Millionenklage

14. April 2011 12:50; Akt: 14.04.2011 13:00 Print

Blogger gegen Huffington

315 Millionen US-Dollar bezahlte AOL an die Gründer der «Huffington Post» für die Übernahme. Tausende Blogger haben aber über die Jahre gratis gearbeitet. Jetzt fordert einer von ihnen Gerechtigkeit für alle.

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Die 61-jährige Arianne Huffington ist gebürtige Griechin und wird als «Königin der Blogger» bezeichnet.

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Arianna Huffington ist eine gemachte Frau. Sie gründete 2005 gemeinsam mit Kenneth Lerer und Jonah Peretti die Online-Zeitung «The Huffington Post», die sich innert kürzester Zeit zum Publikumsliebling mauserte. Monatlich wird sie von 25 Millionen Lesern besucht. Auf den Erfolg wurde auch der Internetkonzern AOL aufmerksam und bezahlte im vergangenen Februar rund 315 Millionen US-Dollar für die Übernahme, davon 300 Millionen in bar.

Neben 70 festen Mitarbeitern liefern Tausende von Bloggern kostenlos Inhalte. Dazu zählt auch der Publizist Jonathan Tasini. Im Laufe der Jahre lieferte er über 200 Beiträge. Nun hat er gegen die Gründer der Zeitung Klage eingereicht. Sein Vorwurf: Die Huffington Post habe sich an den Beiträgen unbezahlter Blogger bereichert und sie nicht über ihre Gewinnabsichten informiert. In Namen von 9000 Bloggern fordert er nun 105 Millionen Dollar Schadensersatz. In seinem Blog schreibt er: «Huffington bezahlt null. Nichts. Nada. Ehrlich gesagt ist Arianna Huffington schlimmer als jeder Bankmanager.»

Darauf reagierte Arianna Huffington inzwischen mit einem eigenen Artikel. Darin bezeichnet sie die eingereichte Klage als völlig wertlos. Gegenüber dem US-Magazin Forbes schätzte der Jurist Jimmy Nguyen die Chancen von Tasini als gering ein. «Ungerechtfertigte Bereicherung ist ein Argument, das wir als Backup verwenden. Das ist die Art von Theorie, die man nutzt, wenn man keine bessere hat.»

(mbu)