«Pokémon Go»

11. Juli 2016 14:46; Akt: 12.07.2016 09:24 Print

Bewaffnete Räuber locken Handy-Gamer in die Falle

Das Augmented-Reality-Game «Pokémon Go» wird ein Opfer seines Erfolges. Überall gibts Ärger. Überfälle auf Spieler sind nur die Spitze des Eisbergs.

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Das neue Spiel von Nintendo und Niantic wurde von Fans lange erwartet und kam in Australien, Neuseeland und den USA Anfang Juli in die App Stores. Weil die Download-Zahlen durch die Decke gingen, musste die Entwickler den Europa-Start kurzfristig verschieben. Das Mobile-Game bezieht die Umwelt des Spielers mit ein: Um die virtuellen Pokémon-Monster auf ihrem Handy-Bildschirm zu fangen, müssen die Spieler also in der echten Welt umherlaufen. In gewissen Fällen kann das ziemlich witzig wirken. Allerdings führte das Herumlaufen und gleichzeitige auf den Screen starren seit der Lancierung des Augmented-Reality-Games auch schon zu mehreren kleinen Verletzungen. Damit aber nicht genug: Im US-Bundesstaat Missouri haben Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren das Mobile-Game genutzt, um andere User anzulocken und dann mit einer Waffe zu überfallen. Dazu hatten sie einen sogenannten Poké-Stop in das Spiel eingebaut, an dem die Spieler normalerweise Gegenstände für ihren Pokémon abholen können. Auch für diese 19-Jährige aus dem US-Bundesstaat Wyoming endete der erste Durchlauf anders als erwartet: Die junge Frau folgte den Anweisungen des Games, Pokémons an einem natürlichen Wasservorkommen zu suchen und landete dabei an einem Fluss. Statt den gesuchten Monstern fand sie laut dem Newsportal County10.com einen Mann leblos im Wasser treiben. Er soll bei einem Unfall ums Leben gekommen sein, gab die Polizei weniger später bekannt. Relativ harmlos ist dagegen der Fall von Boon Sheridan. Der Amerikaner bekommt seit der Lancierung des Spiels ständig Besuch vor seinem Haus. Dieses ist eigentlich eine alte Kirche. Sein Zuhause ist im Game als «Gym» vermerkt ist. Das ist der Ort, an dem Spieler ihre Pokémons trainieren und mit anderen Monstern kämpfen lassen können. Sheridan nimmts mit Humor und teilt seine Erlebnisse und Gedanken auf Twitter. Sheridan bittet die Spieler zum Beispiel, doch wenigstens ein «Hallo» zu tweeten. Schliesslich sei er der Besitzer des «Gym» und würde gerne wissen, wer seine Besucher sind. Er überlegt: Die ganzen herumlungerten Gestalten könnten das Ganze so aussehen lassen, als würde ein Drogenhändler im Haus wohnen. Und hier noch das Beweisfoto. Nach über 30 Personen und Autos, die an seinem Haus Stop machten, um das neue «Pokémon Go» zu spielen, hat Sheridan aufgehört zu zählen. Sobald das Wetter besser werde, würden es sicher noch mehr, prophezeit er. Wie seine Nachbarn wohl darauf reagieren werden? Sheridan selbst hätte keine Probleme mit den Spielern. Er hätte sie wohl gar nicht bemerkt, wenn er nicht in der Küche beschäftigt gewesen wäre, von wo aus er direkt auf die Strasse kucken kann, schreibt er. Nur, dass sie ihm die Einfahrt zuparkieren, findet er nicht so toll.

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Vor weniger als einer Woche kam «Pokémon Go» von Nintendo und Entwickler Niantic in Australien, Neuseeland und den USA in die App Stores. Seitdem sorgt das langersehnte Augmented-Reality-Game regelmässig für beunruhigende Schlagzeilen.

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Um die virtuellen Pokémon-Monster auf ihrem Handy-Bildschirm zu fangen, müssen die Spieler nämlich in der echten Welt umherlaufen. Das forderte laut der «New York Post» bereits mehrere Verletzte.

