Registrar-Wechsel

24. Januar 2015 22:45; Akt: 26.01.2015 12:36 Print

Das hat es mit dem .ch-Transfer auf sich

von Ph. Stirnemann - Das Bakom hat die Verordnung über Internet-Domain-Namen geändert. Betreiber von 1,2 Millionen Websites mit .ch-Endung müssen handeln.

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Wer seine .ch-Domain bei der Firma Switch hinterlegt hat, muss sie im Lauf der nächsten Monate zu einem anderen Registrar transferieren. (Bild: 20 Minuten)

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Bisher war die öffentlich-rechtliche Stiftung Switch in der Schweiz zuständig sowohl für den Betrieb des Domain-Namen-Verzeichnisses als auch für den Verkauf von .ch-Domainnamen. Damit war Switch sowohl Registry wie auch Registrar (siehe Box). Die neue Verordnung des Bakom über Domain-Namen räumt nun mit dieser Schweizer Eigenart auf und trennt die hoheitliche, regulierte Aufgabe (Registry) vom Kundengeschäft (Registrar).

Der Schritt des Bakom hat Auswirkungen auf die rund 1,2 Millionen .ch-Domain-Namen, die bei Switch hinterlegt sind. Webseitenbetreiber müssen im Lauf der nächsten Monate ihre Domains zu einem neuen Registrar transferieren. Switch fordert seit Mitte Januar seine Kunden zum Transfer auf.

Doch wie einfach ist der Domain-Transfer? 20 Minuten hat sich mit Wolfram Schmidt unterhalten, dem CEO des Registrars Switchplus, einer Tochtergesellschaft von Switch. (Eine Liste mit weiteren Registrars finden Sie hier).

Herr Schmidt, wie kompliziert ist der Domain-Transfer respektive wie viel Zeit nimmt er in Anspruch?
Für den Transfer benötigt der Kunde einen Transfercode, den er über sein Switch-Benutzerkonto beantragen kann. Falls er die Zugangsdaten zum Benutzerkonto nicht mehr kennt, kann er über ein entsprechendes Formular den Transfercode von Switch anfordern. Danach muss sich der Kunde einen neuen Registrar suchen, ein neues Benutzerkonto eröffnen und von dort aus den Transfer auslösen. Bei Switchplus kann er das beispielsweise automatisiert über das entsprechende Formular machen.

Dieser Prozess kann wenige Minuten bis ein paar Tage dauern. Letzteres passiert zum Beispiel dann, wenn die E-Mail-Adressdaten im Switch-Benutzerkonto nicht mehr gültig sind und Switch den Transfercode nicht zustellen kann. In diesem Fall muss der Kunde den Transfercode schriftlich bei Switch beantragen.

Birgt der Transfer irgendwelche Risiken? Worauf muss besonders geachtet werden?
Das grösste Risiko hat der Kunde, falls sein Transfercode in falsche Hände gerät. Es gibt verschiedene Anbieter, die von Kunden die Switch-Zugangsdaten über die Anbieter-Website erfragen. Sollte es sich dabei um eine Phishing-Website handeln, ist der Domain-Name verloren, da mit den Switch-Zugangsdaten der Domain-Name an einen beliebigen neuen Halter transferiert werden kann.

Technisch gibt es normalerweise keine Risiken, da bei einem ordnungsgemäss durchgeführten Transfer keine Name-Serve- Änderungen vorgenommen werden.

Was sind Ihre Tipps für einen reibungslosen Transfer?
Der Kunde kann sich jetzt schon darum kümmern, dass die in seinem Switch-Konto hinterlegte E-Mail-Adresse korrekt ist, da ihm ansonsten der Transfercode nicht zugestellt werden kann. Offiziell zum Transfer aufgefordert wird er drei Monate vor Abo-Ablauf. Innerhalb dieser drei Monate erinnert Switch ihn mehrmals an den Transfer.

Der Kunde sollte nur zu einem Anbieter wechseln, den er kennt oder über den er ausreichend Informationen im Web finden kann, da es inzwischen auch sehr viele Anbieter im Markt gibt, bei denen man nicht sieht, wer dahintersteht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike am 25.01.2015 00:16 Report Diesen Beitrag melden

    Absolut unnötige Übung!

    Das war wieder mal ein Schildbürgerstreich sondergleichen... Wozu das ganze? Hat vorher mit Switch problemlos funktioniert, man wusste immer wo die Domains registriert sind und brauchte z.B. als technischer Kontakt lediglich ein Login. Nun gibt es unzählige Anbieter. Niemand weiss wie zuverlässig oder wie seriös die sind. Wozu also? Wettbewerb? Pro Domain kostete es 15.50 pro Jahr, wenn man nun sucht und Angebote vergleicht (Zeitaufwand??), findet man Anbieter für vielleicht 11.-- pro Jahr. Ersparnis: sagenhafte 4.50 pro Jahr! Das war wirklich dringend nötig...

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  • olimimus am 24.01.2015 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    panikmache durch hoster

    gewisse hoster betreiben in den werbungen auch panikmache um mögluchst viele kunden zu gewinnen. echt traurig dass man sowas nötig hat.

