Nokia 8210

31. Januar 2015 14:08; Akt: 31.01.2015 14:08 Print

Das ist das Lieblingshandy der Drogendealer

Klein, robust, ohne WLAN und Bluetooth: Kriminelle schwören auf Uralt-Handys. Doch nicht nur darum ist das Nokia 8210 bei Dealern so begehrt.

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Heutige Smartphones sind wahre Wundergeräte, die uns permanent mit der grossen, weiten Welt verbinden, einen grossen Teil unseres Privatlebens beeinflussen und als portable Büros dienen. Die schöne, mobil kommunizierende Welt bietet viele Vorteile.

Es gibt aber auch «Berufszweige», bei denen die ununterbrochene Erreichbarkeit respektive die Tatsache, immer via GPS lokalisierbar zu sein, Risiken birgt. Wer seinen Lebensunterhalt mit illegalen Machenschaften verdient, muss immer wieder vom Radar der vernetzten Welt verschwinden können. Drogendealer beispielsweise müssen sicher sein können, dass sie bei der Verrichtung ihrer Arbeit unentdeckt bleiben. Dennoch müssen sie immer erreichbar sein.

Deshalb empfiehlt es sich für Kriminelle nicht, mit einem stylischen iPhone 6 oder einem Samsung S5 durch die Gegend zu laufen. Die Lösung: Wer sichergehen will, dass kein staatlicher «Big Brother» auf die auf dem Handy gespeicherten Informationen zugreift, sollte ein altes Handy benutzen, wie Vice.com schreibt.

«Das perfekte Business-Tool für Dealer»

1999 kam mit dem Nokia 8210 ein kompaktes Handy auf den Markt, das in jede Tasche passte, alle nötigen Kommunikationsmöglichkeiten bot und ohne Bluetooth-, NFC- oder WLAN-Funktionen auskam. Niemand, nicht mal die Polizei, konnte also die Bewegungen des Besitzers verfolgen. Datentransfer mit anderen Geräten war dennoch dank Infrarot-Technologie möglich. Das Gerät verfügte zudem über eine überragende Akkuleistung, sodass man auch locker einen Tag lang ohne Aufladen telefonieren konnte.

Schliesslich war das 8210 das kleinste und leichteste Nokia-Handy auf dem Markt. Mit seinen lediglich 79 Gramm erfreut es sich unter Gefängnisinsassen gemäss Vice.com auch heute noch grosser Beliebtheit, da Besucher es «im Hintern versteckt in den Knast schmuggeln» können.

Tausche Handy gegen Drogen

Wie ein Dealer aus Birmingham dem Nachrichtenportal berichtete, schwören Kriminelle bis heute auf das finnische Handy aus dem Jahre 1999. «Alle Dealer, die ich kenne, benutzen ältere Telefone. Und alle sind heiss auf das Nokia 8210, weil es so klein ist und einen super Akku hat. Ausserdem war es das beste Handy seiner Zeit. Ich konnte es mir damals, als ich noch in Jamaika lebte, leider nicht leisten», so der «K2» genannte Dealer. Heute habe er dafür gleich vier Stück davon.

Für seine «Arbeit» würde er übrigens zwei Telefone benutzen: Eines für eingehende Anrufe, eines für ausgehende. «Sicherheitshalber tausche ich auch regelmässig die SIM-Karten aus».

Nicht nur Dealer profitieren

Die Nachfrage aus Dealer-Kreisen nach dem Old-School-Handy von Nokia spielt auch Abhängigen in die Karten. Wie ein Drogenkonsument berichtet, ist das 8210 mittlerweile zu einem willkommenen Zahlungs- respektive Tauschmittel geworden. Er habe beim Drogenkauf ein 8210 dabei gehabt, weil sein neues Smartphone kaputtgegangen sei, berichtet der drogensüchtige Tony. «Sofort wollten mir zwei Dealer das Handy abkaufen. Ich habe es an einen anderen Dealer für Crack vertickt», sagt er zu Vice.

