Horrende Preise

02. Juli 2019 08:26; Akt: 02.07.2019 13:01 Print

«1 GB Daten-Roaming kostet 45'000 Franken»

Wer in den Ferien mit einem Schweizer Mobilfunkanbieter surft, sollte vorher die Preise prüfen. 1 GB Daten kann schnell mehrere zehntausend Franken kosten.

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Roaming im Ausland kann zu einer happigen Handyrechnung führen. Der Online-Vergleichsdienst Moneyland.ch hat die aktuellen Roaming-Tarife für 183 Länder weltweit analysiert. Besonders günstig ist das Daten-Roaming in Kanada und in den USA. Sofern man mit dem Anbieter TalkTalk unterwegs ist. 1 GB kosten dort lediglich 10 Franken. In Puerto Rico ... ... und Grönland bezahlen Sunrise Kunden für 1 GB 14,90 Franken. 199.95 Franken müssen Prepaid-Kunden von Salt berappen, wenn sie in Ländern wie Kuba, ... ... den Malediven ... ... oder Namibia 1 GB Daten nutzen. In diesen Ferienländern sei dies aber noch ein günstiges Angebot, erklärt der Telecom-Experte Ralf Beyeler vom Vergleichsdienst Moneyland.ch. So viel kostet 1 GB Daten-Roaming im Schnitt pro Anbieter. So viel ksotet 1 GB Daten-Roaming im Schnitt pro Land. Schon Anfang Juni 2019 hat der Online-Vergleichsdienst Moneyland.ch die Roaming-Tarife für europäische Reiseländer analysiert. Die Ergebnisse finden Sie nachfolgend. So viel kosten 1000 MB Daten und 120 Minuten Telefonie in Europa (sofern für Anrufe in EU-Länder nicht ein einheitlicher Preis gültig ist, wurde der Preis für die Nutzung in Spanien berechnet). «Die Roaming-Standardtarife der Schweizer Telecomanbieter sind oft immer noch unverschämt teuer. Kunden, die einfach drauflos surfen, bezahlen die hohen Standardtarife», so Telecomexperte Ralf Beyeler. Bereits im Jahr 2018 hat Moneyland.ch anhand des gleichen Profils einen Roaming-Preisvergleich erstellt. Überraschend: Bei drei Anbietern gab es sogar Preiserhöhungen. Am höchsten ist diese mit 24,8 Prozent für Kunden von Coop Mobile. Dies hängt mit dem Wechsel des Coop-Mobile-Angebots von Salt zu Swisscom zusammen. Bei sieben Anbietern kam es hingegen zu Preissenkungen: Am höchsten ist die Preissenkung beim zur Mobilezone-Gruppe gehörenden Anbieter TalkTalk mit 65,6 Prozent. Die Abo-Kunden von TalkTalk bezahlen neu 62.50 Franken statt 181.45 Franken, sofern sie so kommunizieren wie der untersuchte Profilkunde. Überraschend ist, dass die Tarife für das Roaming für den Profilkunden bei 10 der verglichenen 20 Anbieter unverändert geblieben sind. Dennoch haben viele Konsumenten den Eindruck, dass die Roaming-Preise sinken, schreibt der Vergleichsdienst. «Konsumenten lassen sich offensichtlich von den Botschaften einiger weniger Anbieter täuschen», erklärt Ralf Beyeler. Da immer mehr Kunden im Ausland nicht mehr telefonieren, sondern nur Internetverbindungen nutzen, hat Moneyland.ch auch die Kosten für das Daten-Roaming ohne Telefonie verglichen. So viel kosten 1 GB, 3 GB und 10 GB Daten-Roaming in Europa bei verschiedenen Schweizer Mobilfunk-Anbietern. Sparen kann man auch, indem man nur Wi-Fi-Netzwerke nutzt ... ... oder nach Möglichkeit eine lokale SIM-Karte in das Handy oder in ein Zweitgerät einsetzt.

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Schnell mit Google Maps den Weg suchen, per Whatsapp Fotos vom Strand verschicken, zurück ins Hotel mit Uber fahren und später ein Restaurant auf Tripadvisor suchen. Das Handy gehört für viele auch in den Ferien zum Alltag. Doch gerade fernab der Heimat sollte man vorsichtig sein. Denn das Daten-Roaming mit einem Schweizer Abo kann «unverschämt teuer» sein, wie eine Analyse von Moneyland.ch Anfang Juni ergab. Damals hat der Vergleichsdienst das Roaming in Westeuropa verglichen. Nun stehen 183 Länder weltweit auf dem Prüfstand.

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Für die Studie wurde berechnet, was 1 GB Daten-Roaming in allen 183 Ländern kostet. Für jeden Anbieter hat der Telecom-Experte Ralf Beyeler das günstigste Angebot für 1 GB Daten-Roaming berechnet. Dabei sind Daten-Roaming-Pakete und Standardtarife berücksichtigt worden, nicht jedoch Abos, die Inklusiv-Roaming beinhalten.

Vorsicht Kostenfalle

Der grösste Fehler in den Ferien? «Einfach mal drauflos surfen», erklärt Beyeler in der Mitteilung. Vorher sollte man in jedem Fall ein Daten-Roaming-Paket kaufen. Macht man das nicht, so könne das Handy schon nach wenigen Minuten Internetzugang wegen Erreichen des Höchstbetrags blockiert werden. «Für die paar Minuten bezahlt man schnell einen Betrag von über 100 Franken», so Beyeler.

Die günstigsten Länder

Das Roaming in Kanada und USA war im Vergleich besonders günstig. Für 1 GB Daten werden dort mit dem Anbieter TalkTalk 10 Franken fällig. 14, 90 Franken kosten 1 GB auf Grönland und Puerto Rico für Kunden von Sunrise. Qynamic bietet 1 GB Daten für 15 Franken in 25 Ländern an, darunter Australien, Russland oder Thailand.

