Platz 3 der Welt

28. Juli 2014 22:38; Akt: 28.07.2014 22:38 Print

Die Schweiz ist eine Spam-Schleuder

Die Verbreitung von Spam-Mails aus der Schweiz hat in diesem Jahr massiv zugenommen. Darum sollten Schweizer dringend ihren Computer auf Schadsoftware untersuchen, raten Experten.

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Gemäss verschiedenen Studien macht Spam mehr als 80 Prozent des weltweiten E-Mail-Verkehrs aus. Der Sicherheitsanbieter Sophos hat nun in einer Analyse die weltweite Flut an unerwünschter Werbung genauer unter die Lupe genommen. Erschreckend dabei: Im zweiten Quartal 2014 wurden aus der Schweiz so viele Spam-Mails verschickt wie nie zuvor.

Im sogenannten Spampionship-Ranking, das die Anzahl Spam-Mails ins Verhältnis zur Bevölkerung setzt, landete die Schweiz auf Platz 3 – direkt hinter Bulgarien und Weissrussland. Bisher war unser Land nicht einmal in den Top 20 vertreten. Nun die unrühmliche Bronzemedaille. Wie kann das sein? Laut den Sicherheitsexperten von Sophos sind sogenannte Botnets die grössten Spamschleudern.

«Schweizer sollten PCs überprüfen»

Cyberkriminelle nutzen unterschiedliche Schadsoftware, um die Kontrolle über Computer zu erlangen und sie in Bots (auch Zombies genannt) zu verwandeln. Wenn dies geschieht, kann der Computer Aufgaben ausführen, ohne dass der Nutzer etwas davon merkt. Das Botnet wird auch genutzt, um den Versand von Spam-Mails zu orchestrieren. Offenbar gibt es in der Schweiz besonders viele infizierte Rechner, wie das Newsportal InsideIT schreibt.

Auch die Experten von Sophos sind davon überzeugt: «Wenn Sie Schweizer sind, sollten sie umgehend Ihren Computer auf Schadsoftware überprüfen – nur für den Fall», sagt Paul Ducklin von Sophos. Denn wenn Cyberkriminelle über einen gekaperten Rechner Spam versenden, können sie auch Tastatureingaben abfangen und so die Nutzer ausspionieren.

Wie man «Zombies» tötet

Um Schadsoftware zu beseitigen, können Virenscanner oder spezielle Programme verwendet werden. Die Melde- und Analysestelle für Informationssicherung (Melani) hat eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zusammengestellt, um Schadsoftware zu identifizieren und anschliessend zu entfernen. Auch Sophos bietet ein kostenloses Tool an.

USA sind Spitzenreiter

Immerhin: Gemessen an absoluten Zahlen, also den effektiv versandten Spam-Nachrichten, ist die Schweiz als Kleinstaat nicht im Ranking vertreten (siehe Bildstrecke). Hier führen die USA das Ranking an. US-Rechner sind für knapp ein Viertel der weltweit verschickten Werbenachrichten verantwortlich. Auf den weiteren Plätzen folgen Frankreich, China, Italien und Russland.

Mit der veröffentlichten Liste wolle man aber nicht mit dem Finger auf betroffene Länder zeigen, hält Ducklin fest. Ebenso wenig solle man schlussfolgern, dass die Länder an der Spitze der Rangliste die schlimmsten Übeltäter seien, wenn es um Internetkriminalität gehe, heisst es in einer Mitteilung.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wenpas Informatik am 29.07.2014 01:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Norton na ja...

    Norton Symantec? Dass der Bund nur einen Hersteller empfiehlt ist sehr schwach. Zudem hat Norton in der Vergangenheit viele Adware Software nicht erkannt. Auch auf Linux Servern befinden sich inzwischen viele PHP Viren. Und da funktioniert Norton nicht. Vermutlich sind auf Android Handys noch mehr Viren als auf den PCs. Na ja, die IT Welt wird nicht einfacher, den es gibt keine generelle Lösung und muss individuell angeschaut werden

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  • Schreiberling am 29.07.2014 06:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @to Apologize

    "HijackThis" ist ein äusserst potentes programm. Der durchschnittsuser dürfte damit überfordert sein die ergebnisse sicher zu interpretieren. Denn wenn man nicht weiss was man löscht, richtet man mehr schaden an als dass es was nützt. Es gibt aber hilfeseiten für "HijackThis". Ich denke trotzdem dass die im artikel erwähnten hilfen in den meisten fällen genügen und nur im schlimmsten fall "HijackThis" eingesetzt werden muss.

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  • A.M. am 29.07.2014 00:07 Report Diesen Beitrag melden

    Meinung

    Cyberkriminelle ? Die meisten Spam-Mails sind Werbung !

Die neusten Leser-Kommentare

  • diet am 29.07.2014 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    logisch

    Ist ganz normal, wenn man sich anguckt, was leute so alles installieren ohne es zu brauchen.

  • U. Buntu am 29.07.2014 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Debian

    oder eben ein Betriebssystem auf dem Rechner installieren.

  • Hans Zuber am 29.07.2014 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    AVAST Antivirus

    Ich benutze seit Jahren die kostenlose AVAST Free Antivirus Software für mein WIN 8.1. Die hilft mein System sauber zu halten indem sie sich laufend selbst updated. Bis jetzt nie Probleme gehabt.

    • Jimmy am 29.07.2014 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Hahaha

      Ich habe kein windows , ich bin linux und osx user ;) ,daher bin ich von der sorge befreit

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  • hab die es nötig? am 29.07.2014 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    SUN und Adobe nicht ganz unschuldig

    Wer nicht liesst oder es nbicht versteht, installiert bei Java-, Abode Reader- etc. Updates ungewollt zusatzprogramme wie Ask-Toolbar etc. die schleusen dann wiederum Malware ein. Haben solche Firmen es wirklich nötig? Sie fördern Malware udn damit Spam!

  • webdev (ich nochmal ;) am 29.07.2014 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut gemeinter rat teil 2

    wer wirklich mal betroffen ist oder auf nummer sicher gehen will und selbst nicht genau weis wie vorgehen, suchen sie rat bei jemandem der sich damit auskennt. eine infektion mit malware kann sehr komplex sein und ist oft nicht mit ein paar klicks im av-programm gelöst. das muss auch nicht ein kostenpflichtiger dienst sein. es gibt im internet gute menschen (ja die gibts dort auch ;) welche ehrenamtlich beim aufspühren und beseitigen von malware helfen.ich kenne da z.b. ein deutschsprachiges "board" (forum) das hilfe bei der entfernung von "trojaner" (natürlich auch alle andere malware) bietet