Abgefahrene Maschine

17. Dezember 2018 20:34; Akt: 18.12.2018 05:08 Print

Damit hat ein Brite mehr als 600'000 Fr ergaunert

Mit einem selbstgebauten Apparat legte ein Brite mehrere hundert Bankkunden herein und erbeute viel Geld. Jetzt hat ihn die Polizei geschnappt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die abenteuerliche Maschine könnte problemlos als Bombenattrappe aus einem alten B-Movie durchgehen. Sie ist die Erfindung eines 53-jährigen Briten, der so nach Belieben seine Stimme verstellen konnte. Damit zog er eine ausgeklügelte und anfänglich auch äusserst erfolgreiche Betrugsmasche durch, wie die Newsplattform Theregister.co.uk schreibt.

Umfrage
Wurden Sie schon Opfer eines Diebstahls/Betrugs?

Der Gauner rief zuerst seine Opfer an und gab sich als deren Bank aus. Dann rief er bei der echten Bank an und gab sich als Kunde aus. Seine Stimme passte er mit der Maschine dem Geschlecht und Alter der Bankkunden an.

Halbe Million Pfund erbeutet

Mit seiner halbautomatischen Social-Engineering-Maschine konnte der Hochstapler Hunderte Bankkunden übers Ohr hauen. Insgesamt erbeutete er 500'000 britische Pfund, was umgerechnet rund 630'000 Franken entspricht. Im Juni war dann Schluss: Die Londoner Metropolitan Police verhaftete den Mann.

Bei der Hausdurchsuchung fanden die Polizisten neben der Maschine eine Festplatte mit Scans von Pässen und IDs sowie eine Liste mit Namen und Anschrift und 32 Kreditkarten. Der Mann war schon zuvor der Polizei bekannt. Er war nämlich erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen worden.

23'000 Pfund pro Tag

Dort sass er, weil er als Anführer einer Diebesbande 2014 ein Hacking-Gerät in einer Bank platziert hatte. Damit gelang es den Kriminellen, Konten leer zu räumen. Dabei wurden mehr als 1,5 Millionen Pfund erbeutet. Der «Daily Telegraph» beschreibt den 53-jährigen als Computergenie.

Vor seiner kriminellen Karriere war er Profi-Glücksspieler. Dabei soll er pro Tag bis zu 23'000 Pfund verdient haben, bevor er in britischen Casinos Hausverbot erhielt. Ende der 1980er-Jahre organisierte er zudem diverse illegale Raves und war als «King of Acid House» bekannt, wie der «Guardian» schreibt.

Für den aktuellen Betrugsfall wurde der 53-Jährige jetzt zu einer Gefängnisstrafe von 20 Monaten verurteilt.

(tob)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • grenacher am 17.12.2018 21:34 Report Diesen Beitrag melden

    Die Grossen lässt man laufen

    Die Banken betreiben jeden Tag Diebstahl allen voran die Nationalbanken die Geld aus dem Nichts drucken und es dann Liquiditätsspritze nennen . Dieses Geld wird nur unter den Banken hin und her geschoben und kommt nicht in den Wirtschaftskreislauf. Fed 30 Milliarden USD pro Monat / EZB 25 Milliarden Euro pro Monat . Wärend Niedrigzinsen herrschen und dadurch Vermögen vernichtet wird.

    einklappen einklappen
  • Bauherr von Ding am 17.12.2018 21:39 Report Diesen Beitrag melden

    Dingens bauen

    Naja legall ist es nicht aber was die in der Teppichetagen, Verwaltungsräte ezc abziehen ist noch viel schlimmer. Wenigstens war der krativ und hat so ein Ding gebaut.

    einklappen einklappen
  • Swisshoopz am 17.12.2018 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    True

    Ich frage mich immer wieder, wie kann ein so intelligenter Mann seine intelligenz für solche kriminalschaften Missbrauchen?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • ZH71 am 18.12.2018 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Wie sagt doch das Sprichwort?

    Kleine Kriminelle rauben eine Bank aus. Grosse Kriminelle gründen eine.

  • D. Üsentrieb am 18.12.2018 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Imitatoren

    Warum braucht man eine solche Maschine dazu? Für mich arbeiten etliche Stimmenimitatoren. Noch fragen?

  • Vielreisender am 18.12.2018 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Geht einfacher

    Kreditkarten können bis zu 40.- (Währungen unwichtig) beim spazieren mit dem richtigen Gerät abbuchen. Ist mir in Australien, Spanien und auch hier passiert.

    • 2020bc am 18.12.2018 12:28 Report Diesen Beitrag melden

      Schutzfolie

      hilft dabei die Kreditkarte zu schützen

    einklappen einklappen
  • Gio Perez am 18.12.2018 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ist es nicht so?

    Auch wenn man mit dem "Die Grossen lässt man laufen.." einverstanden sein kann. Problematisch scheint mir hier explizit, dass es "Kleine" waren welche durch ihn direkt geschädigt wurden. Solche wie Du und ich. Und das tut dem Einzelnen viel mehr weh als das Gemauschel der Grossfinanz.

  • Katja am 18.12.2018 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    Und die Nationalbanken...

    kaufen mit gedrucktem Geld Aktien von Unternehmen auf, lassen die Arbeiter Dividenden erwirtschaften, sacken alles ein und das mit wertlosem Papier... Sklavenhandel der Neuzeit. Viele Ökonomen gehen davon aus, dass dies zu einem der grössten Wirtschaftskollapse führen wird, die die Welt je gesehen hat.