Verschwörung

14. Mai 2019 09:38; Akt: 14.05.2019 14:29 Print

Darum will Russland, dass wir Angst vor 5G haben

Glaubt man dem russischen Nachrichtensender RT America, so stehen wir kurz vor der 5G-Apokalypse.

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In seiner Nachrichtensendung warnt der Kreml-treue TV-Sender RT America vor der 5G-Apokalypse. Bei 5G handelt es sich um den neuesten Mobilfunkstandard. Südkorea und einige Städte in den USA haben ihn bereits in Betrieb genommen. In der Schweiz ... ... ist das 5G-Netz seit dem 17. April verfügbar (20 Minuten berichtete). Noch aber surft und telefoniert die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung auf dem 4G-Netz. Samsung und Swisscom haben 5G-Antennen in Betrieb genommen. Auf den Websites der beiden Netzbetreiber ist ersichtlich, welche Orte bereits mit 5G versorgt werden. 5G ist doppelt so schnell wie 4G; Filme können mit einer Geschwindigkeit von bis zu 2 GBit/s heruntergeladen werden. Bis Ende 2019 sollen hierzulande 90 Prozent der Bevölkerung 5G-Empfang haben. Allerdings brauchen die Nutzerinnen und Nutzer dazu auch ein 5G-fähiges Smartphone. Swisscom etwa setzt auf das Oppo Reno 5G. Sunrise dagegen kooperiert mit Xiaomi. Das Mi Mix 3 ist ebenfalls 5G-fähig. Xiaomi und Oppo sind beide Hersteller aus China. 5G sorgt jedoch für heftige Diskussionen. Am 10. Mai 2019 fand etwa die nationale Kundgebung «Stop 5G». Die Demonstranten forderten etwa den Schutz von Mensch und Umwelt. Tatsächlich hängt die biologische Wirkung der Strahlen von der Stärke und der Frequenz ab. Die Frequenzen für 5G wurden vom Bund bereits für andere Zwecke eingesetzt, wie etwa die Übermittlung von TV- und Radiosignalen. Eine vom Bund beauftragte Arbeitsgruppe diskutiert derzeit über Mobilfunk und Strahlung im Hinblick auf 5G.

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5G soll Hirnturmore, Herzkrankheiten, Autismus und Alzheimer verursachen sowie zu Unfruchtbarkeit führen. Wenn es nach dem von der russischen Regierung kontrollierten TV-Sender RT America geht, dann gehört der neue Mobilfunkstandard sofort eingedämmt und verboten. Zur Begründung führt der in Washington ansässige Kreml-Sender ein Sammelsurium von Gesundheitsrisiken auf. Wissenschaftliche Beweise für die Behauptungen gibt es aber keine.

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Doch warum will RT America dem Westen 5G vermiesen? Das liegt laut Experten daran, dass Russland beim 5G-Ausbau hinterherhinkt. In der Schweiz ist der schnelle Mobilfunkstandard seit dem 17. April verfügbar. Auch Südkorea und einzelne Städte der USA haben 5G bereits in Betrieb genommen.

Mehr Daten mit weniger Strahlung

«Da Russland die deutlich schlechteren Karten im 5G-Wettkampf hat, versucht es auch, das schnelle Netz in ein schlechtes Licht zu rücken», sagt Ryan Fox, Chief Operating Officer des Technologieunternehmens New Knowledge, das Falschinformationen aufspürt. Gegenüber der «New York Times» spricht er von wirtschaftlicher Kriegsführung.

Eine der Behauptungen von RT America etwa lautet, dass die Strahlung umso gefährlicher für lebende Organismen sei, je höher deren Frequenz sei. Dabei sei genau das Gegenteil der Fall, zitiert die «New York Times» eine Studie der Cornell University. Demnach kommt Strahlung mit zunehmender Frequenz immer weniger durch die Haut. Und kann folglich auch schlechter innere Organe oder das Gehirn erreichen.

«Putins Handlanger»

Weiter behauptet RT America, dass Kinder, die Signalen von 5G-Handytürmen ausgesetzt seien, an Krebs, Nasenbluten und Lernschwierigkeiten leiden würden. Der Sender spricht gar von«5G Apokalypse» oder einem «äusserst gefährlichen Experiment an der Menschheit». Dabei beruft er sich auf wissenschaftlich nicht überprüfbare Behauptungen von Strahlengegnern.