Auch Handyverkäufer, die Occasionen im Angebot haben, profitieren vom Drogen-Geschäft mit dem Nokia 8210, wie ein anonymer Shop-Besitzer berichtet: «Wir hatten schon mehrere Kunden, die nach einem 8210 gefragt haben. (…) Ich weiss nicht, was sie damit vorhaben, ich frage aber auch nicht nach.»

Werbespot für das Nokia 8210 aus dem Jahr 1999. (Video: Youtube/sam1230hkad)

(pst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex Servant am 31.01.2015 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    Tsss....

    Mein Dealer hat seit Jahren das selbe Handy und die selbe Nr., bei der Zürcher Polizei sind solche Tricks nicht nötig.

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  • Hanfi Hans am 31.01.2015 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tauschangbot

    Habe noch so ein Handy. Tausche es gegen 150 gramm...

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  • Cristian Pistone am 31.01.2015 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Witz?

    Der Beitrag ist ein Witz oder? Jedes Handy kann ausspioniert werden, auch ein Uralt-Handy. Ein bisschen Schutz bietet höchstens eine unregistrierte SIM-Karte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • dre am 01.02.2015 23:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bessere Lösung

    Da sollte man lieber wider auf den bewärten "Toten Briefkasten" setzen

  • Karl Karli am 01.02.2015 23:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CB funk

    Ich glaube das Dealer über CB funk die großen Geschäfte machen. Die alten Kisten sind nicht so schnell zu orten und haben eine kleine Reichweite.. Und über die Kommunikation kein Problem, Codewörter werden benutzt. Codewörter werden auch problemlos über normale Handys genützt.. Auch wenn ausspioniert wird so können die Fander nicht wirklich mit bekommen was gemeint ist!

  • Handy Kenner am 01.02.2015 17:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlecht recherchiert

    Sorry, aber der Beitrag ist sachlich ziemlich schlecht recherchiert. Es gibt keine Handys mit denen man "...immer via GPS lokalisierbar ist...", denn bei jedem Handy welches ein GPS besitzt, kann man dieses auch manuell abschalten. Zudem ist eine grobe Ortung des Handys durch die Standorte der Mobilfunkantennen durch die Polizei via Provider immer möglich. Denn auch ein Nokia 8210 wechselt mehrmals die Mobilfunkantenne, wenn sich ein Dealer z.B. durch eine Grossstadt bewegt.

    • Remo am 01.02.2015 20:01 Report Diesen Beitrag melden

      @Handy Kenner

      Mit der richtigen Software auf dem Tele und sie können das Tele noch tausendmal GPS manuel abstellen,sehrwahrscheindlich haben sie eh schon genug Apps auf dem Händy,mit sehr sehr vielen berechtigungen,wovon sie gar nicht genau wissen,was man damit anstellen kann.

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  • Patrick am 01.02.2015 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht verfolgbares Handy? Gibts nicht!

    Ein "nicht verfolgbares Handy?" Selten so gelacht! Das gibt es nicht, da jedes Handy, das eine eingelegte Batterie hat (ob ein- oder ausgeschaltet spielt keine Rolle) , regelmässig mit den Funkmasten kommuniziert (auch wenn nicht telefoniert wird). Steht das Handy mit zwei Funkmasten in Kontakt, dann kann man die Position des Handys Metergenau eingrenzen und das wird auch von den Behörden so gemacht! So ist die Technik und der Artikel ist mehr als irreführend!

    • An Patrick am 01.02.2015 19:12 Report Diesen Beitrag melden

      3 Masten

      Bei 2 Masten gibt es 2 mögliche Standorte. Will man "Metergenau" lokalisieren sind 3 Masten nötig und einen eindeutigen Standpunkt im Raum zu definieren.

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  • Staat am 01.02.2015 15:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Staat hat immer die Oberhand

    wenn jemand wirklich abgehört , wird stimm Frequenz registriert , da nützt es gar nicht ob Nokia od andere sim registriert oder nicht . Der Staat hat jeden wen er will.