Milliarden-Umsatz

28. April 2015 14:28; Akt: 28.04.2015 14:28 Print

Cyberbrillen sind in fünf Jahren Mainstream

Cyberbrillen werden bis 2020 zum grossen Geschäft: Wobei Microsoft mit seiner Hololens die Nase vornhaben dürfte.

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Nachdem die erste VR-Headset-Welle der 1990er-Jahre ziemlich schnell abgeebbt war, machten sich erste Unternehmen bereits in der ersten Dekade dieses Jahrtausends wieder daran, Cyberbrillen zu entwickeln. Hier der Prototyp eines Headsets mit Fast-360-Grad-Sichtfeld von Toshiba aus dem Jahr 2006. Die derzeit wohl bekannteste Cyberbrille ist die Oculus Rift von Entwickler Valve. Das Potenzial von 3-D-Headsets hat auch Mark Zuckerberg erkannt . Da Oculus VR allerdings Vorreiter der aktuellen 3-D-Brillen-Bewegung ist, wirkt die im Headset verbaute Technologie im Vergleich zum einen oder anderen Konkurrenzprodukt fast schon etwas veraltet - obwohl das Headset noch gar nicht offiziell verkauft wird. Eine technisch vielversprechende 3-D-Brille ist . Das Headset soll 2016 erscheinen. Im Bild: 20-Minuten-Gameexperte Ill-FiL an der Gamescom 2014 beim Hands-on mit Project Morpheus. Erst kürzlich präsentierte Sony eine überarbeitete Version von Project Morpheus mit Full-HD-Display-Auflösung, 100-Grad-Sichtfeld und einer Frequenz von 120 Bildern pro Sekunde. Zudem sollen neun LED-Tracker die Position des Nutzers genauer feststellen und sie im virtuellen Raum verankern. Die derzeit wohl fortschrittlichste Cyberbrille ist . Das ausgeklügelte Tracking-System (die sogenannte Lighthouse-Technologie) ermöglicht eine exakte Positionierung des Spielers im Game. Microsoft hat mit der . Wie der Name schon verrät, projiziert das Headset Hologramme (dreidimensionale, digitale Bilder) in die echte Umgebung. Usens hat vor wenigen Tagen mit der Impression Pi eine vielversprechende 3-D-Brille vorgestellt, die mit Gesten gesteuert wird. Derzeit versucht das Unternehmen, die Entwicklung der Pi durch eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter zu finanzieren (siehe Video im Artikel). Wird dieses Exemplar das coolste VR-Headset auf dem Markt? Die Avegant Glyph kann als Kopfhörer ... ... und Cyberbrille verwendet werden. Ob sich die Glyph beim Publikum durchzusetzen vermag, bleibt abzuwarten. Die OSVR von Razer bietet in Sachen Funktionalität in etwa dasselbe wie die Oculus Rift. Auch sie setzt auf Open Source und unterstützt das Betriebssystem Linux. Zahlreiche Hersteller entwickeln Cyber-Headsets, die mit Smartphones funktionieren. So zum Beispiel . Auch die von könnten böse Zungen als «stylish designten Handyhalter» bezeichnen. Das Headset ist sicher eines der bestaussehenden VR-Geräte und hat dementsprechend den diesjährigen IF-Design-Award gewonnen. Klobig wirkt hingegen die Archos-VR-Brille. Auch sie setzt auf Smartphones als Bildschirm. Auch im Tiefpreissegment gibt es einige vielversprechende 3-D-Brillen für Smartphones - wie beispielsweise die . Aussen Low-Budget, innen High-Tech. ist ebenfalls ein Handy-Halter, und dazu erst noch einer der umweltverträglichsten. Und auch die an der diesjährigen CeBIT in Hannover vorgestellten Vroggles dürften das Herz von so manchem Karton-Bastler höherschlagen lassen. Immerhin: Das Landeskriminalamt Thüringen setzt Vroggles gemäss Futurezone.at bei Tatortbesichtigungen ein. In die Sparte «Skurriles aus der Cyberwelt» fällt der View-Master von Mattel. Die Brille zum Anschauen stereoskopischer Fotos ist eigentlich schon 75 Jahre alt. Der Barbie-Hersteller hat jetzt aber mit Google zusammengespannt, um die zugegeben etwas angestaubte Technologie mit Smartphones und Virtual Reality kompatibel zu machen. Nicht minder abgefahren mutet dieses Headset an. Die Firma Immersight hat das eher sperrige Gerät entwickelt. Es stellt VR-Versionen von Innenräumen dar, damit Kunden beispielsweise virtuelle Hausbesichtigungen machen können. Noch schnell zurück zu den «herkömmlichen» Cyberbrillen: Erste Firmen haben begonnen, Erweiterungen für die 3-D-Headsets zu entwickeln - wie beispielsweise . Ausserdem verfügt die Erweiterung über einen Gischt-Ausdünster sowie Ventilatoren, die dem Nutzer Wind ins Gesicht blasen. Der FeelReal-Aufsatz ist mit verschiedenen Cyberbrillen kompatibel.

