Momo, Santa und Co.

29. November 2018 20:18; Akt: 29.11.2018 20:18 Print

Die schräge Welt der Whatsapp-Kettenbriefe

Regelmässig kursieren auf dem Messenger seltsame Nachrichten. Die meisten sind lediglich als Spass gedacht, einige können aber auch gefährlich sein.

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Diese Nachricht erhalten derzeit viele Whatsapp-Nutzer in der Schweiz. Es geht darum, ein Rätsel zu lösen. Als Strafe für das falsche Beantworten sollen die Nutzer drei Tage lang ein Bild des Dabbing Santa Claus als Profilbild verwenden. Im Jahr 2016 kursierte bei deutschen Schülern ein Kettenbrief mit einer Morddrohung in Form einer Spachnachricht. «Hi, ich bin Nico und neun Jahre alt», scheppert eine Stimme aus dem Smartphone, «und mein Gesicht ist voller Blut.» Der Absender der unheimlichen Whatsapp-Botschaft forderte den Hörer auf, die Nachricht innert 20 Minuten an mindestens 20 Freunde weiterzuleiten. «Sonst komme ich um Mitternacht zu dir und bringe dich um», drohte die Stimme. Dieses Bild aus einem Youtube-Clip soll Teresa darstellen. «Ich beobachte dich die ganze Nacht», kündigt die Frau in einem Kettenbrief an. «Wenn du dies nicht an 20 Personen weiterschickst, schlafe ich ab heute in deinem Bett.» Angeblich soll Teresa bei einem Autounfall gestorben sein. Der Kettenbrief machte jedoch lediglich Werbung für einen portugiesischen Film Wie ein Lauffeuer verbreitete sich 2015 die Warnung vor einem Link, der sich bei Anklicken angeblich als Virus entpuppen würde. Die Nachricht, die mit dem Betreff «On Est Tous Paris» oder «We all are Paris» als E-Mail, SMS oder Whatsapp verschickt wurde, entpuppte sich als Falschmeldung. Vor etwa sechs Jahren kursierte ein Kettenbrief, der behauptete, dass Whatsapp für die Nutzer kostenpflichtig werde. Um Whatsapp weiterhin kostenlos verwenden zu können, müsse man sich als Vielnutzer kennzeichnen. Dazu gelte es, die Nachricht an zehn weitere Personen zu senden. Es war alles Humbug. Ein weiterer Fall von einem Kettenbrief war die sogenannte Momo-Challenge, die vor allem jüngere Whatsapp-Nutzer erschreckte. Die spanische Polizei warnte bereits im Juni davor, dass man die angegebene Nummer nicht bei Whatsapp hinzufügen solle, sonst bekomme man das Gesicht dieser Frau zu sehen. Erst später schwappte das Phänomen auch in die deutsche Sprachregion über. Wie später bekannt wurde, handelt es sich bei dem grusligen Antlitz um eine Skulptur aus Japan, die in einer Kunstgalerie in Tokio gezeigt wurde. Streng genommen fällt auch die sogenannte Ice Bucket Challenge, die vor etwa vier Jahren aktuell war, unter die Kategorie der Kettenbriefe. Meist auf Facebook wurden Personen getaggt, die es dem Video gleichtun sollen. Mit dabei waren neben George W. Bush (Bild) auch Promis wie Roger Federer oder Bill Gates. Ein weiteres Beispiel ist dieser Kettenbrief, der 5000 kostenlose Schuhe von Adidas verspricht. Natürlich existieren diese Gratisschuhe nicht, denn die verlinkte Website führt zwar angeblich zu Adidas.com. Beim genaueren Betrachten lautet die Adresse jedoch Adîdas.com, einer fast identischen URL, bei der das i jedoch aus einem Sonderzeichen besteht. Das Motiv lag hier wohl dabei, an Daten von ahnungslosen Nutzern zu gelangen. Sogar möglicherweise lebensbedrohlich war dieser Kettenbrief. Er gab Tipps, wie man sich bei einem Herzinfarkt Zeit verschaffen kann, und zwar, indem man speziell hustet. Dies nützt bei einem Herzinfarkt jedoch gar nichts. Stattdessen sollte man sich Hilfe holen oder den Notfall anrufen.

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Wenn du diesen Artikel nicht zu Ende liest, werden wir dich verfolgen, und wenn du ihn nicht an deine Freunde weiterleitest, müssen diese sterben. So ähnlich sind viele Kettenbriefe aufgebaut. Das Prinzip ist immer das gleiche: Auf keinen Fall soll der Weiterversand unterbrochen werden, und bei Nichtbeachtung wird mit dramatischen Folgen gedroht.

