Melani-Bericht 2015

29. Oktober 2015 17:49; Akt: 29.10.2015 17:50 Print

Cyber-Spione und Hacker auch in der Schweiz aktiv

Im aktuellen Halbjahresbericht warnt die Melde- und Analysestelle Informationssicherung vor Sicherheitslücken in der Schweiz.

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Trojaner, Phishing-Angriffe und Abhör-Schadsoftware kommen auch in der Schweiz immer häufiger zum Einsatz. (Bild: Eugene Sergeev)

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Dass Cyberkriminalität wie Spionage und Hacking auch hierzulande ein grosses Thema ist, zeigt der am Donnerstag veröffentlichte Halbjahresbericht der Schweizer Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani).

So seien E-Banking-Trojaner, die sich zum Beispiel in einem Mail-Anhang im Zip-Format befinden, weit verbreitet. Klickt der User auf den Anhang, wird der Virus aktiviert und der PC infiziert. Loggt man sich später vom infizierten Gerät in einen persönlichen E-Banking-Account ein, aktiviert sich der Trojaner ein zweites Mal und zweigt vom Konto der Betroffenen Geld ab.

Erpressung mit gestohlenen Kundendaten immer häufiger

Phishing-Angriffe auf Finanzinstitute wie die Schweizer Kantonalbanken häuften sich laut Bericht in der ersten Jahreshälfte ebenfalls. Am häufigsten betroffen seien dabei die Kantone Zürich und Wallis.

Auch Erpressung sei derzeit eine beliebte Masche von Cyberkriminellen, die auf einen schnellen finanziellen Gewinn aus sind, heisst es weiter. Unter anderem betroffen war etwa ein Unternehmen in der Romandie. Die Täter drohten mit der Veröffentlichung von Kundendaten und verlangten ein Lösegeld. Das Unternehmen liess sich nicht erpressen, woraufhin die Daten veröffentlicht wurden.

In der Schweiz geführte Atomgespräche ausspioniert

Der Bericht erwähnt zudem Spionagefälle unter Einsatz von Schadsoftware, die im ersten Halbjahr für Aufsehen gesorgt haben. So sollen die Gespräche zum Atomabkommen mit dem Iran abgehört worden sein. Davon betroffen war auch die Schweiz, da ein Teil der Gespräche in Lausanne, Montreux und Genf stattfand.

Der Bundesrat hat die Bundesanwaltschaft aufgrund von Hinweisen des Nachrichtendienstes ermächtigt, ein Strafverfahren gegen Unbekannt zu eröffnen. Bei einer Hausdurchsuchung in Genf wurden verschiedene Geräte beschlagnahmt.

Kettenreaktion möglich

Thematisiert wird ferner die Gefahr von Cyber-Angriffen auf industrielle Kontrollsysteme, etwa jene von kleinen Wasserkraftwerken. Ein orchestrierter Angriff auf zahlreiche kleinere Systeme könnte zu plötzlichen Stromschwankungen und Kettenreaktionen bis hin zu einem grossflächigen Stromausfall führen, heisst es im Bericht.

(lia/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike Blackwater am 29.10.2015 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Fun / NoFun

    Sind wir ehrlich, die meisten sind selber Schuld, wenn sie von 'gehackt' werden. Ich sehe soviele ungeschützte Rechner oder Benutzer die einfach jeden Link / Anhang anklicken, da ist es doch klar werden die Rechner angezapft. Es ist ja schliesslich nicht schwer einen RAT resp Trojaner zu crypten und an ein Opfer zu schicken. - Mal einen Spass erlauben ist okay, aber wenn's Scam's im finanziellen Bereich dann hört der Spass auf

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  • Toni Zuber am 01.11.2015 16:35 Report Diesen Beitrag melden

    Achtung: Kriminelle hören uns ab !

    Jeder kann sich vor Hacker und Kriminellen schützen. So nutze ich verschlüsselte Anwendungen wie Threema, Protonmail und die abhörsichere Telefon App OpusTel. Alle GSM Handys können einfach abgehört werden, wenn nicht verschlüsselte Apps eingesetzt werden. Die betroffenen werden zum Teil empfindlich erpresst.