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Bis in fünf Jahren sollen Datenbrillen den Durchbruch schaffen – und mehrere Milliarden absetzen. Davon sind die Experten des Beratungs- und Marktforschungsunternehmens Digi-Capital in San Francisco überzeugt. Doch nicht alle Technologien werden die Nutzer gleich stark überzeugen. So werden Hersteller von Augmented-Reality-Brillen (Microsoft Hololens) den grösseren Reibach machen als die Entwickler von Virtual-Reality-Brillen (Oculus Rift). Bei AR verschmelzen virtuelle Objekte mit der Realität, die virtuelle Realität entführt die Nutzer komplett in eine digitale Umgebung.

Mit Augmented-Reality werden Hersteller bis in fünf Jahren rund 120 Milliarden Dollar mit ihren Brillen umsetzen, Hersteller von VR-Brillen dagegen nur rund 30 Milliarden, so die Prognosen der Experten.

So wichtig wie Smartphones

Laut Tim Merel, Geschäftsführer von Digi-Capital, könnten AR-Brillen dereinst in unseren Leben die gleiche Rolle spielen wie heute Smartphones. «Man kann die AR-Brille überall tragen und praktisch alles damit machen», so Merel. Möglich ist der Einsatz sowohl professionell als Hilfestellung für Handwerker wie auch zum Gamen. VR-Brillen hingegen seien vergleichbar mit einer Spielkonsole auf der Nase, da die Geräte für die Nutzung in den eigenen vier Wänden konzipiert seien. Das hat aber auch einen entscheidenden Vorteil: Mit Virtual-Reality-Brillen ist das Eintauchen in eine Spielwelt vollständig möglich.

Microsofts verlorener Glanz

Merel ist der Meinung, dass die Hololens den Markt mit mobilen Geräten aufwühlen könnte und Microsoft den verlorenen Glanz wieder zurückgeben könnte. Auch Google will sich davon ein Stück abschneiden. Einerseits soll die Datenbrille Glass bald in einer neuen Version lanciert werden. Andererseits hat der IT-Konzern Ende 2014 Millionen in das Unternehmen Magic Leap investiert. Dereinst soll das Produkt von Magic Leap jedes Display von Smartphones, Notebooks und Smartwatches ersetzen, so die Hoffnung des CEOs. «Wir glauben, dass die Menschen diese Art von Technik häufiger verwenden werden als ihr Smartphone», sagt CEO Rony Abovitz.

Noch ist es aber nicht so weit. Ein offizielles Launch-Datum etwa für die Oculus Rift ist bisher nicht bekannt. Microsoft plant, die Hololens noch dieses Jahr auf den Markt zu bringen. Ein Datum für die Technologie hinter Magic Leap ist ebenfalls unbekannt. Trotzdem vermutet Merel von Digi-Capital bereits für 2016, dass die Hersteller einstellige Milliarden-Umsätze erreichen werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sahnemann am 28.04.2015 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ich hoffe..

    ..dass bald auch etwas für Erwachsene rauskommen wird. Sex mit der Alten die durch die Brille aussieht wie eine Darstellerin welche man sich runterlädt! Das wäre der Hit!