So geht seit kurzem etwa ein Weihnachtsrätsel auf Whatsapp herum. Dieses ist absichtlich vage gehalten, und wer es falsch löst, soll sein Profilbild ändern. Dahinter könnte eine Masche stecken mit dem Ziel, die Teilnehmer abzuzocken, da das Bild angeblich urheberrechtlich geschützt ist.

Gruselige Nachrichten

Es ist nicht der erste Kettenbrief in diesem Stil. Im Sommer ging beispielsweise jener mit der gruseligen Figur Momo herum. Dabei handelte es sich angeblich um ein Mädchen, das vor drei Jahren von einem Auto totgefahren wurde. Momo droht dem Empfänger, um Mitternacht in seinem Zimmer zu stehen, sofern er die Nachricht nicht an 15 Kontakte weiterleite.

Dass damit nicht zu spassen ist, zeigte ein Fall aus Frankreich. Die Challenge soll einen 14-Jährigen gar in den Freitod getrieben haben. In einem Interview mit 20 Minuten erklärte Michael In Albon, Jugendmedienschutz-Beauftragter der Swisscom, dass es fahrlässig sei, solche Kettenbriefe weiterzuleiten.

Was tun?

Bei Nachrichten – wie etwa solchen Kettenbriefen –, die einem dubios erscheinen, sollte man vorsichtig sein und den Aufforderungen oder Anweisungen auf keinen Fall folgen, besonders dann, wenn man den Absender nicht kennt. Das Beste ist es, solche Nachrichten einfach zu löschen und sie nicht weiterzuleiten. Zudem sollte man keine Links anklicken oder Anhänge öffnen, da sich dahinter Viren oder Schadsoftware verbergen könnten.

In der Regel geht es bei solchen Kettenbriefen darum, Mitteilungen zu verbreiten, persönliche Daten zu sammeln oder einfach darum, Menschen abzuzocken. Wer unsicher ist, kann sich über solche Kettenbriefe auf der darauf spezialisierten Website Tweetweather.de oder auf Mimikama.at informieren.

Häufig werden die Teilnehmer mit einer Belohnung gelockt, wobei diese Art eines Kettenbriefs eher an ein Schneeballsystem erinnert. Aber auch Phänomene wie beispielsweise die Ice Bucket Challenge, die vor rund vier Jahren im Netz kursierte und die Empfänger zum Mitmachen verdonnerte, gehören theoretisch in diese Kategorie.

(swe)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas am 29.11.2018 20:33 Report Diesen Beitrag melden

    Jööö...

    Sorry, das gab es in unserer Jugend als Hardware Brief auch. Ja, so richtig mit Tinte auf Papier. Stellt euch vor! Und wir haben es überlebt!

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  • poxy am 29.11.2018 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    Für die Katze

    Schön, jetzt ist grad meine Katze zu mir gekommen, ich muss sie jetzt füttern.

    einklappen einklappen
  • Roger Lehmann am 29.11.2018 20:58 Report Diesen Beitrag melden

    Bauernschlaue

    Kommen jetzt wie die Oberschlauen, welche glauben das Rad erfunden zu haben und erwähnen müssen, dass Whats App und Instagram 100% Facebook gehören?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wendyyy E. am 30.11.2018 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    .......

    Ich hasse Kettenbriefe. Ich sage jedem noch einer und du wirst blockiert. Man muss eben schon ein bisschen d...sein um solche Nachrichten weiterzuleiten.

  • Verblüfft am 29.11.2018 23:14 Report Diesen Beitrag melden

    Unvollständig

    Dies ist nicht einmal ein halber Artikel: Bevor nach der länglichen Einleitung relevanter Inhalt kommt, ist er zuende. :-/

  • Sorgen am 29.11.2018 23:01 Report Diesen Beitrag melden

    Mad Social Media Aberglaube

    Ich habe mal einen Film gesehen, der in der Zukunft spielt. Ein Gericht gab es dabei nicht mehr sondern nur noch wie bei Metoo Verurteilung nach like und dislike Prinzip, alle konnten abstimmen und zwar über Social Media. Wenn ich nun tatsächlich lese, dass Leute diesen WA Müll glauben, dann macht mir das wirklich Angst.

    • Uelo am 30.11.2018 00:11 Report Diesen Beitrag melden

      ..

      Dass hatt auch mit der dümmheit der heutigen jugend zu tun auch vor paar jahren gabs kettembriefe und schon damals haben wir es nicht geglaubt...

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  • Maria am 29.11.2018 22:44 Report Diesen Beitrag melden

    Bezahlen

    Mich würde intressieren ob jemand zahlen musste für diesen geschützten Samiklaus??? Das ist doch ein grossen Wirbel um nichts.

  • Puma am 29.11.2018 22:33 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Ich bin immer so dankbar um diese Artikel, denn ohne WhatsApp und ohne Facebook wüsste ich sonst gar nichts von alledem.