Gehackt

01. Februar 2020 07:07; Akt: 01.02.2020 07:07 Print

Whatsapp meldet deutlich mehr Sicherheitsprobleme

Das Jahr 2019 brachte für Whatsapp viele Sicherheitslücken mit sich. Insgesamt wurden sechsmal mehr Meldungen bei der Datenbank für Sicherheitslücken eingereicht.

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Whatsapp hat im Jahr 2019 sechsmal so häufig wie in Vorjahren Sicherheitsprobleme an die National Vulnerabilities Database (NVD), die amerikanische Datenbank für Sicherheitslücken, gemeldet, wie die «Financial Times» berichtet. Insgesamt wurden zwölf Schwachstellen verzeichnet, von welchen sieben als «kritisch» bezeichnet wurden. In den vergangenen Jahren gingen meist nur ein oder zwei Meldungen ein, die als mittelmässig problematisch angesehen wurden.

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Bedeutet dies, dass Whatsapp im vergangenen Jahr anfälliger für Sicherheitsprobleme geworden ist? «Nein», sagt Marc Rogers, Vizepräsident der Cybersecurity-Firma Okta. Er hält es viel eher für plausibel, dass diese Schwachstellen schon vorher vorhanden waren, sie aber bislang noch nicht gefunden wurden. Des weiteren vermutet er, dass Whatsapp selbstgefällig geworden ist und gar nicht nach allfälligen Problemen gesucht hat.

Diverse Sicherheitslücken

«Das kommt häufiger vor», erklärt Rogers gegenüber der «Financial Times». «Plötzlich tauchen ganz viele Schwachstellen auf, weil man ihnen auf einmal Aufmerksamkeit schenkt, weil das Unternehmen Angst bekommt.»

Erst vor kurzem wurde bekannt, dass das Handy des Amazon-Gründers Jeff Bezos mittels eines Trojaners, der ihm per Whatsapp zugeschickt worden war, gehackt wurde. Whatsapps Mutterkonzern Facebook hatte ausserdem letzten November die Spyware-Firma NSO Group verklagt und ihr vorgeworfen, 1400 Nutzer gehackt zu haben. Zu den Opfern zählen Journalisten, Menschenrechtsaktivisten, Diplomaten und Regierungsvertreter. Möglich war dies aufgrund einer Sicherheitslücke in Whatsapp.

Überwachung durch einen Anruf

Ebenfalls in die Schlagzeilen geraten war Whatsapp aufgrund einer Sicherheitslücke , die das Benutzen des Chat-Dienstes unmöglich machte. Mithilfe dieser Lücke war es möglich, bösartige Nachrichten in Gruppenchats zu verschicken. Anschliessend stürzte die App bei allen Mitgliedern der Gruppe direkt nach dem Öffnen immer wieder ab.

Ausserdem hatte Whatsapp Anfang 2019 bekannt gegeben, dass es mithilfe einer Sicherheitslücke möglich geworden war, eine Überwachungs-Software auf Smartphones zu installieren, ohne dass es Nutzer bemerkt hätten. So konnten Hacker eine Software durch einen Whatsapp-Anruf in die Geräte einschleusen, selbst wenn der Angerufene gar nicht abnahm.

Scharfe Kritik

Das sind nur einige Beispiele der Probleme, mit denen Whatsapp in den vergangenen Monaten zu kämpfen hatte. Der ehemalige NSA-Mitarbeiter Ron Gula erhebt nun schwere Vorwürfe gegen den Konzern: Whatsapp gehe äusserst verantwortungslos mit seinen Nutzern um. Es sei daher wichtig, dass man mehr Zeit und Energie in die Sicherheit und das Schliessen der Lücken investiere.

Facebook reagiert gelassen auf diese Vorwürfe. Es sei ein gutes Zeichen, dass immer mehr Sicherheitslücken gefunden und gemeldet würden. Das zeuge von Transparenz. Ausserdem seien alle Probleme nach der Meldung bei der NVD behoben worden.

(doz)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jo am 01.02.2020 08:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubliches Vertrauen...

    Man staunt wie viele Whatsapp Benutzer Privates von sich geben und sich nicht um Sicherheit kümmern. Der Preis von einmaligen 2 Fr. für eine sichere App ist offensichtlich schon zu hoch für eine wirklich sichere App. Threema machts möglich, Server in der Schweiz, keine Speicherung der Daten, verschlüsselte Kommunikation.

