Chaos Computer Club

31. Dezember 2008 13:08; Akt: 31.12.2008 15:02 Print

Deutsche Hacker manipulieren Kapo-Websites

von Manuel Bühlmann - Zurzeit machen die Kapo Bern und Kapo Zürich unfreiwillig Werbung für die IT-Cracks vom Chaos Computer Club. Aber auch das Pentagon und die NPD bekamen ihr Fett weg.

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Die Mitglieder des Chaos Computer Clubs haben nicht nur Server und Webseiten der NPD gehackt (20 Minuten Online berichtete), sie sind auch auf die Websites der Kantonspolizei Zürich, bzw. Bern eingedrungen. Beide Seiten haben sie klammheimlich mit ihrem Logo des Chaos Communication Congress (25C3) markiert.

Kapo wusste von nichts

Bei der Kapo Zürich hatte man die Attacke erst gar nicht bemerkt, wie die Anfrage von 20 Minuten Online ergab. Die Manipulation bleibt zwar in diesem Fall ohne grosse Auswirkungen, zeigt jedoch, dass selbst die Polizei nicht vor ungebetenen Gästen gefeit ist. «Es handelt sich im vorliegenden Fall nach ersten Einschätzungen um eine harmlose Manipulation. Im übrigen wird die Homepage auf einem separaten Server, ausserhalb des Netzes der Kantonspolizei, gehostet. Wir haben diesen Vorfall bereits der zuständigen Stelle gemeldet, die nun prüfen wird, weshalb eine solche Manipulation möglich war. Entsprechend werden dann auch die Sicherheitsvorkehrungen angepasst», sagt Marcel Strebel, Chef Informationsabteilung der Kantonspolizei Zürich auf Anfrage von 20 Minuten Online.

Die Hacker wagten sich noch an einen grösseren Fisch und hinterliessen ihre Spuren, wenn auch ein bisschen dezenter, auf der Seite des Pentagons.

NPD ebenfalls im Visier der Hacker

Auch Server und Webseiten der rechts-aussen stehenden Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) wurden in den letzten Tagen zur Zielscheibe von Deutschlands bekanntester Hackervereinigung. So hatten die IT-Cracks die Website der NPD Südwestpfalz mit dem Bild eines Affen geschmückt, der eine Armbinde mit Hitlerkreuz trägt und seinen rechten Arm zum Hitlergruss hebt.

Ein offensichtlich ungenügend gesicherter NPD-Server in Bayern erwies sich als umfangreiche Informationsquelle. So erhielten die Teilnehmer des 25. Chaos Communication Congress Einblicke in interne NPD-Dateien. Da ist die Rede von einem «6-Punkte-Plan» zur Einschätzung von Personen bis hin zu Anleitungen für «Dein Verhalten vor Polizei und Justiz», berichtet heise.de.