Neues Geschäftsmodell

25. Februar 2010 12:20; Akt: 25.02.2010 14:41 Print

Apple mit «Explicit Section»

Im Kreuzzug gegen nackte Tatsachen wurden über 5000 Applikation im Nachhinein aus dem App Store gelöscht - und damit auf ein lukratives Geschäftsfeld verzichtet. Dieses könnte nun neu aufgetan werden - und zwar im grossen Stil.

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Der Channel «Explicit» wurde aus den in iTunes gelisteten Kategorien nach kurzer Zeit wieder gelöscht.

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Die Entrüstung bei vielen Entwicklern über Apples neu eingeschlagenen Kurs war gross, ihre Apps wurden ohne Vorwarnung aus dem App Store geschmissen. So wurde etwa der Entwickler der App «Wobble iBoobs» vergangene Woche schriftlich informiert, dass sein Programm entfernt wurde, obwohl es zuvor monatelang im Angebot gestanden und insgesamt 970 000 Mal runtergeladen worden war (20 Minuten Online berichtete). Sämtliche Programme, deren Inhalte auch nur ansatzweise in Richtung Erotik gehen, sind für Apple seit neustem Tabu. Von der rigorosen Zensurmassnahmen sind über 5000 Apps betroffen. Apples Vorgehen mag manch einem ein bisschen fadenscheinig vorkommen, zumal sich mit dem mitgelieferten Safari-Browser Pornoseiten en masse aufrufen lassen.

Inkonsequentes Verhalten

Dass Apple in seinem Kreuzzug gegen nackte Tatsachen allerdings nicht immer gleich konsequent vorgeht, zeigt die Tatsache, dass etwa die Apps von «Playboy» und «Sports Illustrated» von den Zensurmassnahmen ausgeschlossen wurden. Auch die Macher der Webseite suicidegirls.com, auf welcher massenhaft mehr oder weniger leicht bekleidete Frauen ihre Tattoos präsentieren, sind über Apples Vorgehen verwirrt. Sie waren gleich mit zwei Apps auf dem iPhone vertreten, wovon eine gelöscht wurde, während die andere nach wie vor angeboten wird. «Es macht für uns keinen Sinn, wenn Leute Games wie Mafia Wars Okay finden, in denen Prostituierte abgeknallt und Drogen verkauft werden müssen, sich aber an einem hübschen Mädchen in Unterwäsche stören», wird eine der Gründerin auf sfweekly.com zitiert.

«Explicit Section»

Es steht ausser Frage, dass Apple aufgrund der angepassten Richtlinien eine Menge Geld durch die Lappen geht. Schliesslich verdienen sie an jeder verkauften App rund 30 Prozent des Verkaufspreises. Offenbar gibt es nun Pläne, die entstandenen Lücken wieder zu schliessen. Der IT-Blog gizmodo.com veröffentlichte einen Screenshot aus dem iTunes Store. Darauf ist zu sehen, dass in der Kategorie-Ansicht neu der Channel «Explicit» gelistet war. Inzwischen wurde der Eintrag wieder gelöscht. Welche Inhalte darin angeboten werden sollen, ist nicht klar. Der Name lässt allerdings darauf schliessen, dass sie nicht jugendfrei sein dürften.

Zehn Milliarden Songs verkauft

Laut einer Medienmitteilung von Apple sind im iTunes Store mittlerweile über zehn Milliarden Songs über die digitale Ladentheke gegangen. Der zehnmilliardste Song – «Guess Things Happen That Way» von Johnny Cash - wurde von einer gewissen Louie Sulcer aus Woodstock, USA gekauft. Eigenen Angaben zufolge werden im iTunes Store über 12 Millionen Songs, 55 000 TV-Episoden und mehr als 8 500 Spielfilme angeboten.

(mbu)