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  • Stevie am 30.10.2015 18:39 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweizer Spione sind bekannt

    die hocken alle im NDB und lesen fleissig Mails von Teenies um sich zu ergötzen. Und die Firmen Mails, um die Informationen vermutlich an den Höchstbietenden zu verkaufen

Die neusten Leser-Kommentare

  • keinschimmer am 02.11.2015 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    digital kids

    hihihi, habe die Kommentare gelesen. Für mich könnte auch gleich alles chinesisch geschrieben sein, ich versteh nur Bahnhof. Bin ich die einzige? Zum glück gibts Leute, die die technische Sprache verstehen! Aber auch bei Fachleuten kann ich als Laie nicht verstehen, ob sie nun ehrlich sind. Zum Glück kenne ich privat einen guten Informatiker, sonst hätte ich ein Problem. Komme mir grad doof vor.

  • Toni Zuber am 01.11.2015 16:35 Report Diesen Beitrag melden

    Achtung: Kriminelle hören uns ab !

    Jeder kann sich vor Hacker und Kriminellen schützen. So nutze ich verschlüsselte Anwendungen wie Threema, Protonmail und die abhörsichere Telefon App OpusTel. Alle GSM Handys können einfach abgehört werden, wenn nicht verschlüsselte Apps eingesetzt werden. Die betroffenen werden zum Teil empfindlich erpresst.

    • Giorgio am 02.11.2015 14:24 Report Diesen Beitrag melden

      Gleich Paranoid

      werden ist ein bisschen übertrieben. Mann muss einfach mit heiklen Dateien überlegt umgehen. Wenn jemand mich mit Handydaten erpressen will, von mir aus. Der Verlauf wie die Schul-Gruppenarbeit läuft, ob meine Mutter oder ich das Brot kaufen geht oder wie ich mit einer Frau flirte... Das sind wohl keine heiklen Daten... Nacktbilder rumschicken und weiteres ist halt leichtsinnig... Fast alles was mit einem Netzwerk verbunden ist kann gehäckt werden und heutzutage muss man mehr Angst vor dem Staat haben als vom Kellerkind-Urs.

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  • Stevie am 30.10.2015 18:39 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweizer Spione sind bekannt

    die hocken alle im NDB und lesen fleissig Mails von Teenies um sich zu ergötzen. Und die Firmen Mails, um die Informationen vermutlich an den Höchstbietenden zu verkaufen

  • Wanner am 30.10.2015 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Gehäckt

    Die Seiten von Tele Züri Tele M1 und Tele Bärn wurden gehackt, geht mal kucken ;)

  • Mike Blackwater am 29.10.2015 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Fun / NoFun

    Sind wir ehrlich, die meisten sind selber Schuld, wenn sie von 'gehackt' werden. Ich sehe soviele ungeschützte Rechner oder Benutzer die einfach jeden Link / Anhang anklicken, da ist es doch klar werden die Rechner angezapft. Es ist ja schliesslich nicht schwer einen RAT resp Trojaner zu crypten und an ein Opfer zu schicken. - Mal einen Spass erlauben ist okay, aber wenn's Scam's im finanziellen Bereich dann hört der Spass auf

    • Domino am 29.10.2015 18:26 Report Diesen Beitrag melden

      Ein Beispiel

      einer "chain-reaction" kann mit der Weizenkornlegende veranschaulicht werden. Ein Beispiel eben.

    • Ja die bösen sind die guten am 29.10.2015 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mike Blackwater

      Ich bin auch selber schuld wenn einer den Stopp überfährt und in mein Auto fährt ich hätte ja zu hause bleiben können.

    • Algorithmus am 29.10.2015 18:59 Report Diesen Beitrag melden

      @JadiBösidiGu

      Der Kluge fährt mit dem Militär-Damenfahrrad... :-)

    • Andy am 29.10.2015 19:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mike Blackwater

      Informier dich lieber mal mehr über gezielte Angriffe und finde heraus was APT bedeutet bevor du das Wort hacken benutzt.

    • Security Consultant am 30.10.2015 08:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andy

      Während der Blackwater ein Script Kiddie zu sein scheint bestenfalls (na...macht Metasploit Spass?)...was hat APT mit Heimnutzern zu tun? Nur weil der eine oder andere nen Bot drauf hat? Richtiges APT ist ne ganz andere Baustelle und hat selten Homeuser im Visier...

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