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20. Februar 2020 10:53; Akt: 20.02.2020 10:53 Print

Antennen-Biene macht Autofahren angenehmer

Bienen sind gute Navigatoren. Forscher wollen deshalb mehr über ihr Hirn wissen. Dies soll selbstfahrenden Autos und Drohnen helfen.

Bienen mit Antennen zeigen exakte Flugrouten der Insekten auf. (Video: Wibbitz/20M)
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Miniantennen auf den Rücken von Hunderten Bienen zu kleben, ist keine leichte Aufgabe. «Sie sind sehr gut darin, uns zu entkommen», sagt Joe Woodgate, Professor der Queen Mary University in London der «Financial Times». «Und wenn wir es schaffen, haben wir eine wütende Biene in der Hand. Das ist auch nicht optimal.»

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Dank der Sisyphusarbeit wollen der Professor und sein Team das Bienenhirn besser erforschen. Mit den Antennen können sie die Routen der Insekten genau verfolgen, während diese durch Hertfordshire, eine Grafschaft nördlich von London, fliegen.

Hirn wie eine Stecknadel

Aus den Flugdaten wird eine dreidimensionale Rekonstruktion der Route erstellt. So werden Flugzonen ermittelt und es wird nachvollziehbar, welche Entscheidungen die Bienen auf ihrer Reise getroffen und wo sie den Kurs geändert haben.

«Es ist beeindruckend, dass eine Biene mit einem Gehirn so gross wie eine Stecknadel über acht Kilometer fliegen und sich noch an ihren Heimweg erinnern kann», sagt Woodgate, der die Firma Opteran Technologies gegründet hat. Das Unternehmen will das Bienenhirn nachbauen.

Bionik nutzen

Bienen hätten in etwa eine Million Gehirnzellen – im Vergleich zu 100 Milliarden bei uns Menschen. Dennoch seien Bienen perfekte visuelle Navigatoren. «Sie können eine komplexe 3-D-Umgebung mit minimalem Lernaufwand robust navigieren», sagt Woodgate zu Telegraph.co.uk.

Mit einem synthetischen Bienenhirn könnten autonome Autos oder Drohnen ein Ziel erhalten und einfach mit ihrem internen Kompass dorthin gelangen. «Die Evolution hat bereits die ganze Arbeit für uns getan. Man muss sie jetzt nur in die Technologie übertragen», sagt Alex Cope von der Universität Sheffield.

Der Bienen-Bot

Cope hat zusammen mit Woodgate kürzlich an einer Fachtagung in den USA einen Bienenroboter vorgestellt. Aktuell sei etwa ein Viertel des Bienengehirns simuliert. Der Prototyp des Bots fliegt bereits selbstständig im Labor herum. Mit rund 250 Gramm ist er allerdings um ein Vielfaches schwerer als das Insekt, das nur rund ein Zehntel eines Grammes wiegt.

Ziel von Opteran Technologies sei es nicht, selbst Drohnen zu bauen. Sie wollten bienenbasierte Software verkaufen. Und dies innerhalb von fünf Jahren.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul am 20.02.2020 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    alles im Sinne

    des Umweltschutz, ist das wirklich so. Hat man den Bienen gefragt wie gut sie das finden?

  • MeU am 20.02.2020 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    da braucht es wohl mehr

    nur dreidimensional zu wissen, wo die Biene durchgeflogen ist, reicht wohl nicht. Was hat sie wo bei ihrem Flug gerochen, an Geräuschen aufgenommen, etc, etc? Da fehlen wohl noch viele Daten für die Forscher im Brexit-Land.

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  • bergbäuerin am 20.02.2020 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    ein weiterer schritt zur verblödung der menschheit

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Albert Orwell am 21.02.2020 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Niedlich wie sie uns helfen wollen.

    Genau das Bienen Hirn Steuert Punktgenau, Autos, Drohnen, Raketen. Dank der grösse können wir nun auch mini Drohnen Bauen die so klein und schnell sind das wir keine Spatzierstöcke mit gift mehr brauchen. Wacht doch mal auf die Geschichte bis heute beweist ihre guten Absichten und zu Navigieren.

  • Thom am 21.02.2020 07:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Evo, klar

    Jaja die evolution hat es so perfekt organisiert, immer nur statisch daran festhalten, dann muss man nie zugeben dass das gar nicht sein kann :)

    • Total falsche Grundannahme am 21.02.2020 13:15 Report Diesen Beitrag melden

      Wer glaubt denn heutzutage überhaupt

      noch an das Evolutionsmärchen? Sogar diejenigen Professoren welche das Märchen jahrelang trällern mussten wollen es nicht mehr hören.

    • Darwin am 21.02.2020 17:07 Report Diesen Beitrag melden

      @anti Evo

      nen mir einen Professor!? (aber auch einen auf dem Gebiet ) und aus neugier, was ist den eure Theorie ?

    einklappen einklappen
  • Chantrila am 20.02.2020 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überall antennen

    Nun sind auch die Bienen mit 5G verbunden. Leute wach auf, beobachtet den Himmel....

  • Ruedi am 20.02.2020 21:50 Report Diesen Beitrag melden

    Brauch ich nicht

    Mein Tesla Model 3 hat Google Maps auf einem 15" Display. Brauche vorerst keine Bienen.

  • Märkli2.0 am 20.02.2020 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aussergewöhnlich

    Bienenbasierte Software... okay, lauft