Schlag gegen Filmpiraten?

14. Juni 2011 12:48; Akt: 15.06.2011 16:23 Print

Auch Movie2k war offline

Nach Kino.to hat es anscheinend eine weitere populäre Streaming-Plattform erwischt. Movie2k.to war am Dienstagmorgen nicht erreichbar. Die Nutzer tappen im Dunkeln.

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Movie2k.to, eine bekannte Kino.to-Alternative, kann zurzeit nicht besucht werden. Ist die Polizei schuld?

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Im Internet kursieren Meldungen, dass ein weiteres Streaming-Portal von der Polizei geschlossen wurde. Tatsächlich ist Movie2k.to nicht erreichbar. Die Hintergründe der Abschaltung sind allerdings noch nicht klar. Ob es sich um eine Zwangsmassnahme oder eine technische Panne handelt, ist offen.

Die Movie2k-Plattform, die auf Streams von aktuellen Kinofilmen und TV-Serien verlinkte, sei seit Dienstagmorgen nicht mehr zu erreichen, heisst es übereinstimmend in Medienberichten. Beim Aufrufen der Seite erscheint keine Fehlermeldung. Es ist aber auch keine Mitteilung der Polizei aufgeschaltet worden, wie dies zuletzt bei Kino.to der Fall war.

Piratenjäger auch offline

Die Kino.to-Schliessung war von der deutschen Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) forciert worden. Zurzeit ist auch der Internet-Auftritt der «Piratenjäger» nicht erreichbar. Dies lässt auf eine gewollte Überlastung der Server schliessen - vielleicht eine erneute Vergeltungsaktion von Anonymous. Die Internet-Aktivisten hatten die Abschaltung von Kino.to als staatliche Zensurmassnahme hart kritisiert.

In einem Blog-Eintrag hatte die GVU Ende letzter Woche erklärt, dass man auch das Anschauen solcher Streams als illegal erachte. In Zukunft werde man versuchen, auch die Konsumenten, sprich Besucher der Streaming-Plattformen, zur Verantwortung zu ziehen. Wie in der Schweiz gibt es auch in Deutschland bislang kein höchstrichterliches Urteil zur Nutzung solcher Plattformen.

Sorglose Movie2k-Betreiber

In einem Interview auf gulli.com hatte einer der Betreiber im Februar bereitwillig Auskunft gegeben über das Streaming-Geschäft, das neben TV-Serien und Kinofilmen auch Pornos beinhaltet. Der namentlich nicht genannte Administrator sagte, Movie2k speichere die IP-Adressen der Besucher nicht. Daher bestehe auch nicht die Gefahr, dass Daten in falsche Hände geraten könnten. «Selbst wenn es bei uns, spasseshalber angenommen, zu Geheimhaltungspannen käme - ein etwaiger Datenverlust oder eine unabsichtliche Datenweitergabe kann keine Informationen preisgeben, die wir nicht besitzen.»

Update 13.40 Uhr
Die Movie2k-Plattform ist derzeit wieder online. Offenbar ist der Kampf um die Nachfolge des populären Streaming-Portals Kino.to voll entbrannt, wie heise.de berichtet. Einer der angeblichen Mitbetreiber habe in einem Blog-Eintrag bestätigt, dass es sich um eine DDoS-Attacke handelte – vermutlich ausgeführt von einem der zahlreichen Konkurrenten.

(dsc)