Solche Nachrichten verunsichern, verängstigen oder verärgern. Laut Experten ist das genau Moskaus Ziel: den Westen zu destabilisieren, indem man das Vertrauen in demokratische Führungspersonen, Politiker und Institutionen untergräbt. Deshalb sieht die «New York Times» RT America als Verbreiter von Falschinformationen und bezeichnet den Sender als «Putins Handlanger».

Russlands Präsident Wladimir Putin verbreitet im Inland übrigens eine ganz andere Botschaft. Am 20. Februar ordnete er den baldigen Start von 5G an und begrüsste die Technologie ausdrücklich. Einer GSMA-Studie zufolge sollen erste 5G-Netzwerke in Russland ab 2020 in Betrieb genommen werden.

(vhu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Der am 14.05.2019 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Billige Propaganda

    Toller Bericht, tolle Propaganda ! Das Niveau ist jetzt ganz unten !

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  • Philoswiss am 14.05.2019 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Die Besserwisser

    Ja genau, das böse RT und ihre Kremlin Propaganda, behauptet Dinge ohne Beweise zu erbringen, aiaiai. Natürlich braucht die NY Times keine Gegenbeweise, den die sind ja die Guten und machen nie Propaganda, nein, niemals... Also kommt schon Leute, niemand weis was die Langzeitfolgen von 5G sind, weder gut noch schlecht. Abwarten und Tee trinken ist jetzt angesagt. Hört doch auf mit dieser gegenseitigen Hetze. Keine der beiden Seiten sind sauber und keiner weis bescheid.

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  • Peter am 14.05.2019 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    unvoreingenommen bleiben

    Ich denke man sollte unabhängig von solchen Meldungen unvoreingenommen die Auswirkungen von 5G gründlich überprüfen lassen, bevor man es einsetzt. Es braucht 5G nicht sofort. Ein irrationeller Streit zwischen 5G-Befürwortern und Gegnern bringt einfach nichts, wenn keine der beiden Seiten rein wissenschaftliche bewiesene Tatsachen vorbringen kann, also ohne ökonomische (Befürworter) und ohne rein ideologische (Gegner) Beeinflussungen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ruedi58 am 15.05.2019 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Russland kann warten

    und muss nicht bei den ersten sein wenn die Anlagen und Handy noch zu teuer sind.

  • L. Castillo am 14.05.2019 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber Nachforschen

    Es ist wider klar, dass Leute über Sachen Diskutieren die sie Aufgeschnappt haben oder beeinflusst wurden. Am besten mal die Ericsson Unterlagen forschen und vergleichen mit denen der Swisscom. Wir Techniker haben neue Richtlinien erhalten wegen Sicherheitsabstand und maximale zeit im Roten Bereich.

  • Tja Tja am 14.05.2019 20:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn atomisiert dann berechtigt Angst

    Der Russe weiss, dass er wie auch der Amerikaner, zu jenen gehört denen es schadet. Er weiss auch warum. Darum hat er ein Bisschen Todesangst. Berechtigterweise. Er hat bald keine Macht mehr, das stört ihn wie auch den Amerikaner. Er will dringend noch einmal den Atomknopf drücken der ist ja bekanntlich weniger schädlich.

  • M.Ballottelli am 14.05.2019 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    Initiativen

    Ob 5g strahlen schädigen weiss ich nicht,gesund sind sie sicher nicht.Aber was ich weiss und von den befürwortern absolut vermieden werden will ist die tatsache anzuerkennen das 5 die grundlage für die smartifizierung,also totalüberwachung/entmündigung der gesellschaft infrastruktur,mobilität ,privatsphäre und zahlungsverkehr sein wird.Gesetze müssen her gegen zwang zur vernetzung der privaten mobilität,zahlungsverkehr,privatsphäre,haushalte und öffentlichkeit.Industrie,medizin und Bildung können ihre anwendungen haben.Wird aber nicht so gewollt weil dann die massenkontrolle entfällt.

  • Realist am 14.05.2019 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsere wahren Feinde sind nicht Russland

    Wofür muss Russland sonst noch alles herhalten? Der Westen, allen voran die Supernation mit ihren Drohungen, Sanktionen und Erpressungen, stempeln die Russen als "die Bösen" schlechthin ab!