100 Millionen Geräte

28. Januar 2020 21:49; Akt: 28.01.2020 21:49 Print

Antivirus-Tool gibt weiter, welche Pornos du schaust

Avast verkauft private Daten an Unternehmen wie Google oder Microsoft. Dazu gehören auch besuchte Porno-Websites und angeschaute Videos.

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Das Antivirus-Programm Avast verkauft private Daten von Nutzern an Firmen wie Google, Microsoft, Pepsi und andere. Dies geht aus einem Bericht des Online-Magazins «Motherboard» von Vice.com hervor. Unter den verkauften Daten befinden sich beispielsweise der Suchverlauf, GPS-Daten, Klicks auf Websites und sogar die Zeit und Verweildauer auf Pornoseiten wie Pornhub oder Youporn. Damit kann genau nachvollzogen werden, welche Videos angeklickt und angeschaut wurden.

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Avast verzeichnet weltweit pro Monat 435 Millionen aktive Nutzer und sammelt die Daten von rund 100 Millionen Geräten. Zwar seien diese Daten nicht personalisiert, in vielen Fällen sind sie aber so detailliert, dass es nicht schwierig wäre, einen Rückschluss auf den individuellen Nutzer zu ziehen.

«Jede Suchanfrage, jeder Klick»

Diese Spezifität zahlt sich für Avast aus. Je detaillierter die Daten sind, die verkauft werden, desto höher ist deren Preis. So bezahlte das New Yorker Unternehmen Ominicom beispielsweise 4,5 Mio. Dollar, um Zugriff zu «jeder Suchanfrage, jedem Klick, jedem Kauf und jeder Seite» von Nutzern aus 14 verschiedenen Ländern zu bekommen, wie es im Bericht heisst.

Was die Käufer mit den Nutzerdaten anstellen, ist nicht in allen Fällen bekannt. So gibt Microsoft beispielsweise keine Auskunft darüber. Yelp hingegen gibt an, die Daten in einem Rechtsstreit gegen Google benutzt zu haben. Der Verlag Condé Nast nutzte die Daten, um zu überprüfen, ob die Werbung, die er auf seiner Website aufgeschaltet hatte, zu mehr Amazon-Käufen durch seine Nutzer führte.

Es braucht die Zustimmung des Nutzers

Bis Dezember 2019 wurde allerdings nur ein Teil aller Nutzerdaten zum Verkauf freigegeben. Es handelte sich dabei um Daten von Nutzern, die ein Plug-in der Antivirus-Software in ihren Browsern installiert hatten. Dieses wurde Ende Jahr nach Bekanntwerden dieser Praxis aus den Google und Mozilla Stores entfernt.

«Die Nutzer hatten stets die Möglichkeit, die Zustimmung zur Nutzung ihrer Daten zu entziehen», lässt Avast in einem Statement verkünden. Ausserdem sei bereits seit Juli 2019 eine Opt-in-Lösung in Arbeit gewesen. «Damit halten wir den California Consumer Privacy Act und die Allgemeine Datenschutzverordnung Europas ein.»

Nun ist es die Hauptsoftware von Avast, die Daten ermittelt. Dies allerdings nur, wenn der Nutzer explizit zustimmt, was neu über ein Pop-up-Fenster festgelegt werden kann. Trotz dieses neuen Pop-ups geben User gegenüber «Motherboard» aber an, dass sie sich nicht bewusst sind, dass Avast möglicherweise Daten über sie sammelt. Ausserdem hat sich Avast bisher nicht bereit erklärt, die Daten, die ohne die Opt-in-Auswahl über das Browser-Plug-in gesammelt wurden, zu löschen.

(doz)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Steffi am 28.01.2020 22:04 Report Diesen Beitrag melden

    Traue keinem Antiviren Programm!

    es ist schon lange bekannt, dass ganz besonders die Antiviren Programme und hierunter vor allem die "Free" Versionen die idealen Datensammler sind. Diese Programme haben unkontrollierten Zugriff auf alle Daten auf dem Wirts-PC. Was liegt also näher, als diese Daten zu verschachern? Die Programme "telefonieren" sowieso laufend nach "Hause" und können dabei ungehindert Unmengen Kundendaten versenden. Antiviren Programme sind Trojaner die dem Kunden seine Daten unter den Augen abgreifen!

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  • OMG! am 28.01.2020 22:11 Report Diesen Beitrag melden

    Who cares?

    Alle schauen Pornos. Dieses bigotte Getue ist einfach nur peinlich.

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  • e-steban am 28.01.2020 22:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Entweder zahlt man für das Produkt, oder man ist das Produkt, das verkauft wird.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marv am 31.01.2020 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Windows Defender / Firewall

    Reicht föllig. Hatte noch nie Probleme damit.

  • Kai Lust am 30.01.2020 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    Pornosuchtis

    Da frag sich nochmal einer woher dieser Gender-Wahn herkommt... Hört doch einfach auf Pornos zu Suchten. Dann werden die Beziehungen wider intensiver.

  • IT-Experte am 29.01.2020 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    Avast war schon immer zu unsicher

    und mir viel zu suspekt, als dass ich diesen Mist je freiwillig nutzen würde.

  • IT Mensch am 29.01.2020 18:05 Report Diesen Beitrag melden

    Die haben meine Daten da

    Wenn der PC mal crasht und die Daten futsch sind, dann bei der NSA anrufen, die haben sicher eine Kopie davon ;). Ne im Ernst, wer sammelt schon keine Daten und gibt die nicht weiter? Selbst YouPorn macht dies, da braucht es gar kein Drittschnüffler-Software dazu.

  • Bill am 29.01.2020 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Löschprogramme ein Muss!

    Kaspersky,Secure Eraser,CCleaner und einmal pro Monat löschen.Probleme gelöst.

    • Bläffknirps am 06.02.2020 22:26 Report Diesen Beitrag melden

      Das nennt man Strategie Vollsuff.

      Dein PC erinnert sich an nichts mehr, alle anderen aber schon. Nun ja.

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