Kluge Kleidung

27. November 2015 21:20; Akt: 27.11.2015 21:20 Print

Der Navigürtel weist den richtigen Wanderweg

Kleidungsstücke werden intelligent und erweitern den Körper – der neuste Streich: Ein Navigürtel, der beim Wandern den Weg weist.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Freie Hände, freie Sicht und trotzdem einen Orientierungssinn, der auf GPS basiert. Das bietet der Navigationsgürtel der Berliner Designerin Madeleine Cordier. Die Idee: Der schlaue Gürtel soll Wanderern, Joggern und anderen Outdoor-Enthusiasten den Weg weisen, ohne dass sie ständig das Smartphone zücken müssen.

Über Bluetooth ist der Gürtel mit einem Routenplaner auf dem Smartphone verbunden. Kommt man auf seiner Wanderung an eine Weggabelung, signalisiert es dem Träger per Vibration, wo genau es langgeht. «Wenn ich in der Natur bin, möchte ich nicht die ganze Zeit aufs Handy gucken», sagt Cordier gegenüber dem ZDF. Daher kam die Idee für den Gürtel mit haptischem Feedback. Das Konzept zum Navigürtel hat die Designerin Madeleine Cordier für ihre Masterarbeit entwickelt. (Video: Vimeo/Madeleine Cordier)

Information erfühlen

Auch andere Modedesigner und Informatiker arbeiten an immer klügerer Kleidung. Ein T-Shirt, das permanent den Herzschlag misst, oder Socken, die mithilfe von Drucksensoren aufzeichnen, ob der Fuss auch richtig abrollt? «Was in den 90er-Jahren die SMS war, wird in gut fünf Jahren Kleidung mit eingebauten Elektroden sein», prophezeit Christian Hofman vom Fraunhofer-Institut in der «Welt».

Der Wissenschaftler glaubt, dass sich mit Technik, die wir künftig am Körper tragen, dereinst mehr Geld verdienen lässt als heute mit Smartphones. Der Designforscher Fabian Hemmert sieht den grossen Vorteil von intelligenten Textilien, dass sie uns unaufdringlich den Alltag erleichtern könnten, wie er gegenüber dem ZDF sagt. Denn mit solchen Wearables können Sinne angesprochen werden, die bei der auf das Display ausgerichteten Technik zu kurz kommen. «Wir haben mehr als nur Augen und Finger», so Hemmert. Grosses Potenzial sieht er beim Fühlen.

Smarte Kleidung birgt auch Gefahren

Forscher warnen indes bereits vor möglichen Gefahren, die solche Kleidung mit sich bringt. Smarte Kleidung könnte dazu führen, dass die Menschen gar nicht mehr auf sich selbst achten, sondern die Verantwortung komplett an die Technik abgeben, warnt der Forscher Hofman.

(tob)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Grün am 28.11.2015 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für Anfänger!

    Ich wandere mit meiner Familie spontan. Zudem hat es immer wieder Wegweiser. Das schöne am Leben sind spontane Gegebenheiten: man entdeckt ein Alpbeizli. Entscheidung: ein Bier und Suppe. Es stürmt und man kann nicht mehr absteigen: Übernachtung in einem ausgedienten Stall. Das ist Leben. Gps ist was für Anfänger, die auf jeden Modebrunz hineinfallen. Für das Geld kaufe ich mir noch bessere Wanderschuhe!

  • Gigi am 27.11.2015 22:21 Report Diesen Beitrag melden

    Fortschritt um Schritt unselbständiger

    Sehr gut, so bin ich abseits der Google-Pfade wieder ganz alleine unter normalen Menschen.

  • Der Zweifler am 28.11.2015 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Gekauft ...

    Letzthin habe ich mich doch tatsächlich in meiner Wohnung verirrt und musste für ein dringendes Bedürfnis die nächste Ecke wählen. Mit diesem Gürtel könnte ich den Standort meiner Porzellanschale genaustens programmieren, damit mir so etwas nicht noch einmal passiert. Hoffe jedoch, das Ding hat auch einen Höhenmesser, sonst würde ich im falschen Stockwerk, mein Geschäft evtl. im Spültrog verrichten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gürteltier Georg am 28.11.2015 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    sehr praktisch

    toll ich fasse in der Bude um 06.58 das T-Shirt mit den Elektroden, am Abend kann der Chef ablesen wie viel ich gearbeitet habe, bzw. muss er nicht mal mehr, das Geld geht direkt aufs Konto. Das Steueramt stellt anhand der Daten fest, dass ich für so wenig Freizeit gar nicht soviel Geld brauche, und zieht gleich ab.

  • Der Zweifler am 28.11.2015 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Gekauft ...

    Letzthin habe ich mich doch tatsächlich in meiner Wohnung verirrt und musste für ein dringendes Bedürfnis die nächste Ecke wählen. Mit diesem Gürtel könnte ich den Standort meiner Porzellanschale genaustens programmieren, damit mir so etwas nicht noch einmal passiert. Hoffe jedoch, das Ding hat auch einen Höhenmesser, sonst würde ich im falschen Stockwerk, mein Geschäft evtl. im Spültrog verrichten.

  • Morgenmuffel am 28.11.2015 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Letzte Chance

    Eigentlich müsste ich diesen Gürtel in der Nacht tragen, damit ich am Morgen den Weg aus dem Bett finde.

  • Dr. Sommer am 28.11.2015 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hightech Verstrahlung

    Solch sich vor lauter Hightech später niemand über Unterleibskrebs beschweren vor lauter Strahlung am Körper

  • Peter Grün am 28.11.2015 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für Anfänger!

    Ich wandere mit meiner Familie spontan. Zudem hat es immer wieder Wegweiser. Das schöne am Leben sind spontane Gegebenheiten: man entdeckt ein Alpbeizli. Entscheidung: ein Bier und Suppe. Es stürmt und man kann nicht mehr absteigen: Übernachtung in einem ausgedienten Stall. Das ist Leben. Gps ist was für Anfänger, die auf jeden Modebrunz hineinfallen. Für das Geld kaufe ich mir noch bessere Wanderschuhe!