Schlauer Laser

22. März 2012 10:59; Akt: 22.03.2012 10:59 Print

Diese Kamera fotografiert um die Ecke

Darauf warten Spione, Ärzte und Autofahrer. Eine in den USA entwickelte Laserkamera schiesst eine Billion Bilder pro Sekunde und kann um Hindernisse herum «sehen».

(Quelle: youtube.com/mitmedialab)
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Eigentlich können Fotokameras nur das im Bild festhalten, was auch der Mensch hinter der Kamera sieht. So weit die Theorie, die bislang für digitale und analoge Modelle gegolten hat. Doch jetzt ist es einem Team von US-Forschern gelungen, eine Kamera zu entwickeln, die wortwörtlich um die Ecke fotografiert.

Das «Echo» des Lichts

Die Erfindung stammt vom Massachusetts Institute of Technology (MIT), wie das Wissenschafts-Magazin «Nature» berichtet. Zum Einsatz kommt eine Spezialkamera, die dank einer extrem kurzen Belichtungszeit bis zu einer Billion Bilder pro Sekunde aufnimmt. Als Lichtquelle dient nicht das natürliche Licht, sondern ein Laser. Dieses gepulste Licht wird von einer Wand reflektiert, trifft dann auf das Objekt, das sich hinter der Ecke verbirgt, und wird von diesem Objekt zurückgeworfen. Anhand dieses «Echos» des Lichts kann wie bei einer Ultraschall-Untersuchung ein Abbild des Objekts in 3D erstellt werden.

Noch dauert das Erstellen eines einzigen Bildes mehrere Minuten. Doch die Wissenschaftler sind zuversichtlich, dass sie den Prozess auf weniger als 10 Sekunden reduzieren können. Die in der Demonstration gezeigten Aufnahmen überzeugen nicht gerade durch Detailschärfe, geben aber das Objekt erkennbar wieder.

Spannende Anwendungsgebiete

Die um die Ecke fotografierende Kamera könnte in Zukunft in verschiedensten Bereichen Verwendung finden. So etwa bei der Feuerwehr, um die Räume eines brennenden Gebäudes von aussen nach Personen abzusuchen. Oder im Strassenverkehr, um beim Autofahren «tote Winkel» zu sichten und so Zusammenstösse zu vermeiden. Die Laserkamera ist aber auch für die Medizin ein Gewinn. Sie könnte in Miniaturausführung im menschlichen Körper eingesetzt werden.

Natürlich dürften auch das Militär und die Geheimdienste sehr interessiert sein - falls sie nicht schon über eine vergleichbare Technologie verfügen.

Im nachfolgenden Video erklären die MIT-Wissenschaftler Ramesh Raskar, Andreas Velten und Otkrist Gupta ihr CORNAR-Projekt im Detail.

(dsc)