Der «Transformer»

23. Juni 2011 09:39; Akt: 08.07.2012 15:52 Print

Die Killermaschine im Handtäschli-Look

von Daniel Schurter - Mit dem «EeePad Transformer» ist Asus ein Wurf gelungen. Doch kann das Android-Tablet das iPad vom Thron stossen? Ein persönlicher Testbericht.

Bildstrecke im Grossformat »
«Nespresso-Look», «Louis-Vuitton-Handtasche», «Altherren-Tablet»: Zugegeben, das Design des EeePads polarisiert. 20 Minuten Online hat den «Transformer» auf Herz und Nieren getestet. Zur Verfügung stand uns die 32-Gigabyte-Version. Das Tablet ist kein Leichtgewicht. 680 Gramm, das ist gleich schwer wie das iPad 1. Und wir reden hier wohlgemerkt nur vom Tablet. Richtig gewichtig wird's mit der optional erhältlichen Tastatur. Doch wer will sich über das Mehrgewicht beklagen, wenn man dafür den «Dual Mode» erhält? Das Zusammenstecken ist kinderleicht. Schon lässt sich das Tablet als Netbook nutzen. Die für den Test verwendete Mac-Maus wurde über den USB-2-Port angeschlossen und stand sofort zur Verfügung. Das Tastatur-Gehäuse hat gleich zwei USB-Ports zu bieten Die Ports verbergen sich hinter einer verschliessbaren Klappe. Die Verarbeitung überzeugt, wie auch die Materialien (Kunststoff, Aluminium, bruchfestes Gorilla-Glas) vergleichsweise edel wirken. Bleibt die Farbe, aber das hatten wir schon... Das Schreiben mit der QWERTZ-Tastatur ist gewöhnungsbedürftig, weil die Tasten nahe beieinander liegen. Schon nach wenigen Tagen hat man sich daran gewöhnt und möchte diese Input-Möglichkeit speziell beim Surfen nicht mehr missen. Ausserdem verhilft der zusätzliche Akku zu einer kabellosen Betriebszeit von bis zu 16 Stunden. Über den SD-Slot lässt sich ein handelsübliches Speicherkärtchen einstecken. Dank SD-Kärtchen können Dateien schnell und unkompliziert mit anderen Geräten (PC, Kamera, etc.) ausgetauscht werden. Der Dateimanager ist einfach zu bedienen. Wer das Ganze drahlos tun will, kann aber auch die «Wolke» nutzen. Asus stellt mit MyCloud eine App und Gratis-Speicherplatz im Internet zur Verfügung. Bis man nach dem Einschalten den Android-Startbildschirm sieht, vergeht eine gefühlte Ewigkeit. 30 Sekunden mit der Stoppuhr gemessen, aber dann gibts keine Wartezeiten mehr. Das Starten der Apps erfolgt innert Sekundenbruchteilen, das System ist stabil. Um die Batterie aufzuladen, wird der 40-Pin-Connector über das mitgelieferte Kabel mit dem Stromnetz verbunden. Das Kabel dient auch zur Daten-Synchronisation zwischen «Transformer» und PC. Auf der Tastatur gibt es viele hilfreiche Funktionstasten, wie zum Beispiel den Home-Button. Allerdings ist man häufiger hin- und hergerissen zwischen Touchscreen und Tastatur. Die vorinstallierten Google-Apps wie zum Beispiel Google Latitude funktionieren erwartungsgemäss tadellos und schnell. In den Geräte-Einstellungen lässt sich alles justieren und nach eigenem Gusto verändern - bis auf die Farbe des Geräts. Dank dem vorinstallierten «Polaris Office» wird der «Transformer» zum mobilen Büro. Um effizient Textdokumente, Präsentationen und Tabellen zu bearbeiten, ist Übung erforderlich. Filme, aber auch Spiele wie Angry Birds sind dank leistungsfähiger Hardware ein Genuss. Bei Sonnenlicht spiegelt der Top-Bildschirm (1280x800 Pixel) relativ stark. Im Test kommt es zu einem nicht nachvollziehbaren «Kamera-Fehler»: Die Kamera-App stürzt beim Filmen ab und läuft daraufhin erst wieder nach einem Neustart des Geräts. Die mit der 5-Megapixel-Kamera geschossenen Bilder sind brauchbar, aber nicht herausragend. Bilanz: Der «Transformer» hat seine Vorzüge, positiv zu überraschen vermag auch die Handhabung des Geräts, Stichwort «Touch and Feel». Asus erklärt auf Anfrage, dass keine andere Farb-Variante geplant sei. Es bleibt bei Braun. Hat man das Tablet mit der Tastatur verbunden, kommt es öfters zu schizophrenen Situationen. Eigentlich will man (wie vom PC gewohnt) in die Tasten greifen. Doch dann ziehts den Zeigefinger wie magisch zum Bildschirm.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Jetzt kann ich es Ihnen ja verraten: Meine Bedenken waren gross, als ich das EeePad zum ersten Mal wieder in den Händen hielt. Zwar hatte der Tablet-Computer, der sich mit optionaler Tastatur in ein Netbook verwandelt, vor einigen Wochen im «Hands-on» von 20 Minuten Online vielversprechend abgeschnitten. Doch zeigte der damalige «Prototyp» auch noch einige Schwächen. Immer wieder kam es während der Nutzung zu lästigen Rucklern und unerklärlichen Aussetzern.

