«Anti Mosquito»

29. Juli 2014 18:19; Akt: 29.07.2014 18:19 Print

App soll Mücken in die Flucht schlagen

Mit Ultraschall-Frequenzen will die App «Anti Mosquito» lästige Mücken abschrecken. Wer ein empfindliches Gehör hat, sollte sich die Installation des Programms aber gut überlegen.

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Blutsauger ade: Das verspricht die App «Anti Mosquito Sonic Repeller». (Bild: Keystone/AP/Mark Duncan)

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Gerade hat man sich ins Bett gelegt, da ist plötzlich ein fieses Summen zu hören. Nach dem Aufwachen am nächsten Tag sind dann die Spuren der lästigen Stechmücken sicht- und spürbar. Damit soll nun Schluss sein. Zumindest, wenn es nach den Entwicklern der App «Anti Mosquito – Sonic Repeller» geht. Das Programm sendet hochfrequente Töne aus und imitiert damit die natürlichen Feinde der Stechmücke.

In der Grundversion ist die App (für iOS) kostenlos erhältlich. Eine ähnlich App existiert auch für den Einsatz mit Android-Geräten.

Anwählbar sind Frequenzen von 14 bis 20 kHz. Für den Menschen seien diese nicht wahrnehmbar, verspricht der Hersteller. Wer ein empfindliches Gehör hat, sollte sich den Einsatz des Moskito-Schrecks dennoch gut überlegen: Das hochfrequente Fiepen kann auf die Dauer ziemlich nervig sein. Vor allem Jüngere dürften die hohen Töne deutlich wahrnehmen.

«Die Wirkung erscheint fragwürdig»

Einen 100-prozentigen Schutz vor Mücken biete die App allerdings nicht, schreiben die Macher. «Weltweit gibt es über 3500 bekannte Stechmücken-Arten, von denen jede unterschiedlich auf die Frequenzemissionen reagiert», heisst es in der Beschreibung. Abgeschreckt werden sollen die Weibchen.

Andere Apps, die ebenfalls versprechen, Moskitos in die Flucht zu schlagen, ahmen den Flügelschlag der Männchen nach. «Bis dato weiss man noch nicht, welche Faktoren das weibliche Insekt tatsächlich abschrecken», sagte Heinrich Stemberger, Leiter des Instituts für Reise- und Tropenmedizin in Wien der Plattform Pressetext.com. Die Nachahmung des Flügelschlags der Männchen habe sich als weitgehend wirkungslos erwiesen. «Ob die Nachahmung anderer Geräusche besser funktioniert, erscheint fragwürdig», so Stemberger.

Knoblauch bringt nichts

Statt also nur auf technische Hilfsmittel sollte man bei einer Mückeninvasion auf bewährte Mittel setzen. Erwiesen ist, dass Mücken vor allem von der Ausdünstung der Menschen und einer erhöhten Körpertemperatur angezogen werden. Nach dem Sport im Freien raten Experten deshalb dazu, kalt zu duschen, bevor man wieder nach draussen geht. Den Atem mit Knoblauch- oder Alkoholfahne anzureichern hilft hingegen nichts – und schreckt höchstens Freunde ab, nicht aber Mücken. Biertrinker werden gar besonders häufig von Mücken angezapft.

Entscheidend ist laut Experten auch die Blutgruppe. Menschen mit Blutgruppe 0 werden doppelt so häufig gestochen wie solche mit Blutgruppe A.

(tob)