05. März 2008 10:42; Akt: 05.03.2008 13:21 Print

E-Mail steht vor dem Aus

von Manuel Bühlmann - Nervende Spam-Mails und wiederkehrende Ausfälle: IT-Experten gehen davon aus, dass der klassische E-Mail-Verkehr schon bald aussterben wird.

Fehler gesehen?

Vergangene Woche trafen sich in Florida im Rahmen der «Future of Web Apps»-Konferenz IT-Experten aus aller Welt. In verschiedenen Vorträgen wurde das Ende des klassischen E-Mail-Verkehrs vorausgesagt. Gerade jüngere Generationen würden vermehrt auf mobile Textdienste und soziale Netzwerke wie Facebook und MySpace setzen. «E-Mails sind für einige Anwender bereits gestorben», ist Google-Entwickler Kevin Marks überzeugt. Technologien wie Open ID trügen dazu bei, dass Online-Identitäten heute mehr als eine E-Mail-Adresse seien und viel mehr Möglichkeiten bieten würden.

Die Zuverlässigkeit der neuen Dienste dürfte massgeblich zum Erfolg beitragen. Denn klassische E-Mail-Provider sehen sich immer wieder mit Ausfällen konfrontiert. So konnten unzählige Yahoo-Mail-User vergangene Woche während längerer Zeit nicht auf ihr elektronisches Postfach zugreifen.

Drastische Zunahme von Spam-Mails
Ein weiterer Punkt, der gegen das Überleben des klassischen Mailverkehrs spricht, sind Spam-Mails. Alleine 2007 wurden weltweit über 120 Milliarden dieser lästigen Nachrichten verschickt. Sicherheitsspezialisten rechnen für das Jahr 2008 mit einer Zunahme um bis zu 40 Prozent. Dabei wird der Grossteil der Spam-Mails von so genannten Zombie-PCs verschickt. Damit sind Rechner gemeint, die vom User unbemerkt als Spam-Schleuder missbraucht werden.

Besonders häufig werden zweistufige Spam-Verfahren eingesetzt. Die Nachrichten enthalten einen Link, der auf eine verseuchte Webseite führt. Nach deren Besuch wird der eigene Rechner zum Zombie-PC. Der so genannte «Dirty-Spam» verzeichnete bereits im letzten Quartal 2007 einen Zuwachs um 253 Prozent.

20minuten.ch-User wissen Rat
«Boeby» setzt auf mehrere Adressen: «Für das hat man doch mehrere Adressen oder nicht? Ich habe auf meinem persönlichen Google-Mailfach kein Spam, da ich diese nur Freunden oder wirklich seriösen Firmen mitteile. Für irgendwelche Registrationen im Internet habe ich noch 2 andere Mailfächer. Gruss Boeby, ( der kein Spam-Problem hat.)»

«Jiri» fordert eine digitale Briefmarke: «Wie wäre es mit einer elektronisch verschlüsselten Briefmarke die man kaufen muss? Ich denke, wenn man da eine ausgeklügelte Software entwickeln würde, hätte man noch eine Chance gegen die Spamflut.»

«Keiner» will das Übel bei der Wurzel packen: «Meiner Ansicht nach, tut die Internet-Polizei zu wenig gegen Spam-Versender. Mit den heutigen Mitteln ist es möglich, die Mails zurückzuverfolgen und den Absender ausfindig zu machen. Hinter den Spams stehen weltweit ca. 500 Personen, diese regieren die Welt!»

«Popey2» denkt laut über den gebührenpflichtigen Mailverkehr nach: «Wenn jedes E-Mail z.B. nur 0.1 Rappen kosten würden, hätte bald niemand mehr Spam in seiner Mailbox. Die grosse Herausforderung wäre einzig das Verrechnen der Kosten.»

Empfinden Sie die tägliche E-Mail-Flut als Bereicherung oder als Belästigung?

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Senor Cannardo am 05.03.2008 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld!

    Die meisten User sind selber Schuld, wenn sie Spam erhalten. Unvorsichtigkeit und fehlende Vorsicht führen im Internet schnell dazu, dass die eigene Mail bekannt wird und dann auch von Spam genutzt wird. Ich bekomme selten bis nie Spam, weil ich darauf achte, wem ich meine E-Mail mitteile.

  • Peter Müller am 05.03.2008 18:57 Report Diesen Beitrag melden

    Digitale Signatur für Alle!

    Wenn wir endlich vorwärts machen würden und jeder mit seiner persönlichen digitalen Signatur wie mit seiner ec-Karte umgehen könnte, gäbe es praktisch keinen SPAM mehr. Wenn jeder SPAM-Versender mit seinem richtigen Namen verfolgt werden könnte, wäre die Seuche bald ausgerottet!

  • Marc de Roche am 05.03.2008 23:00 Report Diesen Beitrag melden

    E-Mails haben Zukunft

    Die in Florida gezeigten Kommunikationsmittel sind effizient, aber sie werden E-Mails nicht ersetzen. Da hat Gächu natürlich recht: das Problem muss nicht beim Empfänger, sondern auf der SMTP-Seite, also beim Absenden gelöst werden. Whitelists & Blacklists könnte man schnell und einfach einführen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc Segmüller am 09.03.2008 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Spam? Falscher umgang

    Ich bekomme pro woche vielleicht 3! spammails. Sonst bleibe ich verschont. Der Richtige umgang mit email und Telefon ist wichtig...

  • Ubuntufreak am 07.03.2008 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Linux

    Würden nicht so viele Leute sich den Schrott von Microsoft andrehen lassen und auf Mac oder Linux setzen, so wäre es um einiges schwieriger solche Botnetze zu realisieren!

  • r.kl am 07.03.2008 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Die Virenkreierer sind die super Typen.

    Diese erhalten beiläufig einen super Job als Entwickler von Antisoftware und sind aus dem Schneider. Die Benutzer können viel Geld zur Neuinstallation blechen. Solange dies so ist und von den Antivirensoftwarefirmen sogar noch gefördert ist, wird sich nichts ändern.

  • ben am 07.03.2008 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    spam ?

    seit jahren empfange ich ca. 20-50 mails pro tag, ohne spamproblem. ich verwende firewall, antivir und für foren ect. eine jederzeit tauschbare freemailadresse, und wenn ich mails an mehrere leute sende beachte ich adressen nicht zu verbreiten ( BCC). spamopfer überdenkt euer verhalten ;-)

  • Robin am 07.03.2008 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    @Gächu 3

    Was die RBLs betrifft, sicher will man das, nur wenn man auf einmal selbst auf der Liste landet oder andere Provider wird es mühsam, weil dann gewisse Leute keine Mails mehr von gewissen anderen Leuten erhalten. Resultat erzörnte User und Chaos. Also ich als Provider will das eigentlich :D