Kinderpornografie und Drogen

01. Oktober 2019 15:52; Akt: 02.10.2019 07:29 Print

650 Polizisten stürmen illegalen Cyberbunker

In einem alten Nato-Bunker betrieben Cyberkriminelle eine Anlage mit 2000 Servern. Darüber sollen Hunderttausende Drogendeals abgelaufen sein.

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Stacheldraht, Eisentüren, Schlagbaum und Kameras: Der Bunker könnte genauso gut einem «James Bond»-Bösewicht gehören. In der Anlage im deutschen Traben-Trarbach hatten sich jedoch Cyberkriminelle eingerichtet. Der mutmassliche Anführer, ein 59-Jähriger aus den Niederlanden, hatte die 13'000-Quadratmeter-Parzelle mitsamt dem ehemaligen Nato-Bunker 2013 gekauft, berichten die deutschen Ermittler.

Über 650 Beamte, darunter die Spezialeinheit GSG9, stürmten den «Cyberbunker» Ende letzter Woche. Zig Mobiltelefone, diverse Datenträger und eine grössere Summe an Bargeld wurden sichergestellt. 200 Server stehen ebenfalls auf der Liste. Man gehe aber davon aus, dass mehr als 2000 Server in der Anlage stehen, erklärt Johannes Kunz, Präsident des Landeskriminalamts (LKA). Die Anlage hat laut der Polizei mehrere Hundert Räume. Beim Zugriff war niemand anwesend.

Bunker für Darknet

Sechs Verdächtige wurden aber in einem Restaurant in Traben-Trarbach festgenommen. Ermittelt wird gegen 13 Männer und Frauen. Sie sind zwischen 20 und 59 Jahre alt. Die Betreiber des Rechenzentrums sollen Cyberkriminellen im Darknet (siehe Box) ihre Dienste angeboten haben.

Über die Server sollen unter anderem Hunderttausende Deals mit Drogen, gestohlenen Daten und mit Kinderpornografie abgelaufen sein. Die Bunkerzentrale soll demnach den Darknet-Marktplatz Wall Street Market beheimatet haben. Die Behörden schlossen die Plattform Anfang 2019. Allein darüber sollen Deals in Höhe von 40 Millionen Euro abgewickelt worden sein, erklärte der Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer dem SWR.

Lange Ermittlungen

Die Auswertung der gigantischen Datenmenge werde das LKA Monate oder sogar Jahre beschäftigen, sagte Kunz vor den Medien. Die Ermittlungen hatten 2015 begonnen. Die Razzia wurde seit Mai geplant. Ein Knackpunkt stellte die Rechtslage dar. Nur das Rechenzentrum zu betreiben, sei an sich nicht strafbar, erklärte Brauer. Man musste den Betreibern also nachweisen, dass sie das «illegale Verhalten der Kunden kennen und dieses auch fördern», sagte der Generalstaatsanwalt gegenüber Spiegel.de.

Der 59-jährige Hauptverdächtige ist kein Unbekannter. Laut dem Sicherheitsforscher Brian Krebs ist er mitverantwortlich für eine der grössten Cyberattacken, die je verübt wurden. Mit der DDOS-Attacke wurde 2013 fast das Internet lahmgelegt, schreibt Krebs.

(tob)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Müller am 01.10.2019 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Leser

    Könnt ihr bitte die tutti-Werbebanner entfernen, die den halben Artikel überdecken? Sie verunmöglichen es die Inhalte zu lesen.

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  • Lu Walker am 01.10.2019 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sichten der Daten

    Ja klar, 2000 Server in ein paar Monate sichten. Das wird einige Jahre dauern.

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  • Ori am 01.10.2019 15:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alte Nachrichten

    Das war schon vor Tagen in den Nachrichten am ZDFHEUTE berichtet worden. Alter Käse!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf Lehner am 14.10.2019 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Súper, oder ?

    Ich kann mit meinem Natel GRATIS und in der ganzen Welt Fotografieren.

  • Dä Jesus am 06.10.2019 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das wird ewig dauern.

    Bis die mit ihrem atemberaubenden Arbeitstempo alle 2000 Server durchwühlt haben, ist das alles längst verjährt und zwei Drittel der Verdächtigen an Alterschwäche gestorben...

  • Osterklaus am 02.10.2019 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Bloss EINE Anlage ?

    ...und wie viele solcher "Anlagen" gibt es sonst noch weltweit ?

  • Aldous Huxley am 02.10.2019 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Leute...

    man kann ALLES auffliegen lassen wenn "man" will - weil auch alles geplant wurde/wird/ist. Wir leben in einer Matrix und einige wissen genau, wie das funktioniert und wie man Massen beeinflussen kann und halten als Sklaven ohne Ketten - sogar ohne dass sie es merken und ihre eigene Sklavschaft noch verteidigen, sogar noch fordern. Schöne neue Welt.

    • Ruedi O am 02.10.2019 14:27 Report Diesen Beitrag melden

      Lesen, Leute!

      Schöne neue Welt oder, original, Brave New World. Kennen eben nicht alle, da immer weniger gelesen und immer mehr Zeit online verdummt wird. Drum wohl die Däumchen nach unten.

    • Grünschnabel am 02.10.2019 21:10 Report Diesen Beitrag melden

      @cyrill

      Alles gut Cyrill alles bestens - uns gehts hier allen prima easy. Uns gehts auch immer besser durch die tech. Fortschritte und dem ganzen Wissen, den vielen Experten und Politikern. Und wir wir sind auch schön schlank und gesund, wie vor etwa 50 Jahren. Wir haben auch immer genug in der Tasche, damit wir die sog. Wirtschaft so richtig ankurbeln können. Wir haben auch immer mehr Alternativen und sind nicht gezwungen, bestimmte Dinge zu tun und zu denken. Sarkasmus Off. Glaub einfach weiter das, was dir passt - am besten dazu unhinterfragt. Gute Nacht.

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  • The Game am 02.10.2019 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ein weiterer Domino-Stein

    Da ist ja vielleicht einer "Hops" gegangen. Dass der Typ alleine agierte glauben ja höchstens die Medien-Konsumenten, welche auch glauben, dass Epstein Selbstmord verübte!