«Monmouthpedia»

22. Mai 2012 06:47; Akt: 22.05.2012 07:14 Print

Die Stadt der Barcodes

von Cassandra Vinogra, ap - Eine walisische Kleinstadt hat sich über Hunderte von Barcodes mit Wikipedia verknüpft. So erhalten Besucher Informationen direkt auf ihre Smartphones.

(Quelle: digitalanalog.in)
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Im Jahr 1387 wurde im walisischen Monmouth der spätere englische König Heinrich V. geboren. Nun hat die Kleinstadt ein weiteres Mal Geschichte geschrieben: als erste «Wikipedia-Stadt» der Welt. Ab sofort können Besucher damit auf eine zukunftsweisende Erkundungstour gehen. An Museen und historischen Stätten, aber auch etwa an Pubs und Bäckereien sind insgesamt rund 1000 Barcodes angebracht. Wer sie mit einem Smartphones scannt, gelangt direkt zu entsprechenden Informationen aus der Online-Enzyklopädie.

Hunderte Artikel über die Geschichte und Gegenwart der Stadt sind nach Angaben der hinter Wikipedia stehenden Stiftung Wikimedia für das Projekt erstellt oder überarbeitet worden - und zwar in mehr als 25 Sprachen. Sechs Monate wurde demnach an «Monmouthpedia» gearbeitet, bis es am Wochenende schliesslich freigeschaltet werden konnte. Die örtlichen Behörden unterstützten das Projekt mit der Einrichtung eines kostenlosen, in der gesamten Stadt nutzbaren WLAN-Netzes.

Freiwillig übersetzt

Einwohner und Geschäftsleute aus der Kleinstadt im Südosten von Wales haben die Mehrzahl der Artikel selbst erstellt und redigiert. Andere Freiwillige halfen bei den Übersetzungen. Das Ergebnis ist beeindruckend: Seit Samstag können sich etwa Touristen aus Tschechien mit wenigen Klicks in ihrer Muttersprache vor Ort über die Burgruine von Monmouth informieren. Wer des fidschianischen Hindi mächtig ist, kann in dieser Sprache Angaben zum Cricket-Club der Stadt, zur methodistischen Kirche oder zum Hotel Kings Head abrufen. Selbst auf Latein und Esperanto sind Artikel verfügbar.

Erfassung von allem, was Beachtung verdient

Monmouth sei vor allem wegen seiner reichen Kulturgeschichte als Modellstadt für das Projekt ausgewählt worden, sagt Stevie Benton von Wikimedia Grossbritannien. So sei sie nicht nur als Geburtsort von Heinrich V. bekannt, sondern auch etwa für eine historische Brücke aus dem 14. Jahrhundert - der einzigen ihrer Art im Land.

Das erklärte Ziel ist den Angaben zufolge die vollständige Erfassung von allem, was in der Stadt Beachtung verdient: Orte, Personen und Kulturdenkmäler, aber auch die Tier- und Pflanzenwelt. Hinzu kämen historisch zwar weniger bedeutsame, aber für das Projekt nicht minder willkommene Ergänzungen, sagt Benton.

«Fantasie der Menschen beflügelt»

Zahlreiche Geschäfte in Monmouth haben etwa Barcodes in ihren Schaufenstern angebracht. Vor einer Bäckerei können Interessierte somit zum Beispiel Informationen über die Geschichte des Backens abrufen. Auch örtliche Kneipen beteiligen sich an «Monmouthpedia» und schildern in Artikeln etwa Wissenswertes zu ihren Häusern. «Es hat die Fantasie der Menschen beflügelt, in einer Weise, wie wir es gar nicht erwartet hatten», sagt Benton.

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales erklärte in einer Stellungnahme seine Hoffnung, dass weitere Städte dem Beispiel von Monmouth folgen würden. Benton zeigt sich zuversichtlich, dass dies schon bald geschehen wird. Dazu brauche es nicht mehr als ein paar Leute, die motiviert seien und die Initiative ergriffen. «Wenn jeder die Geschichten aus seiner lokalen Region mit anderen teilt, führt uns dies zu einem viel besseren Verständnis der Welt, in der wir leben», sagt Benton.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tommy am 24.05.2012 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    Coole Idee

    Coole Idee. Für Touristen sicher was nettes.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tommy am 24.05.2012 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    Coole Idee

    Coole Idee. Für Touristen sicher was nettes.

    • dannyboy am 24.05.2012 12:36 Report Diesen Beitrag melden

      the rolls of monmouth

      ist ein herziges städtchen/dörfchen (nicht weit enfernt ist das ehemalige grundstück von herrn rolls - gründer von rollsroyce), gehe da jedes jahr hin um golf zu spielen (auf dem grundstück der damaligen fabrik), ist aber ansonsten leider nicht viel los, somit wohl wirklich keine schlechte idee! war jetzt bereits 3 mal dort und wusste nichts vom geburtsort von henry V.!

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