Um es kurz zu machen: Die Kinderkrankheiten sind ausgemerzt und Asus schickt mit dem «Transformer» einen veritablen iPad-Killer an den Start. Das Lob gebührt insbesondere auch Google, das beim speziell für Tablets entwickelten Android-Betriebssystem spürbar nachgebessert hat. Der EeePad Transformer wird mit dem Honeycomb-Nachfolger Android 3.1 ausgeliefert.

Ungebremster Spass

In der Praxis bewährt sich die Software, eine Kombination von Google-Apps und den von Asus darauf gepackten Zusatzprogrammen. Die vorinstallierten Apps laufen ruckelfrei, Programmabstürze haben Seltenheitswert. Überhaupt fällt das Tempo auf. Das iPad 2 ist ja auch schon schnell, aber das Arbeiten mit dem «Transformer» macht dank seinem Zwei-Kern-Prozessor und ausreichend Arbeitsspeicher (1 Gigaybyte) ungebremst Spass. Und auch der Touchscreen verdient seinen Namen - er reagiert zuverlässig auf energisches Tippen und sanftes Streicheln.

Mörderisch schnell

Fazit: Der «Transformer» ist zurecht auch schon als Wayne Rooney der Tablets bezeichnet worden. Ästhetisch ist er sicher eine Herausforderung, manche mögen ihn gar als hässlich bezeichnen. Die Farbe Braun, kombiniert mit dem gerippelten Kunststoff- und Aluminiumgehäuse, ist auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig. Wer sich aber nicht am Edel-Handtaschen-Look stört, hat ein mörderisch schnelles Gerät zur Hand, das alle für den Alltag erforderlichen Programme und Dienste bietet, inklusive Textverarbeitung.

Die offizielle Preisempfehlung von Asus liegt für die 16-GB-Version bei 499 Franken, bzw. bei 599 Franken für die 32-GB-Version. Für einen Aufpreis von 170 Franken (offizielle Preisempfehlung Asus) verwandelt sich das Tablet in ein Netbook, auf dem sich ganz passabel tippen lässt. Menschen mit Wurstfingern sollten aber unbedingt einen längeren Schreibversuch wagen. Alles weitere zum «Transformer» lesen Sie in der Bildstrecke.

