Als Held gefeiert

14. Mai 2014 11:53; Akt: 14.05.2014 11:53 Print

Dieser Spanier hat Google in die Knie gezwungen

Das Gerichtsurteil gegen Google hat das Zeug, das Internet zu verändern: Erwirkt hat es der Spanier Mario Costejo González. Trotzdem zeigt er Verständnis für den Internetkonzern.

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«Die Suchmaschine war vorher schon gut, jetzt ist sie perfekt»: Mario Costejo González nutzt Google auch selber gerne. (Bild: Keystone/Cabalar)

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Es glich dem Kampf von David gegen Goliath: Der spanische Schriftexperte und Professor Mario Costejo González hat Google verklagt – und gewonnen. Am Dienstag entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg zu seinen Gunsten. «Ich reagierte wie jeder, dem gesagt wird, dass er Recht hat: Ich bin glücklich», sagte González gegenüber der britischen Zeitung «Guardian».

Das Urteil besagt Folgendes: Google muss künftig Links auf unliebsame, die Persönlichkeitsrechte verletzende Suchergebnisse löschen – wenn der Betroffene das verlangt.

Vor knapp fünf Jahren hatte der Kampf von González begonnen. Der Grund: Wenn man mit Google nach seinem Namen suchte, fand man auch Zeitungsartikel zur Zwangsversteigerung seines Hauses – das war 1998. «Die Schulden waren längst bezahlt, doch für Google bin ich erstens Schuldner und zweitens verheiratet, obwohl ich längst geschieden bin», erklärte er gegenüber der «Welt». Vergeblich versuchte González erst, gegen die Zeitung vorzugehen, damit sie die Artikel entfernt – ohne Erfolg. Die Links hätten ihm auch beruflich geschadet, weshalb er sogar seinen Namen ändern liess, erzählt er.

Nicht alle sind begeistert

Nun hat González vor der höchsten gerichtlichen Instanz in Europa erreicht, dass Google die veralteten Links zur Zwangsversteigerung seines Hauses entfernen muss. Datenschützer in ganz Europa begrüssen das Urteil. Doch auch Kritik wird laut: «Es ist eine schlechte Lösung für ein sehr reales Problem», sagt Jonathan Zittrain, ein Rechts- und Informatik-Professor an der Harvard-Universität. Denn mit dem Grundsatzentscheid des EuGH werden zwar die Links auf die unliebsamen Fotos oder Texte gelöscht, die eigentlichen Inhalte bleiben aber weiterhin bestehen – sie können einfach weniger schnell gefunden werden.

In Spanien wird González für seinen Sieg als Held gefeiert – persönlich habe er jedoch nichts gegen Google: «Die Suchmaschine war vorher schon gut – jetzt ist sie perfekt», sagt der Spanier. Er habe jedoch Verständnis dafür, dass Google seine Interessen verteidigt habe.

Dass nun sein Name überall wieder in den Medien auftaucht, stört ihn nicht. «Ich habe nicht für mich gekämpft, sondern für alle, die nach mir kommen», sagte der Spanier der Zeitung «El Publico». Denn: Jetzt gebe es ein Gesetz, das Menschen, die in der gleichen Situation seien wie er, schütze.

(tob)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TONI am 15.05.2014 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbst schuld

    Google hätte einfach mehr Bizeps trainieren sollen, dann gätten sie auch gewonnen

  • Kevin MacLeod am 14.05.2014 23:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Schade, dass jetzt die Suchergebnisse beeinträchtogt werden können. Es gibt aber jetzt schon Wege, diese Sperre zu umgehen.

  • ich nicht am 14.05.2014 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Eigengoal!

    Toller Hecht... Er will, dass Informationen über den Zwangsverkauf seiner Häuser nicht mehr bei Google erscheinen. Aber nun wird er zigfach durch die Medien geschleppt und das Ganze nochmals aufgewärmt... Sogar noch mit Bild. *facepalm* mehr gibts dazu nicht zu sagen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • TONI am 15.05.2014 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbst schuld

    Google hätte einfach mehr Bizeps trainieren sollen, dann gätten sie auch gewonnen

  • Kevin MacLeod am 14.05.2014 23:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Schade, dass jetzt die Suchergebnisse beeinträchtogt werden können. Es gibt aber jetzt schon Wege, diese Sperre zu umgehen.

  • Hanspeter Niederer am 14.05.2014 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Freude herrscht bei den Kriminellen

    Ein ganz schlechtes Urteil. Ganz im Sinne des um sich greifenden Täterschutzes.

    • patrick h. am 14.05.2014 14:56 Report Diesen Beitrag melden

      traurig

      Ja da haben Sie absolut recht. Man stelle sich nur vor was jetzt bei der Polizei passiert? Da geben die jetzt bei google ein: "krimineller ausländischer Asylbewerber" und plötzlich kommen keine Bilder und Links mehr. Wie soll die Polizei denn jetzt bitte Täter überführen? Ich weiss es nicht... ich erinnere mich nur schwach an die Zeit vor Google aber ich glaube damals gab es gar keine Kriminalität... vielleicht hat die Polizei, und Sie Herr Niederer, dann Zeit, stattdessen das Wort "Persönlichkeitsrechte" zu googlen. Viel Spass.

    • Thomas am 14.05.2014 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @patrick h.

      100% Zustimmung, besser kann man es nicht erklären.

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  • Fredi Merz am 14.05.2014 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Schlau ??

    und jetzt weis es auch der letzte, was er nicht wollte, das wir es alle wissen !! Schlaues Kerlchen !!

  • ich nicht am 14.05.2014 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Eigengoal!

    Toller Hecht... Er will, dass Informationen über den Zwangsverkauf seiner Häuser nicht mehr bei Google erscheinen. Aber nun wird er zigfach durch die Medien geschleppt und das Ganze nochmals aufgewärmt... Sogar noch mit Bild. *facepalm* mehr gibts dazu nicht zu sagen.

    • Rene Badertscher am 14.05.2014 13:03 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig lesen

      "«Ich habe nicht für mich gekämpft, sondern für alle, die nach mir kommen»" Nu klar warum er das getan hat? OMG

    • rly am 15.05.2014 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      lol

      er sagt das nur so ich habe nicht für mich gekämpft klar hat er das

    • Matt Hofmann am 15.05.2014 10:22 Report Diesen Beitrag melden

      Richtiger lesen

      Zudem steht in seiner Erklärung explizit, dass die Schulden längst abgezahlt sind, somit hat er das Ganze auch noch mit grosser medialer Präsenz richtig gestellt, wenn man schon darauf herumreiten will. "OMG"

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