SBB künden an

20. Februar 2013 15:10; Akt: 20.02.2013 16:01 Print

Bahnhöfe sollen zu Gratis-WLAN-Zone werden

Bis Ende 2015 sollen Pendler in allen grösseren Schweizer Bahnhöfen gratis aufs Internet können. Zudem wollen die SBB sämtliche Züge mit Repeatern ausrüsten. Doch auch das braucht seine Zeit.

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Luzern ist der einsame WLAN-Pionier der Schweiz. In der Innenstadt kann man seit 2007 gratis ins Internet. Über 45 000 Personen haben sich registriert, davon rund ein Drittel Touristen. Die St. Galler haben bereits 2006 Gratis-WLAN getestet. Jetzt starten die Ostschweizer einen neuen Anlauf. In den St. Galler Bussen, im Klosterviertel, beim KV und an anderen Standorten soll man gratis mit Highspeed surfen können. Südkorea ist der Schweiz in Sachen Mobilfunk und Internet um Jahre voraus. Im technikbegeisterten Land sind alleine in der Hauptstadt Seoul (Bild) 400 Gratis-Hotspots aktiv. Bis 2015 soll ein flächendeckendes WLAN mit 10 000 Access Points die Zehn-Millionen Einwohner mit Internet versorgen. In Hong Kong surft man auch im Bus im WLAN. Auch in der Schweiz sind bald 1500 Postautos mit Gratis-Internet unterwegs. Bei den SBB beginnt das WLAN-Zeitalter in der 2. Klasse allerdings erst 2014. Ob der Dienst dann gratis zur Verfügung steht, ist keineswegs sicher. Südamerika ist Europa einen Schritt voraus: In Buenos Aires ist Gratis-Internet in Bars und Restaurants inklusive. Teilweise surft man selbst in der Metro im schnellen WLAN. Auch Estland, der baltische Tiger, hängt die Schweiz ab. In wohl keinem anderen europäischen Land gibt es mehr Orte mit freiem WLAN. Im schönen Split in Kroatien weiss man, was Touristen mögen: Mit einem Gast-Passwort können sich die Gäste ins öffentliche WLAN einwählen. Am anderen Ende der Erde, im neuseeländischen Auckland, profitieren die Touristen ebenfalls von Gratis-WLAN in der Innenstadt.

Noch gilt die Schweiz als veritable WLAN-Wüste.

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Die SBB verbessert die Mobilfunkversorgung: Bis Ende 2015 rüstet sie die rund 100 grössten Bahnhöfe mit kostenlosem WLAN aus, wie sie am Mittwoch mitteilte. In den Reisezugwagen im Fernverkehr treibt sie den Einbau von Repeatern für besseren Empfang im Zug voran.

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Bereits im laufenden Jahr werden Reisende an den ersten rund 20 Bahnhöfen neu Breitband-Internet über WLAN nutzen können. Wie SBB-Sprecher Christian Ginsig auf Anfrage sagte, handelt es sich dabei um mittelgrosse Bahnhöfe, an denen es heute noch kein WLAN-Angebot gibt. Um welche es sich handelt, könne er noch nicht bekannt geben, denn die Liste stehe noch nicht ganz fest.

Um den Kunden auch im Zug bessere Internetverbindungen anzubieten, rüstet die SBB gemeinsam mit den Telekomanbietern derzeit sämtliche Fernverkehrswagen mit sogenannten Repeatern der neusten Generation aus. Bis Ende des laufenden Jahres sollen rund drei Viertel der Wagen ausgerüstet sein; Ende 2014 soll der Einbau fertig sein.

Lücken schliessen

Die Repeater ermöglichen eine deutlich bessere Verbindungsqualität während der Reise, wie die SBB schreibt. Zudem investieren die Mobilfunkanbieter laufend in den Netzausbau 3G und neu auch 4G/LTE entlang der Bahnlinien.

Damit würden bestehende Lücken in der Netzabdeckung schrittweise geschlossen - die entscheidende Grundlage für Verbesserungen der Versorgung mit Mobilfunkservices im Zug.

Bedeutender Faktor für die Kundenzufriedenheit

Ein einfacher und reibungsloser Zugang zu Mobilfunkservices und schnellen Internetverbindungen sei ein bedeutender Faktor für die Zufriedenheit der Kunden während der gesamten Reise, heisst es im SBB-Communiqué.