Grosse Nachfrage

Asus erklärt auf Anfrage von 20 Minuten Online, dass zurzeit in der Schweiz nur eine begrenzte Stückzahl verfügbar sei. Je nach gewünschtem Modell (16 oder 32 Gigabyte Speicher) müssten sich die Kunden etwas gedulden. Ein Nachfragen beim Elektronik-Händler der Wahl lohne sich auf jeden Fall. Der Lagerbestand ändere sich täglich. Die Situation werde sich spätestens im Juli bessern, heisst es. Dann sollen zusätzliche Exemplare aus Taiwan eintreffen. Dem Vernehmen nach ist die weltweite Nachfrage nach dem «Transformer» gross. Asus platziert sich als Tablet-Verkäufer auf dem zweiten Platz hinter dem Branchenprimus Apple.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rick am 23.06.2011 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Genial

    Ich konnte den Transformers auf der CeBit ausprobieren, und war begeistert! Schnell, Schick, Portabel...kurz gesagt einfach Perfekt! Tablet/Netboock in einem! Wenn ich irgendeinmal ein Tablet kaufe, dann das oder vlt das Xoom

  • naja am 23.06.2011 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Asus Eee Slate

    Schon mal was vom Asus Eee Slate gehört? DAS ist Zukunft! Finde es fast peinlich dieses "Netbook" als iPad Vergleich ran zuziehen- ist ja bereits optisch der pure Unterschied. Wenn dann Asus Eee Slate...

    einklappen einklappen
  • Poodel am 23.06.2011 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt es den auch mit Windows 7

    Ich möchte nicht alles was ich mache an Google offenbaren...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Apple nein! am 16.07.2011 01:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wer braucht noch ein iPad??

    Ich habe es mir bereits gekauft! Es ist mein erstes Android Gerät und ich bin begeistert!! UND es gibt kein einziges Gerät dass es mit dem eee Pad aufnehmen kann (zumindest in Sachen Funktionalität / USB machts möglich)

    • Mister M am 20.12.2011 11:06 Report Diesen Beitrag melden

      Gewohnheitstier Mensch

      EeePad - USB machts möglich / Cooler Werbespruch ;-) Viele würden das auch zu der alten Tastatur sagen; TASTATUR - Die "Zukunft" in deinen Händen" ;-)

    einklappen einklappen
  • Android User - Matthias am 25.06.2011 23:51 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hats erfunden?

    Jeder denkt, dass "sein" Produkt besser sei und dessen Hersteller erster war, der das entsprechende Produkt auf den Markt gebracht hat. Dabei entstehen diese Geräte nur Dank dem Wettbewerb zwischen den Kontrahenten. Jeder Hersteller möchte das Beste und Beliebste Produkt auf den Markt bringen. Ein riesen Lob an alle innovativen Hersteller, die Schritt um Schritt uns neue Produkte anpreisen (Apple, Google, RIM, Nokia.... etc.)

    • alex steiner am 28.06.2011 13:37 Report Diesen Beitrag melden

      Ja, wer hats erfunden?

      Nenn mir nur 1 Produkt das Apple erfunden hat und nicht geklaut war. Die maus? nope xerox. iPod? nö mp3player gabs schon vorher...usw.

    • Dominic Buchs am 29.06.2011 12:39 Report Diesen Beitrag melden

      Apple

      Ja Apple hat die ersten Computer erfinden.

    • Emmure am 29.06.2011 21:49 Report Diesen Beitrag melden

      Da ist ja einer super informiert...

      ach ja? erster computer: ENIAC im jahr 1946 Firmengründung Apple: 1 April 1976 Geburtstag Steve Jobs: 24 Februar 1955 Dann erklär mir mal wie Apple 30 Jahre vor Firmengründung, und vor allem 9 jahre bevor Steve Jobs geboren ist den ersten Computer erfunden haben sollen.

    • D.A. am 30.06.2011 20:19 Report Diesen Beitrag melden

      *kopfschüttel*

      Fakt ist, dass Apple die ersten PC im Angebot hatte, die von normalsterblichen bedient werden konnten.