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  • Andre am 28.04.2015 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geniale Sache aber mit Vorbehalt

    Also Virtual Reality interessiert mich viel mehr als virtuelles in der Realität. Eintauchen in eine andere Welt wo alles möglich ist, schon der Gedanke macht mich ganz scharf drauf. The Elder Scrolls, GTA, Battlefield, Warthunder mit virtual Reality, das wäre hammer! Die Realität kommt aber immer zuerst, ein Vernachlässigen von Mitmenschen kommt für mich deswegen nicht in Frage.

  • NfS King am 28.04.2015 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    VR

    Das ist die einzige technische Innovation die mich in letzter zeit nicht völlig kalt lässt. ab in die Matrix mit Morpheus. Oh mann, freue mich derbe darauf.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roman Rebitz am 29.04.2015 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Boah echt habs die vielleicht endlich geschafft mit diesen Technologien, haben die schon vor 20 Jahren versprochen das es nur noch 2-3 Jahre dauert. Echt lahm diese Entwicklung. Die guten Produkte werden wohl richtig teuer werden, die allerweltsbrillen schlecht und günstig.

    • User am 29.04.2015 16:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Genau meine Meinung!!

      Ich schrieb es bereits schon einmal: "Liefere statt Lavere!!" Seit Jahren heisst es immer dasselbe... ich möchte jetzt mal ein konkretes Produkt sehen!!

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  • hans dampf am 29.04.2015 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    jaja...

    jaja. 3D war auch mal das nächste grosse ding. und wo ists jetzt?

    • pete am 29.04.2015 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      schon probiert

      Ich hab eine Oculus. Auch wenn die Auflösung im Moment noch zu gering ist, macht alles was irgendwie mit Simulator zu tun hat, unheimlich Spass. Wenn die finale Version noch eine bessere Auflösung hat, werden Spiele wie Elite oder Asseto Corsa der hammer :) das ist nicht mit 3d am Bildschirm zu vergleichen

    • Cybot am 29.04.2015 18:39 Report Diesen Beitrag melden

      Virtuality

      Das gab es auch 1990 schon, auch da war die Auflösung noch zu gering, hat aber ziemlich viel Spass gemacht. Durchgesetzt hat es sich deswegen leider trotzdem nicht.

    • Rift am 30.04.2015 01:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Freu mich

      Jeder der schon eine oculus besitzt weis dass das gross wird!!! Glaubt mir!;)

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  • Peter M. am 29.04.2015 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Infantile Gesellschaft

    Die Menschen wollen in der westlichen Welt nicht mehr erwachsen werden - sie bleiben ewig Kinder und brauchen dauernd neue Spielzeuge. Konsum ist noch der einzige "Wert", der geblieben ist.

  • J. H. am 29.04.2015 09:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unsere zukunft

    das wird unsere zukunft mehr beeinflussen als wir wahrscheindlich ahnen wird ne interessante zeit :)

  • pascal schuler am 29.04.2015 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo führt das hin?

    Als ob die reale Welt/Natur nicht genug zu bieten hätte...

    • TheFenrirson am 29.04.2015 09:53 Report Diesen Beitrag melden

      ja vielleicht, aber...

      ... die Natur ist nicht überall gleich stark vertreten. und mal "eben schnell noch in die Natur" bleibt für viele nur ein Traum. wer in der Stadt lebt und normal arbeitet, wird kaum mal eben in den Regenwald hüpfen können. Und als Arbeitsgerät für die Entwicklung ist das Konzept auch genial. Mein Bauteil direkt vor mir? Drehbar in alle Richtungen etc? komplett in 3D wo ich drum herum laufen kann? Ein komplettes Haus, das ich besichtigen kann bevor es gebaut wird? Ja, die Welt hat viel zu bieten, aber der menschliche Verstand auch. Lassen Sie uns doch unsere Fantasie ausleben.

    • TechnikFan am 29.04.2015 11:45 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht abschaffen

      @pascal schuler Es geht auch nicht darum das eine gegen das andere auszuspielen. Es wird Grossartiges und Spannendes möglich, deswegen wird anderes Grossartiges und Spannendes doch nicht abgeschafft. :)

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