Die Polizei des US-Bundesstaats Missouri berichtete am Sonntag zudem, dass vier Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren das Mobile-Game nutzten, um andere User anzulocken und dann unter Androhung von Waffengewalt zu überfallen. Dazu hätten sie einen sogenannten Poké-Stop in das Spiel eingebaut, also einen Ort, an dem die Spieler normalerweise Gegenstände für ihren Pokémon abholen können.

Ungewollte Besucher und eine Wasserleiche

Auch für eine 19-Jährige aus dem US-Bundesstaat Wyoming endete der erste Durchlauf anders als erwartet: Die junge Frau folgte den Anweisungen des Games, Pokémons an einem natürlichen Wasservorkommen zu suchen, und landete dabei an einem Fluss. Statt den gesuchten Monstern fand sie laut dem Newsportal County10.com einen Mann leblos im Wasser treiben. Er soll bei einem Unfall ums Leben gekommen sein, gab die Polizei wenig später bekannt.

Vergleichsweise harmlos ist dagegen der Fall von Boon Sheridan. Das Haus des Amerikaners steht laut Buzzfeed.com seit der Lancierung des Spiels unter Dauerbelagerung. Dies, weil sein Zuhause im Game als «Gym» vermerkt ist. Das ist der Ort, an dem Spieler ihre Pokémon trainieren und mit anderen Monstern kämpfen lassen können. Sheridan nimmts mit Humor und teilt seine Erlebnisse fleissig auf Twitter (siehe Bildstrecke).

Europa-Start verschoben

In den Staaten dauerte es nur einen Tag, bis die Download-Zahlen von «Pokémon Go» im Google Play Store jene der Dating-App Tinder überholten und die Niantic-Server an ihre Grenzen brachten. Die Entwickler waren deshalb gezwungen, den eigentlich für das vergangene Wochenende geplanten Europa-Start kurzfristig zu verschieben.

Wer sich das Spiel auf einen anderen Weg als über die offiziellen App-Stores beschaffen will, sollte Vorsicht walten lassen: Sicherheitsforscher der Firma Proofpoint haben bereits Versionen entdeckt, die Smartphones mit einem gemeinen Trojaner infizieren. Diese Schadsoftware ermöglicht es Angreifern, die Kontrolle über das Telefon zu übernehmen.

(lia)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Advocatus Diaboli am 11.07.2016 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Achwas?

    Ein Spiel mit vorgesteckten Koordinaten welche sehr viele Leute aufsuchen werden können dazu verwendet werden, um ihnen aufzulauern und ihnen ihr Handy zu stehlen, da die Täter in jedem Fall wissen dass das Opfer eines dabei haben muss? Wer häts gedacht?

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  • Nicola am 11.07.2016 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Ignoriert

    Und ich sitze hier mit meinem Windows Phone....seufz

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  • Fruityloops am 12.07.2016 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pokestop eingebaut?

    ich denke eher sie haben ein lockmodul aktiviert

Die neusten Leser-Kommentare

  • Johnny am 12.07.2016 23:27 Report Diesen Beitrag melden

    Herausragende Entwickler

    Sie haben also sogar daran gedacht, Team Rocket zu integrieren. Faszinierend!

  • Fruityloops am 12.07.2016 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pokestop eingebaut?

    ich denke eher sie haben ein lockmodul aktiviert

  • Adrian Wagner am 12.07.2016 00:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Windows Phone

    Wird wohl leider nie für Windows Phone kommen.

  • Oliver am 11.07.2016 18:46 Report Diesen Beitrag melden

    mir entgeht momentan

    irgendwie der Sinn des Spieles ... was soll man da genau tun ? Irgendwo mit den Smartphone hin, und dann ?

    • Remo am 12.07.2016 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Oliver

      Du kannst Pokemon fangen und dann Arenen meistern. Bei Pokestops kannst du dir Gegenstände abholen zmb. Pokebälle.

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  • Female pothead am 11.07.2016 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehlende Antwortmöglichkeit

    Nein, ich werde das nicht runterladen. Ich spiele lieber Ingress.