Video2k.tv

22. Juni 2011 15:50; Akt: 22.06.2011 17:12 Print

Die Kino.to-Macher geben nicht auf

Kaum wurde das populärste Film-Streamingportal von den deutschen Behörden geschlossen, haben die ehemaligen Betreiber einen Nachfolger aus dem Boden gestampft.

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Video2k.tv versucht in die Fussstapfen von Kino.to zu treten.

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Hinter dem neu an den Start gegangenen Portal Video2k.tv stehen ehemalige Teammitglieder von kino.to. Gegenüber dem deutschen IT-Newsportal Golem gaben die Betreiber des neuen Dienstes an, dass sie mit diesem Schritt den «Kampf gegen die Content-Industrie» weiterführen wollen. Sie seien sich sicher, dass es den Behörden nicht mehr gelingen werde, das neue Portal vom Netz zu verbannen. Als Vorkehrung habe man verschiedene Serverstandorte eingerichtet. Sollte eine Lokalität seitens der Justiz ausgehoben werden, würden die anderen Server die Aufrechterhaltung des Traffics gewährleisten.

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) ist bereits auf das neue Angebot aufmerksam geworden. «Wir haben die Seite Video2k.tv gesehen und die Generalstaatsanwaltschaft informiert. Wir haben das auf dem Schirm», wird eine Sprecherin auf Golem zitiert. Derweil konnte die GVU am Mittwoch einen weiteren Teilerfolg verkünden. So sei das illegale Filmportal Drei.to offline gegangen. Aus Angst vor einer drohenden Verhaftung habe der Betreiber die «Tauschbörse» für Musik, Filme und Games vom Netz genommen.

«Premium» kostet

Auf Video2k.tv können die User kostenlos Kino-Filme in niedriger Auflösung per Streaming anschauen. Premium-Mitglieder sollen gegen Bezahlung von 9.90 Euro pro Monat höher aufgelöste Filme erhalten. In der Schweiz ist es vollkommen legal, Filme für den Eigengebrauch herunterzuladen. Ebenfalls juristisch zulässig sei hierzulande das Konsumieren solcher Filme über Streaming-Websites, sagte der auf IT- und Urheberrechts-Fragen spezialisierte Jurist David Rosenthal Mitte Juni gegenüber 20 Minuten Online. Das gelte selbst dann, wenn das Material aus dubiosen Quellen stammt, also beispielsweise während einer Kinovorstellung heimlich aufgezeichnet wurde. Entscheidend sei, dass es sich um bereits veröffentlichte Filme handle.

Kino.to-Betreiber verhaftet

Vergangene Woche wurde Dirk B, der Kopf hinter Kino.to, auf Mallorca verhaftet (20 Minuten Online berichtete). Die Justiz liess zudem erste Konten einfrieren, auf denen Millionen-Gewinne der Betreiber vermutet werden. Die Behörden waren Anfang Juni bundesweit gegen die Betreiber der Internetseite Kino.to vorgegangen. Die Website galt als das grösste deutschsprachige Portal, über das Raubkopien von Spielfilmen und Serien verbreitet worden sind. Kino.to soll täglich um die vier Millionen Nutzer angezogen haben.

(mbu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bernhard am 22.06.2011 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Auch Millionäre müssen Geld verdienen!

    Wie sollen sich George Clooney, Brad Pitt und Angelina Jolie denn sonst die 20 Millionen teuren Häuser und Privatjets leisten? Habt ein bisschen Mitleid mit den Schauspielen und Produzenten! Sonst müssen wir noch für sie spenden! Die Inländischen Musik- und Firmproduzenten werden ja bereits mit unseren Zwangsabgaben auf Festplatten und MP3-Player subventioniert.

  • Hakken Superst4r am 22.06.2011 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorreiterrolle

    Die Content-Industrie muss nicht die Preise anpassen, sondern sich der Art anpassen wie die 2.0 Generation Filme und andere Multimedia konsumiert. Kino.to hat's vorgemacht...

  • Stefan am 22.06.2011 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Irgendwann ist sowieso alles kostenlos!

    In ein paar hundert Jahren wird sowieso alles nichts mehr kosten. Unsere Welt die auf dem Geld aufgebaut ist wird irgendwann feststellen, dass es besser ist wenn die Menschen die Welt kontrollieren und nicht das Geld. Jetzt schon kann man praktisch jedes beliebige Programm kostenlos als OpenSource-Kopie legal benützen. Es gibt immer mehr Menschen die für andere kostenlos etwas bereit stellen. Und vieles wird kostenlos zur Verfügung gestellt das mit Werbung finanziert ist. Doch 99% beachten die Werbung ja eh nicht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Juse Blogger am 01.07.2011 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Solange...

    Solange die Filmindustrie Filme sehr teuer verkauft wird es niemand kaufen doch wenn man z.b. für 10 Franken pro Monat alle Filme gratis schauen kann, würde jeder so ein Abonamment kaufen und und der Gewinn für die Filmindustrie währe sicher viel grösser!

  • MaxImilian am 29.06.2011 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Kino.to

    ...war einfach die beste Streaming-Site ever. So lasset uns fröhlich weiterstreamen!!!

  • Ruedi Greub am 25.06.2011 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Wir bezahlen schon für alle Datenträger

    Ich bezahle ja schon für die leeren Datenträger. CD/DVD Rohlinge, Festplatten, Speicherkarten, u.s.w. Ob ich z.b. auf meiner Speicherkarte auch nur die Ferienfotos speichere, weil die Speicherkarte nun mal in der Digitalkamera ist, ist egal. Beim kauf bezahle ich Urheberrechtsabgaben, ob ich will oder nicht. Also, wenn ich sowieso zur Kasse gebeten werde, so lade ich auch runter, dass die Leitung glüht.

  • Hans Muster am 24.06.2011 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das?

    Man Zahlt ja auch für das Internet. Nutzen wir es doch ordentlich. es gibt so viele Seiten, die Filme streamen. die kann man doch nicht alle sperren

  • Tsch Buh am 23.06.2011 23:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Netflix

    Was soll das ganze. In Amerika bezahlt man bei Netflix 8 Dollar und kann so viel man will die verschiedensten Inhalte Streamen. So lang es nichts vergleichbares gibt wird weiter "Illegal" gestreamt. Könnte mir nicht mehr vorstellen auf solche Seiten zu verzichten. Im TV läuft ja eh nur Schrott!

    • animo diverso am 27.06.2011 13:57 Report Diesen Beitrag melden

      Da geb ich dir recht...

      ... vor allem was das tv betrifft... dann sind wir schon beim anderen leidigen thema: billag.... für die man bezahlt, jedoch nichts davon hat....

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