit

    Vom Arbeiten kriege ich auch psychische Probleme. Und da verbringe ich 10 Stunden pro tag. Wie wird das gerechnet? Kann mir kaum vorstellen dass dann 30 Minuten so schlimm sein sollen!

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  • Levis am 12.09.2019 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach nur Panik mache

    Was kommt als nächstes wohl. Zu viel Schlaf kann zu depressionen leiten....

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  • Mirco Loco am 12.09.2019 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Alles eine Frage des Masses..

    Ich denke es spielt keine Rolle wie lange jemand am Handy ist.. Wenn er überzeugt von sich selber ist und ein gesundes Selbstwertgefühl hat, kann er mit der ganzen Flut von "Good News" umgehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jürg P. am 13.09.2019 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Handyzeit ungleich Social Media Zeit

    Ihr setzt Handy-Zeit mit Social Media Zeit gleich. Aber grundsätzlich kann man am Handy halt auch Bücher/Zeitschriften/Emails etc. lesen, ausserhalb von Social Media surfen, etc. Von dem her eine etwas gewagte Gleichsetzung.

  • H. Cheng am 13.09.2019 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Bei der Arbeit während den Pausen

    Das geilste sind die Arbeitspausen, wo man früher beim Rauchen, Snack reindrücken noch anderen in die Augen schaute und kurz Smalltalk hielt. Das reduziert sich heute auf eine homöopathische Dosis, alles geht in Milisekunden, dann igelt sich jeder vor seinem bescheuerten Handy ein. Die Damen sind da vorbildliche Vorreiter und meisterhaft in der Ausführung, toll wie die das beherrschen! :OD

  • H. Cheng am 13.09.2019 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Neulich im ÖV

    Zum Glück bin ich nirgendwo dabei, habe Null -0- Freunde, fast wie im richtigen Leben! :OD Ich seh die Leute im ÖV nervös am wischen, klicken, tippen, Clips kucken, Föteli, Handy in die Tasche, wieder raus, zurück, und von vorne! Echt Leute, was für ein Stress!?

  • Peter laufmann am 13.09.2019 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Was diskussionslos gesünder ist,

    ist gänzlich darauf zu verzichten!

  • DepressedTeen am 13.09.2019 09:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stigma

    Ja genau... nicht etwa das Stigma und die "Reiss dich zusammen" Einstellung der Gesellschaft... nur Social Media ist Schuld... ig und so gibt sich ja schon Mühe und da gibt's auch viele die versuchen gegen das Stigma zu Kämpfen...