Über 1000 Grad

13. März 2013 18:27; Akt: 13.03.2013 18:34 Print

Die Strahlen-Kanone zum Selberbauen

Man nehme ein altes Fernsehgerät und bastle daraus ein überdimensionales Brennglas, das die Sonnenstrahlen bündelt. Doch es ist höchste Vorsicht geboten, wie das Video zeigt.

(Quelle: youtube.com/Grant Thompson)
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Grant Thompson hat aus Elektroschrott eine Strahlen-Kanone gebastelt. Oder besser: einen Strahlen-Grill.

In seinem YouTube-Kanal zeigt der bastelwütige US-Amerikaner, was die Kraft der Sonne anrichten kann. So verwandelt er Münzen in brutzelnden Metallbrei und bringt Bierflaschen in wenigen Sekunden zum Kochen.

Die Fresnel-Linse

Bei Thompsons Strahlen-Grill kommt das Brennglas-Prinzip zum Tragen. Das Sonnenlicht wird von der Plastikscheibe eines alten Flachbildfernsehers gebündelt.

Thompson hat beim Ausschlachten eines 13-jährigen Toshiba-Fernsehers eine grosse, flexible Kunststoffscheibe gefunden. Diese Scheibe funktioniere wie eine Fresnel-Linse, erklärt der findige Bastler, der ein direkter Nachkomme des TV-Abenteurers McGyver sein könnte. Fresnel-Linsen bringen Leuchttürme und Auto-Scheinwerfer zum Leuchten und werden in Kollektoren von Sonnenwärme-Kraftwerken verwendet.

Ist die Fresnel-Linse erst einmal montiert, gilt es den Rahmen nur noch im richtigen Winkel zur Sonne zu stellen, und das Grillieren kann beginnen. Wobei sich Thompsons Anlage nur bedingt zum Kochen eignet, wie die Versuche im Hinterhof zeigen. Da der Strahlen-Grill eine Hitze von weit über 1000 Grad Celsius erzeugt, werden die bestrahlten Objekte sehr schnell verkohlt.

Nachmachen ist riskant!

Fresnel-Linsen sind in sogenannten Rückprojektions-Fernsehern verbaut. Das eigenhändige Ausschlachten solcher Geräte ist gefährlich. Wenn man die falschen Bestandteile zerbricht, könnte ein hochgiftiges Gas ausströmen.

Bleibt anzumerken, dass Experimente mit Solarenergie gewaltig ins Auge gehen können. Beim Hantieren ist höchste Vorsicht geboten. Von daher erstaunt es nicht, dass Thompson auf seiner YouTube-Seite auch einige Kritik einstecken muss. Es sei absolut fahrlässig, wenn sich andere Personen in der Nähe aufhielten.

Im Internet kursieren zahlreiche Anleitungen, wie mithilfe des gleichen Prinzips ein funktionstüchtiger Solarkocher gebaut werden kann. Seit 1998 gibt es in der Schweiz den Förderverein für Solarkocher. Dessen Ziel ist es, die praktischen Geräte in wirtschaftlich armen Ländern mit hoher Sonneneinstrahlung zu fördern.

(dsc)