IPv4

03. Februar 2011 16:38; Akt: 03.02.2011 17:01 Print

Dem Internet gehen die Adressen aus

Seit Jahren warnen die Fachleute, nun ist es offiziell: Der globale Internet-Adresspool ist leer. Die Lösung soll der neue Standard IPv6 bringen.

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Der neue Standard IPv6 soll eine fast unendliche Zahl von Internetadressen weltweit ermöglichen.

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Alle IP-Adressen des bisherigen Standards für den Datenaustausch im Internet sind aufgebraucht. Dies teilte die oberste Vergabestelle für diese Kennzahlen, die IANA, am Donnerstag in Miami mit.

IP-Adressen werden für jedes Gerät im Internet benötigt. Betroffen sind IP-Adressen nach dem bislang zu mehr als 99 Prozent verwendeten Standard IPv4. Die Vergabestelle IANA will nun die Einführung des Nachfolgers IPv6 beschleunigen, der eine nahezu unendlich grosse Zahl von IP-Adressen ermöglicht.

Die letzten fünf Blöcke von IP-Adressen wurden symbolisch an Vertreter der Vergabestellen in den Kontinenten vergeben. Als letzter nahm der Leiter der europäischen Vergabestelle RIPE, Axel Pawlik, die IP4-Adressen in einem Umschlag entgegen.

Damit gehe ein Kapitel der Geschichte zu Ende, erklärte die IANA (Internet Assigned Numbers Authority). Die regionalen Vertreter erklärten, jetzt komme es darauf an, die Umstellung auf den neuen Standard IPv6 zügig umzusetzen.

Der 1981 eingeführte Internet-Standard IPv4 hat nur Platz für 4,3 Milliarden Adressen. Bei der IANA ist dieser Adressraum nun erschöpft. Die regionalen Vergabestellen wie die RIPE in Amsterdam können Telekommunikationsanbieter voraussichtlich noch bis Juni mit IPv4-Adressen versorgen, bis diese dann ebenfalls aufgebraucht sind.

Lange Übergangszeit

Die neue Version des Internet-Protokolls, IPv6, ermöglicht mehr als 340 Sextillionen Adressen, aufgeteilt in acht Zahlenblöcke. Diese werden nicht in Dezimalziffern, sondern in hexadezimaler Schreibweise notiert, also in einem 16er-Zahlensystem mit den zusätzlichen Buchstaben a bis f.

IPv6 wurde bereits im Dezember 1998 als Standard festgelegt. Die nur schleppende Einführung ist auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen. So müssen die Provider- und Netzbetreiber Investitionen in Hard- und Software tätigen. Privatanwender können ganz gelassen bleiben. Da die Übergangszeit noch Jahre dauert, muss niemand damit rechnen, mit der Nutzung des bisherigen Protokolls IPv4 aus dem Netz ausgesperrt zu werden.

(dsc/sda)