Brief an Steve Jobs

22. Juni 2011 07:45; Akt: 23.06.2011 07:42 Print

Apple soll Intifada-App entfernen

Politische Konflikte werden auch über das iPhone ausgetragen. Das zeigt sich an einem Protestschreiben der israelischen Regierung.

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Die israelische Regierung hat den US-Computerkonzern Apple aufgefordert, eine Anwendung namens «ThirdIntifada» (dritte Intifada) aus seinem App-Store zu entfernen. Der israelische Informationsminister Juli Edelstein schrieb diesbezüglich am Dienstag eine E-Mail an Apple-Chef Steve Jobs. Darin erklärte er, das Anwendungsprogramm habe eindeutig eine anti-israelische und -zionistische Ausrichtung. Dies gehe schon aus den Namen hervor. Intifada ist der Name für zwei palästinensische Aufstände gegen Israel.

Die kostenlose Anwendung kann von Nutzern zum Meinungsaustausch genutzt werden. Sie ist mit einer Webseite verlinkt, die unter anderem die jüngsten Auseinandersetzungen an der israelischen Grenze zu Syrien und dem Libanon mitorganisiert hat. Facebook hatte im März nach einer Beschwerde Edelsteins eine ähnliche Website vom Netz genommen.

App ist noch erhältlich

IT-Konzerne mit einer solchen globalen Reichweite hätten eine grosse Verantwortung und seien sich dieser auch bewusst, sagte ein hochrangiger Politiker gemäss Reuters im israelischen Radio. Er sei sich sicher, dass Apple – wie auch Facebook – entsprechend reagieren werde.

Apple gab zunächst keine Stellungnahme ab. Auch wenn der politische Druck wächst: Noch ist der Drei-Megabyte-Download im App-Store erhältlich. Das auf Arabisch gehaltene Programm stammt laut Beschrieb von der Firma Webatme.com.

Update 23. Juni

Inzwischen hat Apple die umstrittene Anwendung «ThirdIntifada» aus seinem App-Store entfernt. Apple-Sprecher Tom Neumayr erklärte am Mittwoch, das Programm sei entfernt worden, weil es nicht den Entwicklerrichtlinien entspreche. Eine Menge Menschen würden es anstössig finden. Unter anderem hatte sich auch das renommierte Simon-Wiesenthal-Zentrum bei Apple beschwert.

(ap)