Gottloses Netz

13. April 2014 10:25; Akt: 13.04.2014 10:27 Print

Das Internet macht uns zu Ungläubigen

Ein US-Forscher behauptet, dass das Internet den Glauben an Gott zerstört. In seiner Studie zeigt er auf, dass die Zahl von Gläubigen wegen der gestiegenen Internetnutzung abnimmt.

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Keine Verbindung: Vor allem Menschen, die das Internet intensiv nutzen, würden laut dem Forscher Allen Downey der Religion mit erhöhter Wahrscheinlichkeit den Rücken kehren. (Bild: Wikipedia) (Bild: Picasa)

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Surfen statt beten: Ein US-Wissenschaftler ist überzeugt, dass die Nutzung des Internets die Chance verringert, Mitglied einer Religionsgemeinschaft zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt Allen Downey vom Olin College of Engineering in Massachusetts nach der Auswertung einer Umfrage unter Amerikanern, die aus ihren Glaubensgemeinschaften ausgetreten sind.

Seiner These zufolge nimmt der Anteil von Amerikanern ohne religiöse Ausrichtung stetig zu. Während 1980 – als noch niemand das Internet nutzte – der Anteil bei acht Prozent lag, hat sich der Wert innerhalb von 30 Jahren auf 18 Prozent mehr als verdoppelt. Konkret heisst das, dass in den letzten 30 Jahren rund 25 Millionen Amerikaner aus einer Glaubensgemeinschaft ausgetreten sind.

Harte Konkurrenz für den Papst

Diese Entwicklung hänge zwar von mehreren Faktoren wie dem Einkommen, Bildungsgrad und dem Wohnort der Personen ab, doch nichts habe einen so grossen Einfluss auf die Gläubigkeit wie die Internetnutzung, so der Forscher. Vor allem Menschen, die das Internet intensiv nutzen, würden laut Downey der Religion mit erhöhter Wahrscheinlichkeit den Rücken kehren. Veröffentlicht wurde seine Studie beim MIT Technology Review.

Laut dem IT-Portal CNet könnte es auch sein, dass Religionsgemeinschaften zu spät angefangen haben, das Internet zu nutzen. «Sie haben Kunden verloren und müssen nun aufholen», heisst es im Artikel. Gar keine so einfache Aufgabe: Bei Twitter hat der aktuelle Pontifex, Papst Franziskus, 3,89 Millionen Follower – die US-Sängerin Katy Perry hingegen über 50 Millionen.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Edwin Schaltegger am 13.04.2014 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Sind Religionen unnötig?

    Ich denke, dass dies ein guter Trend ist. Die Religionen haben der Menschheit nicht viele Positives beschert. Durch die Religionen und ihre Kleriker wird/wurde der Mensch nur manipuliert, auf ihn Macht ausgeübt und sein freies Denken eingeschränkt. Wichtig ist, dass moralische Grundsätze und Respekt vor unseren Mitmenschen unserer Natur und Umwelt eingehalten werden; sprich humanistisches Weltbild. Dazu sind Religionen unnötig!

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  • Nick Wilo am 13.04.2014 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so...

    Religion hetzt weltweit Menschen gegeneinander auf und führt zu Kriegen und Mord.... Religion im Allgemeinen verbieten wäre das richtige.... Glauben ist nunmal die Abwesenheit von Wissen...

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  • MoonDub am 13.04.2014 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    Religion wozu?

    Hoffentlich schafft es das Internet das Joch Religion unter dem die Menschheit immer noch steht loszuwerden. Kein Mensch braucht Religion um zu wissen dass töten,lügen oder stehlen nicht gut ist und noch weniger um glücklich zu sein! Deshalb betrachte ich das Internet eher als Chance eine Religiongemeinschaft zu verlassen im Gegensatz zu Allen Downey der findet dass es die Chance verringert einer beizutreten!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Francis Kaderli am 15.04.2014 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Eigenverantwortung ist gut

    Ich nutze das Internet seit 20 Jahren. Ich glaube an Gott. Aber ich glaube nicht an Institutionen, die wie Sekten lediglich ihre Mitglieder ausbeuten. Glaube an Gott ist etwas individuelles. Das Internet hilft vielleicht zu mehr spiritueller Eigenverantwortlichkeit. Das ist sehr begrüssenswert und entzieht fanatisierender Polemik den Boden.

  • Godot am 15.04.2014 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Der Tod wird verdrängt.

    Der Tod ist nicht mehr allgegenwärtig. Der Tod und das Vergängliche werden verdrängt. Das ist wohl der Hauptgrund weshalb der Religion immer weniger Platz gewährt wird. Tod, Gott und Religion sind hängen zu fest zusammen, das stört beim Verdrängen...

  • kein Wunder am 15.04.2014 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    weniger wissen = bessere Kontrolle

    Die Kirche war schon immer dagegen, dass das Volk richtig informiert ist. Denn Unwissende kann man besser steuern und es ist ja bewiesen dass je weniger gebildet ein Volk ist, desto gläubiger ist es auch....

  • SusanneH am 15.04.2014 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so!

    Ist auch bald Zeit, mit diesem Humbug aufzuhören!

  • Chris D. am 15.04.2014 02:14 Report Diesen Beitrag melden

    Die alte Leier

    Die alte Leier. Höchst interessant zu sehen dass heutzutage die Pole andersrum stehen. - Heute sind die nicht-religiösen die Fanatiker. Kann ich auch verstehen. Es sei denn diese Einstellung kommt von jungen Menschen. Die haben noch von Nichts ne Ahnung. Aber sie geben ihren ach so überzeugten Senf ab... ohne Erfahrung... Nicht die Reigion ist veraltet und überholt, das geht gar nicht weil sie Teil des Mesch-seins ist. Aber ihre Form ist es. Es könnte aber auch andersrum interpretiert werden: Die Menschheit ist vom Weg abgekommen und findet darum keine Gemeinschaft mehr.