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  • Alfred A. am 01.02.2020 07:16 Report Diesen Beitrag melden

    Abwiegeln geht so

    It's not a bug. It's a feature.

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  • Fred am 01.02.2020 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na ja,

    jetzt gehört Whatsapp auch zu Facebook - da ändert sich doch immer was.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bartli am 01.02.2020 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Chaos und täglich mehr

    In Europa, so scheint mir, verbreitet sich zunehmend ein tiefer IQ. Auch eine Art von Virus. Begreifen fällt offenbar vielen schwer und das dementsprechende falsche Handeln zeigt Wirkungen. Dahingehend wird die europäische Bevölkerung immer schwächer. Immerhin reichts für jeden Mist, man schaue sich mal die TV-Sendungen an, auch zum Chrampfen reicht diese tiefe IQ. Wie kam es eigentlich dazu? Das wäre mal doch einmal eine Studie wert. Whats app, oder ware mal ab. Alles übelste Datenkracken. Die Stasi war ein Chorknabe dagegen.

  • sammler am 01.02.2020 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mr

    ich habe an die 17 sammlerfahrzeuge, als veteranen auf 2 nummernschilder eingelöst. absolout mühsam und teuer wenn mann denn ev. 1×pro jahr für 10 km kurz auf die autobahn möchte um die stadt zu umfahren, die vignette immer gleich fest ankleben muss... das ist sicherlich ein seltener fall aber die e vignette auf dem nummernschild wäre hier schon praktisch...

  • Der Gähner am 01.02.2020 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    *Gähn*

    Alter Hut. WA an sich ist ein Hack! Auch ALLE anderen und als supersicher angepriesenen Messenger! Das Ganze fängt schon bei Play-/App-Stores an. Denkt ihr wirklich noch, man könne eine sichere App auf den Markt bringen ohne selbst gehackt, unterwandert, oder zur Herausgabe der Schlüssel gezwungen zu werden? Wer wirklich Übles im Sinne hat, setzt doch längst wieder auf total analoge/physische Kommunikation. - Ende

    • Bartli am 01.02.2020 12:32 Report Diesen Beitrag melden

      Alle Bürger transparent wie Glas

      Erinnert mich gerade an den Beitrag, wo ein Jungster sämliche Bilder im Netz für seine Erkennungssoftware genutzt hat. Als Model präsentiert er sich allen, denn er wollte erst die Modelkarriere angehen, ist es ihm also egal, wenn alle erfasst werden, Hauptsache schnell zu viel Geld kommen und nach mir die Sintflut. Nicht nur Kriminelle, nein, ein jeder Bürger dieses Planeten sollte im Detail erfasst werden. Na Prost dann. Von was hat man Angst und ja; wer ist denn eigentlich "man"? Offenbar eine Entwicklung der NWO.

    • Eli Rosa am 01.02.2020 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Der Gähner

      Ja schon. Es ist aber ein unterschied ob die Geheimdienste dieser Welt deine Kommunikation mitlesen oder Facebook die zudem alle deine Daten an den meistbietenden weiterverkaufen.

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  • Jöggi am 01.02.2020 11:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was viel benutzt wird, wird eher gehackt.

    Weil WhatsApp so viele nützen, wird es immer solche geben, die WhatsApp knacken wollen. Aber man sollte nur Bilder und Nachrichten verschicken, und such bei den Bilder aufpassen nicht zu persönlich. Auf keinen Fall irgendwelche Codes, Kontonummer oder Kreditkarten Nummern verschicken. Und vor allem keine Links öffenen, die verschickt werden, denn diese können ein ernsthaftes Problem mit sich bringen. Im Internet oder sonst online verbirgt immer Risiko. Also ist immer Vorsicht geboten. denn Hacken kann man fast alles, und was illegal ist, zieht erst recht an.

  • oliver am 01.02.2020 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Strafverfahren für so eine Kleinigkeit ?

    gibts wohl auch nur in der Schweiz. Umgekehrt dafür werden dann aber Strafverfahren gegen schwerere Verbrechen, besonders Einbrüche fallen gelassen

    • Bartli am 01.02.2020 12:39 Report Diesen Beitrag melden

      Ist Chaos gar gewollt?

      Einbrüche beleben gewisse Branchen. Die Rechnung zahlen dann die Versicherten? Auch Gesetze können so verschärft werden und immer trifft es dann alle Bürger, nicht etwa nur jene die es treffen sollte. Da läuft etwas schieff.

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