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  • Martin am 24.01.2015 23:03 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Mein Registrar steht nirgends in der Liste von Switch, trotzdem hat der Transfer reibungslos geklappt. Ich denke, man transferiert die Adresse am einfachsten zu dem Anbieter, bei dem man schon vorher Serverplatz und Email für die Webseite gemietet hat? (Vorausgesetzt natürlich, er verlangt nicht zuviel Geld dafür)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Selena am 25.01.2015 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    na hauptsache

    man ändert Dinge, die funktionieren... wer auch immer die Idee dazu hatte, repariert wohl auch 'n Fahrrad das keinerlei Macken hat, also echt jetzt...

  • Oliver am 25.01.2015 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    Bakom, was tust du da wieder ?

    und mal wieder musste etwas revolutioniert werden, das doch eigentlich gut funktionnierte (nun gut, der preis ...) Mir wär lieber das Bakom würde mal bei folgenden Problemen ansetzen : Roaming gebühren im Ausland und Vereinfachung der Urheberrechte im TV bereich, damit wird endlich auch mal ein anständiges, würdiges onlineTV/streaming Angebot in de CH haben (Netflix und co. in der CH is ja nen Witz verglichen zu US, EU) . Auch mehr Sender auf dem Kabelfernsehen wären nicht schlecht, Bandbreite hat es ja mit digtalTV sicher genug (Swisscom hat 250 im angebot, aufwachen, Kabelbetreiber !)

  • Oliver am 25.01.2015 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    (un)seriöse registrare

    das macht mir auch irgendwie Angst. Sorge bereitet mir, dass jetzt unseriöse Firmen wohl unkontrolliert viele .ch domains mal "auf Vorrat" kaufen, um sie dann "mit Bearbeitunggebühr, aka. Gewinn + Wucherpreise" einem Interessierten weiter zu verkaufen. Switch als damaliger einziger Registrar hatte wohl noch die übersicht, ob da urplötzlich eine Firma tausende Domains registrierte. Jetzt, mit all den Registraren die sich sicher nicht unter sich absprechen, wirds wohl für Domainbetrüger einfacher

    • Shimu Trachsel am 25.01.2015 15:43 Report Diesen Beitrag melden

      Werden sie wohl nicht.

      Der Registrar muss je weiterhin der Registry (Switch) eine Gebühr für jede Domain berappen. Was soll er da auf Vorrat irgendwelche sinnlosen Domainnamen für sich registrieren. Gute Namen gibt es sicher keine mehr, die frei sind. NB kann jeder eine Domain für sich registrieren, wenn er meint, die werde mal wertvoll. Z.B. "Je-sui-Charlie.ch" oder "Bombenbasteln.ch" oder "eurotalfahrt.ch" und diese dann später teuer verkaufen... sofern er einen Käufer findet.

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  • Domainbesitzer am 25.01.2015 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Panik Leute

    Also wer kurz nach Beginn einer bezahlten Periode aus Panik zu einem neuen Registrar gewechselt hat und somit doppelt bezahlt dem kann ich nicht helfen. Switch hat klar und deutlich geschrieben dass man im betreffenden Jahr (also 2015) drei Monate vor Aboablauf von Switch benachrichtigt wird und eine Anleitungt zum Transfer erhält. Ich werde genau dann wechseln und keinen Tag früher. Warum auch? Ihr seid wohl alle auf die Panikwerbung der hunderttausend anderen Anbieter reingefallen welche die Kunden auf ihre Seite ziehen wollen. Zudem empfehle ich Domainnamen und Hosting separat zu halten.

    • René Meier am 25.01.2015 12:27 Report Diesen Beitrag melden

      Seriöse Hoster

      Ich hatte meine Rechnung bereits bezahlt bei Switch da das Abo kurz vor Ablauf war und danach zu meinem Hoster der Firma Hoststar gewechselt. Gleich darauf erhielt ich von der Hoststar eine neue Rechnung. Nachdem ich mitteilte ich hätte das Abo doch schon bei Switch bezahlt hat Hoststar die Rechnung storniert. Das nenne ich mal ein kundenfreundliches Verhalten. Die haben es nicht nötig den ganzen Tag Werbung in Lokalradios zu machen wie Gree.ch :)

    • nee, am 25.01.2015 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      dafür machen sie Werbung im TV.

      Und das sogar mit falschen Aussagen: die .ch Toplevel-Domain würde "verloren gehen". Erstens ist es nicht die Toplevel Domain sonden die Secondlevel (Firmenname, etc.) und zweitens geht sie nicht verloren. Ich blieb bei Switch (bzw. Switchplus) die Umregistrierung von knapp 20 Domainnamen dauerte nicht mal 3 Minuten. Und der Service von Switchplus ist gut! Gewaltentrennung ist immer von Vorteil: Domain bei Switchplus, Hosting beim besten Preis/Leistungs-Provider.

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  • Werner Hunziker am 25.01.2015 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Globalisierung purpurrot:

    Als nächstes wird dann die Domain .ch abgeschafft, weil wir nun doch nicht das Bankkundengeheimnis aufgeben, und dann haben wir den digitalen Salat!