Die teuersten Länder

199,95 Franken müssen Prepaid-Kunden von Salt berappen, wenn sie in Ländern wie Kuba, den Malediven oder Namibia 1 GB Daten nutzen. In diesen Ferienländern sei dies aber noch ein günstiges Angebot, so Beyeler. Mit Abstand am teuersten ist 1 GB Roaming mit Ok.- mobile. Kunden müssten hier 45'000 Franken bezahlen. Es sei jedoch ein theoretischer Preis, da es sich um ein Prepaid-Angebot handelt und das Roaming vorher gesperrt würde. Der Tarif gelte übrigens bei Ok.- mobile in fast allen untersuchten Ländern, so Beyeler.

1 GB für unter 100 Franken

In 85 der 183 untersuchten Ländern bietet Swisscom 1 GB Daten-Roaming zum günstigsten Preis an. In 51 Ländern ist Qynamic am günstigen und in 33 Ländern Salt. Der teuerste Anbieter in allen untersuchten 183 Ländern ist ok.- mobile. Die Swisscom bietet ihren Kunden in 147 Ländern weltweit 1 GB Daten für unter 100 Franken an. Gefolgt von den Anbietern M-Budget und Wingo mit 145 Ländern. Der zweitgrösste Anbieter Sunrise bietet Kunden in 49 Ländern Daten-Roaming für unter 100 Franken an. UPC ist mit 6 Ländern und Lebara, Salt (Prepaid), TalkTalk und Yallo sind mit je 5 Ländern das Schlusslicht.

Marktführer Swisscom ist der Anbieter, der beim Daten-Roaming in den meisten Ländern am günstigsten ist. Doch: 1 GB Daten-Roaming bei Swisscom ist in 11 Ländern, darunter Kuba und Namibia, mit «sage und schreibe 9900 Franken unbezahlbar teuer», so Beyeler. Laut Swisscom könne dieser Wert aber nie zustande kommen. Für private Kunden gebe es eine monatliche Limite von maximal 200 Franken. Und: Bucht der Kunde kein Datenpaket, entstehen keine Kosten. Denn bei allen nach 2012 eingeführten Abos verzichtet Swisscom auf einen Daten-Standardtarif.

Lokale SIM

In jedem Fall lohnt es sich Roaming-Kosten zu prüfen. Möglich ist dies zum Beispiel mit dem Roaming-Rechner von Moneyland. Unter Umständen mache es auch Sinn, im Ausland eine lokale SIM zu kaufen. «Diese kostet – je nach Ort – im Schnitt zwischen 10 und 20 Franken und beinhaltet meist mehrere Gigabyte Daten», sagt Beyeler. Für Kunden mit günstigem Roaming sei da der Aufwand aber meist zu gross. Für Vielnutzer ist eine lokale SIM aber interessant. Und: Wenn 1 GB 15'000 Franken kosten, bleibe nichts anderes übrig, so Beyeler. Als Alternative könnte man in den Ferien aber auch einfach auf das Handy verzichten.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tbs.tobler am 02.07.2019 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Roaming gehört abgeschafft

    roaming gehört abgeschafft es ist nicht mehr zeitgemäß!! weg damit..

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  • Esthi am 02.07.2019 08:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfair

    Das kostenlose Roaming sollte endlich auch für CH-Bürger/innen eingeführt werden!!! Wir weden immer für alles zur Kasse gebeten. Rund um die CH ist das Roaming schon seit einiger Zeit kostenlos!

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  • Jacksn am 02.07.2019 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wiederholung?

    Über das habt ihr schon vor 2 Monaten oder so berichtet... aber das wisst ihr ja bestimmt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Brother am 19.07.2019 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht bei UPC

    Man kann bei UPC kein Paket kaufen für außerhalb EU!

  • Marc Zuber am 05.07.2019 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    Das verhindern garantiert Roamningkosten

    Roamingkosten können mit guter Vorbereitung verhindert werden. Ich nutze die 4G qynamics SIM ab Franken 10 für 90 Tage für den weltweiten Internet Zugang (kann online bestellt werden). Auch WLAN vor Ort ist nützlich. Mit der OpusTel App mit Schweizer Festnetznummer habe ich garantiert keine Kosten bei eingehenden Anrufen weltweit. Die Mobilfunknummer in der Schweiz leite ich mit Service 21 auf die neue OpusTel Schweizer Festnetznummer weiter. Wichtig ist, dass die SIM Karte von Swisscom und co zuhause bleibt! Andernfalls merkt die Swisscom dass Sie im Ausland sind und verrechnet Roamingkosten.

  • Alina am 04.07.2019 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Kroatien

    Lokale SIM kann man an jedem Kiosk kaufen. Kostet 10 Euro und ist für 1 Woche ab Start gültig. Dafür bekommt man unlimitiertes Datensurfen ohne Geschwindigkeitseinbusse. --> Dagegen ist Italien ein 3.Welt-Land.

  • Emilia am 03.07.2019 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Furchtbar

    Die Schweiz ist das einzige Land, wo Korruption staatlich eingerichtet und erwünscht ist.

    • Lokmo am 04.07.2019 18:59 Report Diesen Beitrag melden

      Lobbysten schauen

      auf das eigene Portemonnaie. Das Volk ist egal.

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  • Ortygiano am 03.07.2019 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen wundert's?

    Und da wundert ihr euch, weshalb das Schweizer Parlament erst kürzlich beschlossen hat, Roaming-Gebühren NICHT abzuschaffen.... ganz im Gegensatz zur EU.