«Es ist beängstigend»

09. Februar 2011 14:06; Akt: 09.02.2011 18:42 Print

Datenpanne im EVD

von Manuel Bühlmann - Mehrere Hundert E-Mail-Accounts von Mitarbeitern des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements wurden gelöscht. Die Daten konnten nur teilweise wiederhergestellt werden.

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«Der Account von Bundesrat Schneider-Ammann war nicht betroffen», versichert eine EVD-Pressesprecherin gegenüber 20 Minuten Online. (Bild: Marcel Bieri)

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«Am Freitag, dem 28. Januar ging der Spuk los und wir konnten nicht mehr auf unsere E-Mail-Accounts zugreifen. Laut meinen Informationen waren über 400 Mitarbeiter davon betroffen. Die Blockade konnte erst am darauffolgenden Montag aufgehoben werden», erklärt Sandro K. (Name der Red. bekannt), Mitarbeiter des Eidgenössischen Volkswirtschaftdepartements (EVD), gegenüber 20 Minuten Online.

Die Firma IBM kümmert sich seit 2004 um die Bürokommunikation im Volkswirtschaftsdepartement. Laut Sandro K. war es auch ein IBM-Mitarbeiter, der die sensiblen Daten aus Versehen gelöscht hatte. Seitens von IBM wurden die Mitarbeiter über den internen News-Ticker lediglich informiert, dass die Probleme erkannt seien und angegangen würden.

Daten nicht mehr auffindbar

«Betroffen sind vor allem Aussenstationen. Ich weiss nicht, ob auch der Bundesrat dazugehört. IBM ist offenbar total hilflos und weiss nicht mehr weiter» sagt Sandro K. und ergänzt: «Ich finde es beängstigend, dass ein einzelner Mitarbeiter so ein sensibles System einfach so manipulieren kann.»

Die E-Mail-Accounts wurden inzwischen auch wiederhergestellt. «Allerdings sind noch heute bei einigen Kollegen persönlich angelegte Ordner nicht mehr auffindbar. Unsere IT hat zudem festgestellt, dass der aktuelle Datenbestand kleiner ist, als er es noch vor dem Super-GAU war.»

«Bundesrat Schneider-Ammann war nicht betroffen»

Dem widerspricht eine Pressesprecherin des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements. Gegenüber 20 Minuten Online bestätigt sie zwar den Vorfall, versichert aber, dass sämtliche Daten wiederhergestellt werden konnten: «Ende vorletzter Woche wurden 445 Accounts des EVD, vorwiegend bei den landwirtschaftlichen Forschungsanstalten, durch den Bürokommunikationsprovider IBM irrtümlich gelöscht. Vorübergehend konnte auf die Mails von zwei Tagen und teilweise auf die persönliche Datenablage nicht zugegriffen werden. Alle Accounts und Daten wurden wiederhergestellt, es kam zu keinen Datenverlusten. Die Wiederherstellung der Mails ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Sensible Daten waren nicht betroffen, ebenso wenig der Account von Bundesrat Schneider-Ammann.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bidu am 14.02.2011 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Menschenfehler!

    Seit 34 Jahren arbeite ich bei BIT (Bundesamt für Informatik und Telekommunikation). Der Backup muss täglich laufen lassen, aber IT-Angestellten hatten nicht gut aufgepasst, da der Backup nicht durchgeführt wurde. IBM ist ein guter Computer. Aus meiner Erfahrung machen die Menschen immer Fehler. Bei IBM arbeiten viele Ausländer, wo ist Schweizer!

  • Marcel am 09.02.2011 20:30 Report Diesen Beitrag melden

    Proprietäre, teure und unzuverlässige Systeme

    Hätte man bei der Beschaffung auf die teuren Microsoft Lizenzen verzichtet und stattdessen OpenSource und qualifizierte Mitarbeiter eingesetzt, dann passierten solche Dinge nicht. Aber bei den "klick mal hier" Admins sind solche Vorfälle halt Alltag!

  • stefanbalz am 09.02.2011 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Wo liegt das Problem ??

    So wahnsinnig viel wahnsinnig Gescheites hat der liebe IBM Mitarbeiter sicherlich nicht gelöscht. .....

Die neusten Leser-Kommentare

  • mr.dbase am 10.03.2011 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    Backup mit Tar immer noch am sichersten

    Backup mit Tar immer noch am sichersten stooop! Wenn ich einen Backup erstelle, so wird dieser umgehend auf Differenz geprueft. Aber die heutigen IT Leute verlassen sich zu sehr auf die Backupsoftware. Bei uns wird immer noch mit dem Tar Backup erstellt, wir werdne zwar öfters belächelt aber uns sind noch nie Daten verloren gegangen. Tar ist auf allen Unix, Solaris, AIX, Mac OSX und Linux etc. verfügbar und kann auch automatisiert werden, aber genau da ist ja das Problem. Manuellen Backup erstellen, prüfen und ablegen. So gehts ohne Datenverlust. Ich Liebe IT die funktioniert.

  • IT-ianer am 28.02.2011 06:57 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Gibt es beim Bund nicht ein BIT, Herr Schneider? Weshalb macht IBM bei Euch die operative IT? Steuergelder zur IBM? Die IT ist genau so gut wie der Mensch der sie bedient. Un dGrösse ist nicht gleich Sicherheit, das wüsste man schon lange wenn man es wissen wollte. Outsourcing ist eben nicht das Gelbe vom Ei!

  • WWA am 15.02.2011 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Backup und restore

    Ob ein Backup erfolgreich gelaufen ist, weis man erst wenn man versucht es zurück zu spielen... Dies wird aber in den meisten Fällen erst bemerkt wenn es zu spät ist...

    • mr.dbase am 10.03.2011 15:05 Report Diesen Beitrag melden

      backup mit Tar immer sicher

      stooop! Wenn ich einen Backup erstelle, so wird dieser umgehend auf differenz geprueft. Aber die heutigen IT leute verlassen sich zu sehr auf die Backupsoftware. Bei uns wird immer noch mit dem Tar backup erstellt, wird belaechelt aber uns sind noch nie dsten verloren gegangen. Tar ist auf allen Unix und linux etc. verfuegbar und kann auch automatisiert werden, aber genau da ist ja das Problem. Manuellen Backup erstellen, pruefen und ablegen. so gehts ohne datenverlust.

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  • Bidu am 14.02.2011 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Menschenfehler!

    Seit 34 Jahren arbeite ich bei BIT (Bundesamt für Informatik und Telekommunikation). Der Backup muss täglich laufen lassen, aber IT-Angestellten hatten nicht gut aufgepasst, da der Backup nicht durchgeführt wurde. IBM ist ein guter Computer. Aus meiner Erfahrung machen die Menschen immer Fehler. Bei IBM arbeiten viele Ausländer, wo ist Schweizer!

  • Hugo am 14.02.2011 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    Backup?

    Hat man doch gelernt bevor man sich an Daten,besonders wenn es sich um sensible Daten handelt heranmacht,diese mittels Backup zu sichern?Sind doch selber schuld.Dies sollte ein IT`ler eigentlich im Blut haben und wenn nicht soll er besser Gameboy spielen gehen!