    • Joschi am 25.07.2011 16:08 Report Diesen Beitrag melden

      So ist es richtig

      Der erste Computer ist von Konrad Zuse. Im Jahr 1941 gebaut. Apple bringt die ersten PC mit Maus und GUI, wobei das GUI von Xerox entwickelt wurde und von Apple nur gekauft wurde.

    einklappen einklappen
  • Stephanli am 25.06.2011 23:31 Report Diesen Beitrag melden

    Die Farbe!

    Zur Farbe des Transformers... Falls es die Journalisten noch nicht bemerkt haben, aber braun ist eine absolute Trendfarbe!

    • Brown am 27.06.2011 05:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Braun

      vor 7 jahren war das so, ja.

    einklappen einklappen
  • Droid Hater am 25.06.2011 00:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    iOS und Asus Fanboy

    Also ich bin der totale Asus (Hardware) und iOS Fan, aber leider finde ich Android einen riesen mist! Da ist das iOS um Welten besser... Die meisten die sich kein iPhone oder iPad kaufen tun das sowieso nur weil es halt jeder hat... Ich persöhnlich habe ein iPhone, beide iPads, und sogar Apple TV2 zuhause rumstehen... Mein Notebook ist aber ein Asus mit Windows7.... Zum Surfen oder ein bisschen zu Spielen hat iOS klar die Nase forne vor Android. Wenn ich richtig arbeiten will dann nehm ich mein Asus Notebook... Ok, Schlussendlich ist es halt geschmack sache. Soll sich doch jeder das kaufen was er will... Möchte aber hier noch erwähnen das soar mein 2 Jähriger Neffe mit mein iPad umgehen kann. Ich befürworte auf keinen fall Piraterie, aber mit einem Jailbreak ist auch das iOS offen für alles was das Herz begehrt. Asus Tablet mit iOS würde ich sofort kaufen aber das ist halt nur so ein Wunschtraum von mier... So wollte jetzt einfach mal mein Senf dazu geben.

    • Viperch am 25.06.2011 23:57 Report Diesen Beitrag melden

      Android

      Alles eine Frage der Gewohnheit....

    • r.camenisch am 27.06.2011 09:36 Report Diesen Beitrag melden

      beide sind sehr gut

      ob android oder ios, beide sind sehr gut und einfach. ich bin von iphone auf android umgestiegen weil mir der ganze apple hype sowas auf den keks geht. die umgewöhnung war einfach, schnell hatte ich das teil im griff. da ich sehr viel unterwegs bin schätze ich es natürlich sehr dass ich den akku wechseln kann bei meinem samsung android phone...

    • IT-Crowd am 27.06.2011 13:26 Report Diesen Beitrag melden

      Apple, nein Danke!

      Ich habe eine Riesensättigung von Apple und seinem Kommerz und geniesse die Freiheiten von Android. Mir ist hingegen völlig schleierhaft, weshalb Du den lästigen Safari-Browser so gut findest...

    • Stefan am 29.06.2011 09:39 Report Diesen Beitrag melden

      iTunes - Me not like...

      Mein Problem mit Apple ist nicht, dass es jeder hat, sondern iTunes. Für mich das mühsamste Stück Software überhaupt. Und leider laufen nun mal iPhone, iPad, iWhatever über dieses Ungetüm....

    • Emmure am 29.06.2011 21:38 Report Diesen Beitrag melden

      Kiddietoys...

      @DroidHater ist ja toll, wenn selbst dein 2 jähriger neffe mit deinem iPad umgehen kann, ich persönlich steh nicht auf kinderspielzeuge und/oder bevormundung durch steve. und mir ist absolut schleierhaft, wiso ausgerechnet die schweiz das letzte land in ganz europa ist, wo sich iOS (noch) öfter verkauft als android. siehe weltmarkt anteile 2011...android 36.2% und apple noch knappe 16%...

    einklappen einklappen
  • Gregor Beck am 24.06.2011 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    Apple vs PC

    Da verlieren beide. Denn der erste Home Computer war nun mal der ZX81. Also sind apple und PC nut Kopien... lol. hauptsache wir haben das Gerät das wir brauchen, um das damit zu machen, was wir wollen.