«Wir arbeiten an der durchgängigen Mobilfunkversorgung für unsere Bahnkunden», lässt sich SBB-Chef Andreas Meyer zitieren. «Ich freue mich, dass wir nun einen leistungsfähigen Internetzugang an den Bahnhöfen anbieten können. Die Verbesserung der Mobilfunkversorgung in unseren Zügen treiben wir gemeinsam mit den Telekomanbietern mit Hochdruck weiter voran.»

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • S.M. am 21.02.2013 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Zielkonflikte

    WLAN auf den Bahnhöfen, 4 G über Repeater in den Zügen und so weiter. Fragt sich manchmal nur mit welchen Inhalten und zu welchem Zweck. Jedenfalls gut für den Konsum. Hm, h0ffentlich bleibt beim Streamen überall und jederzeit der menschliche Verstand und die Biologie samt Evolution nicht auf der Strecke.

  • Nicht gratis am 20.02.2013 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Kunde zahlt "kostenloses" WLAN

    Da wir so wild darauf sind, ständig und überall online sein zu können, brauchen wir uns über Preiserhöhungen auch nicht beklagen. Selbstverständlich ist das kostenlose WLAN nicht so kostenlos, wie es dargestellt wird. Der Kunde zahlt es ja in Wahrheit. Von mir aus bräuchte es all das nicht.

  • Der Architekt am 20.02.2013 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wie es ist - LOOOOONGTE

    Nicht dem WLAN Druck machen, sondern dem LTE.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • SBB-Kunde am 23.02.2013 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Grosse Fragzeichen

    Neben diversen Sicherheitsfragen (u.a. Dummyhotspots) mit kaum absehbaren Folgen, stellen sich über kurz oder lang weitere Fragen. Als Pendler halte ich mich nur kurz am Bahnhof auf. Gratis-WLAN dürfte z.B. Gratis-Gamer etc. in die Hallen locken. Falsches Zielpublikum mit allen unerwünschten Nebeneffekten. Bestimmt könnte es sich lohnen, das "System Internetzugang" (auch technisch) neu und differenziert zu erfinden. Z.B. Internetzugang mit Billetcode und zeitlich beschränkt koppeln. Viele möchten auf WLAN etc. von A nach B verzichten und nicht dafür bezahlen. Separate Internetabteile etc.

    • Traveller am 23.02.2013 16:18 Report Diesen Beitrag melden

      Vieles offen

      Zumal sich manche Smartphones u.a. ohne weiteres in mobile Hotspots verwandeln lassen...brave new world. Werde garantiert nicht am Bahnhof meine Unterhaltung via public WLAN für unterwegs runterladen bzw. ständig verbunden streamen, auch nicht unterwegs; unnnötige Feldbelastung für mich und die Umgebung. Abgesehen davon absorbiert das ganz schön Bandbreite und nimmt normalen Usern für E-Mails, Auskünfte usw. Bandbreite für Sinnvolles.

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  • sascha am 22.02.2013 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    satelliten internet

    im ausland kann man schon lange in den zügen internet per satellit surfen. bei uns aber scheint dies luxus zu sein.

  • Dada am 22.02.2013 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke

    Die Branche hat erkannt dass man weiter modernisieren muss.Und wann pflanzen sie uns gleich bei der Geburt den Chip ein mit unseren Personaldaten?Da fahr ich doch lieber wieder mit dem Auto dort habe ich wenigstens noch ein wenig Ruhe.

  • Hans am 22.02.2013 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ernüchterung wird folgen

    Bei offenen WLANs und Gadgets mit aktivierten Schnittstellen im öffentlichen Raum, z.B. Bluetooth, wird sich spätestens bei Viren- oder Malwarebefall Ernüchterung einstellen. Die werden dann privat und am Arbeitsplatz weiter verbreitet. Glaubt ja keiner, dass ausgerechnet an Bahnhöfen keine Cyberkriminelle ihr Unwesen treiben. Grenzenloser Markt und mit allen Mitteln geförderte Volksverdummung gehen offenbar immer mehr Hand in Hand.

  • Homeuser am 21.02.2013 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Habe mich gefreut, nichts ist gekommen

    Ich habe mich auch aufs Wlan im Postauto gefreut und letztes Jahr im Internet den Kt. St. Gallen verfolgt. Dann im Herbst 2012, Kt. St. Gallen abgeschlossen Herbst 2012. Nun ja, zwischen Rapperswil und Ziegelbrücke hats jedenfalls keine gelben Busse mit Wlan!